Hugo SS18

Exzentrischer Punk trifft Klassik: Die Hugo by Hugo Boss Spring/Summer Kollektion 2018

Von Kristina Hartmeyer
17.06.2017 / 12:00 Uhr

Feministische Statements in Form von Entblößung á la #freethenipple, Überreste einer Punkband und Business-Manager im Old School-Look: Aus diesen konträren Bruchstücken besteht die in Florenz präsentierte Hugo by Hugo Boss Frühjahr/Sommer-Kollektion 2018. Welche exzentrischen Trends die Designer Bart De Backer bei der Männer- und Jenny Swank Krasteva bei der Damenkollektion für das kommende Jahr einläuten und warum It-Girls und -Boys wie Model Anwar Hadid, Larissa Hofmann und Sängerin M.I.A. genau die richtigen Front-Row-Gäste sind.

All White Everything

Was einst als All Black Everything begann, verwandeln Bart de Backer und Jenny Swank Krasteva in das Gegenteil: All White Everything. Zwar bleibt der eintönige Minimalismus, Langeweile kommt aber sicherlich nicht auf. Die Designer paaren für die Looks der Damen mit Quasten besetzte, weiße, weite Hosen mit Oversize-Hemden, die teilweise transparent sind. Sie verzieren weiße, knielange Shorts und den dazu passenden, wadenlangen Mantel mit parallel verlaufenden, ausgefransten Borten aus Fäden. Die Männermodels stecken sie in gegürtelten Oversize-Overalls, die an übergroße Maleranzüge erinnern. Diverse Applikationen und ein gekonnter Materialmix verwandeln den White-Look in Hingucker und Wohlfühl-Outfit zugleich.

Materialmix meets Transparenz meets Workwear: Der All-White-Look bekommt bei Hugo Spring/Summer 2018 einen neuen Twist.   Copyright: Hugo by Hugo Boss

Extreme Transparenz

See-through-Shirts alleine genügen den Designern nicht - daran haben sie sich bereits in der aktuellen Saison sattgesehen. Sie setzen lieber noch einen drauf: Senkrecht gestreifte transparente Oberteile zu komplett durchsichtigen, weiten Hosen, bei denen sich der Slip abzeichnet. Oder Maxikleider, die einem Hauch von Nichts gleichen, da sie nicht nur transparent, sondern auch noch hautfarben sind. Klingt wie ein feministischer Aufstand? Dass dieser Look sich als alltagstauglich beschreiben ließe, ist so unwahrscheinlich wie ein Mann im See-through-Shirt im Office. Doch obwohl der Style viel Mut von seinem Träger verlangt, wirken die transparenten Outfits keinesfalls billig. Im Gegenteil: Durch die klassischen Formen bleiben die transparenten Materialien exzentrisch, jedoch in abgeschwächter Form. Auf diese Weise werden die Kleidungsstücke vereinzelt auch abseits vom Catwalk tragbar.

Nude-Look: Transparenz extrem, denn bei Hugo SS18 träg man jetzt All-Over-Transparent.   Copyright: Hugo by Hugo Boss

The New Suit: Anzug-Anarchie

Anarchie bedeutet Gesetzlosigkeit. Auf Anzüge angewendet bedeutet das den gezielten Regelbruch für Bart de Backer. Anzugliebhaber sind die Hauptkonsumenten der Marke Hugo Boss und auch des jungen Tochterlabels Hugo. Diese werden nun gezwungen, ihre Konventionen in der Businesswear gründlich zu überdenken. Durch doppelreihige Sakkos im Marine-Stil zu Sneakern mit dicker Creepers-Sohle und weiten Hosen erwecken die Designer den Oversize-Look der 80er Jahre zu neuem Leben. Auch blass beigefarbene Zweiteiler mit Nadelstreifen und dunkelblaue Anzüge mit weißen Punk-Slogans zeigen, dass Business auch lässig und jung funktionert.

Der neue Anzug bricht die Konventionen: Slim Fit wird zu Wide Fit. Was unifarben war, verwandelt sich in laute Slogan-Prints.   Copyright: Hugo by Hugo Boss

Das Label Hugo stellt sich in Florenz als jung und wagemutig vor, genauso wie die geladene Front Row. Neben dem Hadid-Jüngling und aufsteigenden Model Anwar Hadid sind auch die flippige Sängerin M.I.A. und Model-Kollegin Larissa Hofmann vor Ort. Damit zielt Hugo auf die richtigen Influencer, die dafür sorgen, dass die jungen und extravaganten Styles an die passenden Abnehmer geraten. Darunter werden sich sicherlich auch Anzugliebhaber und mutige Nude-Look-Fetischisten finden, die den neuen Hugo-Look etablieren.

Follow us