Graduate-Show

Feminin, derb und bunt: Show Number Six des Design Departments Düsseldorf

24.02.2015 / 10:56 Uhr

Das Düsseldorfer Stahlwerk ist prall gefüllt, Jungdesigner rennen hektisch durch die Halle und Fotografen kämpfen um die besten Plätze in der ersten Reihe: Die Stimmung ist angespannt, als die Studenten des Düsseldorfer Design Departments ihre Zwischenarbeiten und Abschlusskollektionen zeigen. Kein Wunder, denn diese Schau ist für die frisch absolvierten Modemacher ein Sprungbrett für eine große Designerkarriere. Ihre Kollektionen sind dabei so abwechslungsreich wie die Designer selbst und reichen von feminin über derb bis hin zu verspielt und bunt - der Kreativität sind an diesem Abend keine Grenzen gesetzt.

Eröffnet wird die "Show Number Six" mit einer Kostümpräsentation des fünften Semesters. Neben den Absolventen präsentieren an diesem Abend auch die unteren Semester ihre Zwischenarbeiten. Ihre Entwürfe sind inspiriert von vergangenen Jahrhunderten und stehen im Kontrast zum Industriecharme des Düsseldorfer Stahlwerks.

Die ersten und zweiten Semester des Design Departments zeigen ihre Ergebnisse aus den Bereichen "Formfindung Rock" und "Formfindung Silhouette". Hier trifft Dynamik auf Geometrie und Asymmetrie auf Oversized Schnitte. Insgesamt wirken die Formen sehr futuristisch und präzise durchdacht, jede Formgebung hat seine Berechtigung im Gesamtbild.

"Formgebung Rock": Das erste Semester zeigt, wie kreativ sich das Thema umsetzen lässt.

Die dritten und vierten Semester haben hingegen erste Kollektionen gestaltet und entwickelt. Es ist erstaunlich zu sehen, wie die Studenten teilweise abstrakte Formen in finale Entwürfe umsetzen - und sich damit zu den Basis-Entwürfen des ersten und zweiten Semesters absetzen. Die Studenten entwerfen nun tragbare Mode fernab von abstrakten Formen.

Im Mittelpunkt der Graduate-Show stehen die Abschlusskollektionen des letzten Semesters. Die 16 Absolventen des Design Departments Düsseldorf präsentieren ihre ersten eigenen Kollektionen, die aus zehn bis 12 Komplettlooks bestehen. Eine stilistische Entwicklung in der Show auszumachen fällt jedoch schwer: Oversized-Schnitte treffen auch feminine Looks, dunkle Nuancen wechseln sich mit farbenfrohen Designs ab und schwere Stoffe werden mit fließenden Materialien verarbeitet. Die Abschlusspräsentation ist ein buntes Potpourri zeitgenössischer Modekunst und bietet ein Highlight nach dem anderen.

Die Kollektionen beschäftigen sich thematisch mit Menschen, kollektiver Identität und der Schnelllebigkeit des Lebens. Unter dem Kollektionstitel „Much More Muchier“ widmet sich Özlem Battal der Anpassungsfähigkeit der heutigen Gesellschaft, die sich mit stetigen Veränderungen konfrontiert sieht. Ihr Thema setzt sie in modernen Entwürfen um, die kastige Schnitte mit fließenden Formen verbinden und uns an den skandinavischen Stil erinnern. Ihre Kollektion ist tragbar und zeitgemäß, deshalb gehört sie zu unseren Favoriten.

Feminin, sportlich und doch klassisch: "Much More Muchier" vereint Gegensätze zu einem harmonischen Gesamtbild.

Im Kontrast dazu steht Annabel Dilthey mit ihrer Kollektion „Candy Cotton Crew“. Die musikalische Inszenierung sorgt für gute Laune in den Hallen des Stahlwerks und die Models tanzen auf dem Laufsteg. Annabels Abschlusskollektion soll ein Gegenentwurf zur Krisengesellschaft sein und zeigen, dass jeder von uns eine positive Entwicklung anstoßen kann. Pastellfarbene Oversized-Entwürfe und die Kombination verschiedener Materialien von Strick bis zu Baumwolle und synthetischen Stoffen verleihen der vielfältigen Kollektion ein harmonisches Gesamtbild.

Pastelltöne und verspielte Schnitte sind die Schwerpunkte der Kollektion "Candy Cotton Crew" von Annabel Dilthey.

Derber und dunkler geht es bei Wiktor Jedraszczyk und seiner Kollektion "Villain" zu. Die Entwürfe warten mit schwarzen und grauen Designs auf, die in Lagen übereinander geschichtet werden. Seine monochrome Abschlusskollektion richtet sich an Aussteiger, die in kein Gesellschaftsbild passen möchten, sich gegen die Konvention stellen und die Nacht zum Tag machen.

Schwarz und grob: Bei Wiktor Jedraszczyk geht es um Nonkonformität und Außenseitertum.

Die Schau ist vorbei, alles hat einwandfrei geklappt, die Studenten sind glücklich, erleichtert und stolz. Das können sie auch sein, denn mit ihren Abschlusskollektionen legen sie Zeugnis davon ab, wie viel Talent sie mitbringen und wie gut sie ausgebildet wurden. Wir wünschen allen Absolventen viel Erfolg für ihre Zukunft als Modedesigner.

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