MBFWB Sommer 2018

Glanz und Gloria bei Laurèl: Der Sommer darf funkeln

Von Bettina-Isabelle Müller
05.07.2017 / 15:22 Uhr

Fotos von Cosima Scholz

Hektisches Stimmengewirr und viele sich reckende Hälse. Dieses stimmungsvolle Bild erwartet einen, kaum dass man den großen, mit üppigen Reihenbänken ausstaffierten Saal betreten hat. Der Grund? Kurz vor der Schau versammeln sich eine Vielzahl prominenter Gesichter vor der blitzlichtgewittrigen Meute und bilden hier die sogenannte Front Row. Neben Katja Flint, Natalia Wörner und Ursula Karven reihen sich Jeanette Hain und Viktoria Lauterbach auf und erwarten die längst als feste Größe auf der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin etablierte Schau des Labels Laurèl. Die typische Laurèl-Frau ist eine urbane Powerfrau, die lässige Souveränität mit femininem Charisma vereint.

Entsprechend anspruchsvoll ist die Erwartungshaltung an die neue Frühjahr-/ Sommerkollektion 2018 mit dem Titel „Rise & Shine“. Die Lichter gehen aus. Dann beleuchtet ein Spot das erste Outfit, das wohl auch das Gewagteste der ganzen Schau sein wird: Ein schwarzer, knapp sitzender BH mit dünnem, spitz Richtung Hals zulaufenden Träger. Dazu ein langer transparenter Rock mit zart aufgestickten Blättern und funkelnden Steinchen. Der kleine Sündenfall wird durch einen von einem Gürtel zusammengehaltenen Satin-Kimono mit funkelnder Pailletten-Applikation nur halbherzig bedeckt . Oh là, là!

Es folgen lässig-elegante Freizeitlooks, sehr gradlinig und klassisch geschnitten, aber dafür mit üppigen, floralen Prints, Tigerdrucken und dem großzügigen Einsatz von funkelnden Pailletten und bunten Schmucksteinchen. Vorherrschende Farben sind hier zeitloses Schwarz und strahlendes Tiffanyblau. Fließend seidige Stoffe umschmeicheln als Jumpsuits oder lange Träger- und Tunikakleider den Körper. Und sogar volltransparente Oberteile wirken nur wenig anstößig, da der Blick an den großzügigen Stickereien an Armen und einem Teil der Brust hängen bleibt.

Sexappeal, Reiz und dennoch sehen die Models mit ihren transparenten Shirts angezogen aus.   Copyright: Cosima Scholz für styleranking

Die elegant-feminine Linie wird mit kleinen, frechen Elementen wie einem breiten Schlag bei ansonsten klassischen Elementen unterbrochen. Diese sind schmal geschnittenen 7/8-Hosen, viel Beinfreiheit zeigende, tief geschlitzte Wickelröcken und breite, in üppige Volants gelegten Säume. Überhaupt sind Volants neben Transparenz und Glitzer ein großes Thema. Sie finden sich bei Blusen, gerafften Röcken sowie Kleidern wieder.

Nach diesem sehr ungezwungenen, aber dennoch femininen Einstieg wird die Kollektion leider ein wenig unübersichtlich und die Fülle der unterschiedlichen Looks sind schwer unter einen (modischen) Hut zu bringen. Wir sehen maritim anmutende Freizeitlooks in Unifarben mit Bicolor- Längsstreifen an den Säumen und zeitlose Weite-Blusen-Weite-Hosen-Kombinationen mit hochgeschnürter Taille. Auch bedruckte Boxershorts mit Bustiers zu langen Kimonos, Overalls und bestickte, paspelierte Trägerkleider gehören zu der vielschichtigen Kollektion. Die Farbpalette ist auch hier überschaubar: Maritimes Blau trifft auf Weiß, mit kurzen Exkursen zu roséfarbener Spitze und floral gemustertem Rot. Mit reinen Pailletten besetzte Miniröcke und luftige, tief ausgeschnittene Musterprintkleider runden die Schau ab.

Maritime Streifen an navyblauen Zweiteilern gehören genau so wie Spitzenkleider und transparente Shirts zu der Laurèl-Kollektion.   Copyright: Cosima Scholz für styleranking

Zwei Trends nehme ich dann doch noch aus dieser Fülle an unterschiedlichen Looks mit: Strickpullis mit überdimensional großem V-Ausschnitt dürfen auch gern mit einseitig von der Schulter herabhängen Ärmeln getragen werden. Und selbst zum elegant durchscheinenden Abendkleid darf gern mal ein sportlicher schnürloser Sneaker oder eine plüschbesetzte Sandale kombiniert werden. Alles in allem eine sicherlich gelungene Schau mit vielen tragbaren Looks, einer deutlich verjüngten Linie, aber aber auch wenig großen Überraschungen.

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