MBFWB Winter 2015

Ein Spaziergang am Seerosenteich mit Charlotte Ronson

19.01.2015 / 11:56 Uhr

Blasse Blautöne, ein Gänseblümchen-Print, wölkchenzarte Kleider mit transparente Volants: Gleich zu Beginn der Fashion Week in Berlin hat Charlotte Ronson ihr Publikum in einen sommerlich-leichten Tagtraum verstrickt: „Dream on“ lautet der Titel der aktuellen Frühlings-Sommerkollektion, die Charlotte Ronson am Montagmorgen auf dem Laufsteg am Brandenburger Tor vorgestellt hat.

Die junge, in London geborene und in New York ansässige Modedesignerin gehört einer Familie an, die zum transatlantischen Society-Adel gehört: Ihre Mutter ist Socialite Ann Dexter-Jones, ihr Stiefvater Mick Jones, Gitarrist der Band Foreigner, ihre Schwester Samantha DJane, ihr Bruder Mark Musiker und Musikproduzent. Charlotte Ronson hat bereits mit ihren eigenen Labels und Kollektionen für Highstreet-Ketten wie Urban Outfitters und Uniqlo von sich reden gemacht – und wird in den USA als eine der erfolgreichsten Einzelhandelsunternehmerinnen ihrer Generationen gehandelt. Getragen wird Ronson von Stars wie Mischa Barton, Gisele Bündchen und Kate Moss.

Jetzt hat Charlotte Ronson also ein Stück New Yorker Coolness auf den Laufsteg der Berliner Fashion Week gebracht: In ihrer aktuellen Kollektion hat die junge Designerin sich von den Arbeiten der Künstlerin Kim McCarty inspirieren lassen, die mit Wasserfarbenporträts von elfenhaft grazilen Mädchen bekannt geworden ist. Ergebnis sind ansprechende, tragbare, romantische, wenn auch etwas süßliche Teile, die ganz in verwischten, blassen Aquarelltönen gehalten waren – eine Kollektion wie ein Spaziergang an Monets Seerosenteich. Charlotte Ronson hat fragile, transparente Blusen zu schnurgeraden Faltenröckchen kombiniert, elegante Shiftdresses mit transparenten Passagen durchsetzt und luftig-leichte Stofflagen übereinandergeschichtet.

Luftige Lagen, sanfte Farbtöne - Ronsons Kollektion gleicht einem Spaziergang an Monets Seerosenteich   Copyright: Cosima Scholz für styleranking

Mit himmelblauem Leder, gehäkelten Hosenanzügen und einem fantastischen Lochstickerei-Stoff fand Charlotte Ronson durchaus interessante Stilmittel für ihre träumerische Schwelgerei. Wie ein Leitmotiv zog sich ein Stoffdruck aus etwas zerfledderten Gänseblümchen durch die Kollektion. Alles in allem aber wirkte die Kollektion eher wie gehobene Fußgängerzonenmode als wie große Mode – das, was Charlotte Ronson zeigt, ist stimmig, zeitgemäß und geschmacklich treffsicher. Nur fehlte es an großen Gesten, ehrzeizigen Momenten und innovativen Details, die im Gedächtnis bleiben.

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