Luxuriöse Accessoires

Höchste Zeit für Luxus - hochwertige Uhren als Wertanlage

Julia Schichler
Von Julia Schichler
03.10.2015 / 13:00 Uhr

Wenn wir die Uhrzeit wissen möchten, schauen wir auf unser Smartphone. Dafür brauchen wir keine Uhr am Handgelenk. Aber wieso trägt dann fast jeder noch eine mechanische Uhr? Weil sie mittlerweile viel mehr sind als nur ein Zeitmessgerät: Frauen lieben es auffällig, bei Männern dienen sie als Statussymbol. Wer etwas auf sich hält, trägt eine teure, vielleicht antike, zumindest angesagte Markenuhr. Richtige Liebhaber werden sogar im Internet fündig. Der Onlineshop Chronext spezialisiert sich auf Luxusuhren und bietet auch Einzelstücke, deren Werte nicht selten im sechsstelligen Bereich liegen. Einmal ergattert möchten die luxuriösen Accessoires gut geschützt werden: Die Versicherungsgesellschaft Hiscox hat es sich zur Aufgabe gemacht, solch wertvolle Uhrensammlungen zu versichern. Wir haben mit Tobias Wenhart, Manager Products and Underwriting bei Hiscox, und Tobias Stark, Werkstattsleiter bei Chronext, über die kostspieligen Uhren gesprochen.

Wertvolle Sammlerstücke - Uhren gelten als beliebte Geldanlage.   Copyright: Stefan Schaal für Hiscox

styleranking: Herr Wenhart, was lassen Ihre Privatkunden bei Ihnen versichern?

Tobias Wenhart: Das kann tatsächlich sehr unterschiedlich sein. Grundsätzlich versichern wir alles, was sich im Haus befindet. Männer versichern ihre Uhrensammlung oder auch einzelne Uhren, wenn sie ganz besonders wertvolle Stücke besitzen. Bei Frauen kann das auch gerne mal der Kleiderschrank sein. Viele Kunden wissen zu Beginn überhaupt nicht, welche Werte sie zuhause im Schrank haben.

styleranking: Ab wann zählen Uhren zum Luxussegment?

Tobias Stark: In unserem Uhrenshop führen wir Uhren ungefähr ab 1000-1500 Euro, das ist auch ungefähr die gängige Grenze in diesem Segment. Nach oben gestalten sich die Preise dann fast grenzenlos. In unserem Sortiment finden Sie auch einige Uhren ab 200 000 Euro und aufwärts. Grundsätzlich ist die Uhr in diesem Segment schon lange kein reines Zeitmessinstrument mehr, sondern purer Luxus und Schmuck.

styleranking: Und die Kunden kaufen auch in diesem Preissegment online?

Tobias Stark: Tatsächlich ist das Vertrauen so groß, dass auch die sehr teuren Uhren bei uns im Internet bestellt werden. Es zeichnet sich aber ab, dass deutsche Kunden noch etwas zaghafter und skeptischer beim Online-Shopping sind. In anderen europäischen Ländern haben die Kunden überhaupt kein Problem damit, auch eine Uhr für eine halbe Million bei uns zu bestellen.

styleranking: Wer ist der typische Chronext-Kunde?

Tobias Wenhart: Es ist immer noch so, dass Männer die größeren Uhrenliebhaber sind und sich eher eine Sammlung anschaffen. Frauen kaufen sich Uhren immer noch als Schmuckstücke, für Männer dienen sie oft als Wertanlage. Schwerpunkte liegen dann auf Klassikern und besonders wertigen Uhren, die auch nicht unbedingt immer getragen werden. Viele Sammlungen liegen nur im Safe. Frauen schauen da eher auf die Optik und möchten die Schmuckstücke ausführen. Der Unterschied besteht vor allem darin, dass die Hochwertigkeit der Damenuhren sich über Brillanten und Diamanten definiert. Männer achten besonders auf die Technik.

Tobias Stark: Da stimme ich zu. 95 Prozent unserer Kunden im hochpreisigen Uhrensegment sind Männer. Und die tragen die Uhren nicht nur für die Uhrzeit, sondern auch als Statussymbol.

Trotz Apple Watch und Co.: Viele Anleger investieren in mechanische Uhren.   Copyright: Stefan Schaal für Hiscox

styleranking: Bei aller Klassik und Zeitlosigkeit – zeichnen sich auch im Uhrensegment aktuelle Trends ab?

Tobias Wenhart: Sogar als Versicherer nehmen wir diese Unterschiede wahr. Momentan ist die Marke Panerai mit ihren auffälligen, großen Stücken sehr beliebt. Bei Marken wie Rolex zeigt sich die Nachfrage immer sehr konstant, die sind zeitlos.

Tobias Stark: Natürlich ist die Mode nicht so schnelllebig und wechselhaft wie beispielsweise im textilen Bereich. Trotzdem erkennen wir immer wieder, dass bestimmte Uhren besonders gefragt sind. Im Moment sind das zum Beispiel monochrome Uhren. Komplett schwarze Uhren werden gerade sehr stark nachgefragt.

styleranking: Gibt es irgendwann überhaupt noch Qualitätsunterschiede?

Tobias Stark: Je komplizierter die Mechanik, desto länger braucht ein Uhrmacher auch, um sie zu fertigen. Ab einem Segment von 50.000 Euro macht genau dieser Fakt den Unterschied. Das sind alles Einzelstücke, die in Handarbeit gefertigt werden. Man bezahlt dann auch diese Arbeitsleistung.

styleranking: Gerade erst hat Apple die neuen Produkte vorgestellt, auch neue Smart Watches. Schwindet dadurch das Interesse für Luxusuhren als Wertanlage?

Tobias Stark: Nach wie vor gehe ich nicht davon aus, dass diese Entwicklung irgendwelche Auswirkungen auf unsere Branche haben wird. Mechanische Uhren sind immer noch ein einzigartiges Handwerk, in das Kunden und Liebhaber gerne investieren. Vielleicht werden sie dadurch sogar noch interessanter!

styleranking: Vielen Dank für das Gespräch!

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