Lederjacken 2017

Großer Lederjacken-Guide: Die neuen Styles und wie du sie trägst

Katrin Völkner
Von Katrin Völkner
02.10.2017 / 11:00 Uhr

Sie ist auf jeder Fashion Week zu sehen und wird seit Jahrzehnten rauf und runter gestylt. Mal zum Denim-Look, mal zum Kleinen Schwarzen. Sie ist der lässige Klassiker im Schrank. Jeder hat mindestens eine davon – egal ob Biker, Rocker oder Modemädchen. Aber warum eigentlich? Was ist so besonders an der schwarzen Lederjacke und wie wird sie 2017 getragen?

Caroline de Maigret stylt sie zum Undone-Look, Model-Kollegin Kate Moss zu schwarzen Destroyed-Jeans und Boots und Influencerin Caro Daur kombiniert sie als Stilbruch zum weißen Boho- oder Blumenkleid. Lederjacken holen Outfits, die einen Tick zu elegant sind, auf den Boden zurück. Sie verleihen ihnen eine gewisse Coolness. Dass wir sie bis heute mit Rock'n'Roll und Rebellion verbinden, liegt mit Sicherheit an ihrer langen Geschichte...

Bei Caro Daur stimmt wirklich jedes Detail, am liebsten würde ich ihre Looks 1:1 kopieren... Wie dieses wunderschöne Duo aus Blumenkleid und Lederjacke von Marc Cain! Es handelt sich um eine typische Bikerjacke, die aber einen Tick weiter geschnitten ist als in den vergangenen Saisons.   Copyright: Getty Images / Timur Emek

Vom Inbegriff der Rebellion zum rockigen It-Piece auf Straße und Catwalk

Am Anfang der Bikerjacke stand die "Perfecto", die ursprünglich 1928 für Motorradfahrer entworfen wurde. Typisch: Der kurze Schnitt und Biker-Elemente wie ein Gürtel, vier kleine Taschen, Schulterklappen und vor allem der asymmetrisch eingesetzte Reißverschluss. Berühmt wurde sie in den 50er-Jahren als Marlon Brando sie vor der Kamera trug. In den 70ern erklärte die Punkband Ramones sie zu ihrem Markenzeichen. Und schon hatte die schwarze Lederjacke ihr jugendliches Rebellen-Image, das untrennbar mit Subkulturen, der Punk- und der Rockerszene assoziiert wird. Insbesondere wegen ihrer bewegten Vergangenheit, bildet die Lederjacke bei uns Mädels von heute einen so schönen Kontrast zu braven Kleidern und akkuraten Looks.

Less is More. So lautet das Motto von Australiens Blogger-Pionierin Sara Donaldson, die seit 2008 auf Harper and Harley bloggt. Hier zeigt sie, wie schnell man einen coolen Look stylt: Simples, langes Kleid, Sneakers und dazu eine Lederjacke. Hach, Minimalismus kann so schön sein!   Copyright: Getty Images / Caroline McCredie

Fast zeitgleich mit der Bikerjacke kam die lederne Fliegerjacke im typischen Blousonstil mit Bündchen und Pattentaschen zum Einsatz. Ursprünglich von US-Piloten im zweiten Weltkrieg getragen, erobert sie sich heute immer wieder – in Abwandlungen – ihren Platz auf den Laufstegen. 2017 besonders beliebt: Modelle mit Lammfellfutter und -kragen in Schwarz.

Ob Biker-, Aviator-, Oversize-Jacke oder Lederblazer – es lohnt sich immer in Lederjacken zu investieren. Auch wenn ich persönlich nie genug Lederjacken haben kann, im Grunde reicht eine schwarze Lederjacke völlig aus. Sie ist so vielseitig, dass du sie zu jedem – wirklich jedem – Outfit tragen kannst. Und sie wirkt immer wertig, denn man sieht sofort, dass du mindestens 100 Euro dafür hingeblättert hast.

Masha Sedgewick kombiniert ihre simple Bikerjacke zu Röhrenhose und weißem Shirt. Hier siehst du, wie gut und edgy so ein simpler Look aussehen kann:

Wie du den roughen Stylingpartner am besten kombinierst

Die Stylingmöglichkeiten sind nahezu unendlich. Am schönsten wirkt die schwarze Lederjacke allerdings, wenn du sie zu mädchenhaften oder eleganten Kleidungsstücken kombinierst. Zusammen mit einem weiteren derben Element, z.B. flachen Boots oder Netzstrümpfen wirkt das Gesamtbild rund. Du willst konkrete Tipps? Dann sieh dir die Ideen der Influencerinnen in unserer Bildergalerie an oder setze auf eins dieser unschlagbaren Ensembles:

  • Bikerjacke, Blumenkleid und Stiefeletten, dazu eine XL-Bag
  • Nietenjacke, Longbluse, Jeans und Boots, alles in Schwarz
  • Pilotenjacke, Kuschelpulli und Jeans für den typischen Herbstlook
  • Bikerjacke, Maxikleid und Sneakers fürs Schwarz-Weiß-Outfit
  • Blumenbestickte Jacke, Plisseerock, Netzstrümpfe und Schnürbooties

Wenn es nach Dana von How I met my outfit geht, sieht der Casual-Look für den Herbst folgendermaßen aus:

Nur von einem solltest du die Finger lassen: Kunstlederjacken. Denn sie werden den originalen Look niemals hinbekommen. Nichts geht über den roughen Look (und Geruch) von in die Jahre gekommenem Leder und das Abgetragene einer echten Lederjacke. Die kann gerne Secondhand erstanden werden. Denn genau das Unperfekte ist 2017 perfekt und bietet den notwendigen Kontrast zum Angezogenen, Geblümten und Gerüschten der beginnenden Herbst/Winter-Saison.

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