MBFWB Sommer 2016

Hyères-Gewinnerin Annelie Schubert: Die Revolution der Kittelschürze

09.07.2015 / 14:56 Uhr

Von Moritz Lindert (Text) und Cosima Scholz (Fotos)

Immer wenn das Modemagazin Elle und Mercedes-Benz im Rahmen der Fashion Week zu ihrer Exchange Designer Show laden, ist ein modisches Highlight garantiert. In dieser Saison konnte Annelie Schubert, die frisch gebackene Gewinnerin des südfranzösischen Hyères-Festivals, gewonnen werden. Die Deutschfranzösin gewann den Modepreis für ihre experimentelle Kollektion „Aprons". Mit schwerer Wolle und schwebenden Organzastoffen erforscht die 29-Jährige die Schürze und beweist: Dieses Kleidungsstück ist alles andere als altbacken.

Vorne lang, hinten kurz – die gesamte Kollektion hindurch orientiert sich Annelie Schubert an der Silhouette der klassischen Kittelschürze. Voluminöse Walkstoffe und Tweeds werden um die Hüfte gegürtet, leichte Seiden und Georgettes blitzen gerafft darunter hervor. In Mänteln, überlangen Strickpullovern und Capes setzt sie die innovative Form um – von einer biederen Schürze ist dies weit entfernt.

Annelie Schubert beherrscht es, ihre Materialien mit tiefen Falten und Drapierungen in Szene zu setzen. Unter einem weiten Kaftan-Schnitt lugen transparente Saumspitzen hervor. Die Kanten eines Mantels werden als Tunnelzug gerafft. Und an der Front eines nussbrauen Capes windet und drapiert sich eine zweifarbige Wolle. Sie zeigt eine Variation an hybriden Kleidungsstücken, die zwischen immer wieder zwischen Mantel, Schürze und textilem Kunstobjekt changieren.

Mit diesen Outifts brachte die Designerin nicht nur die Models in Schwitzen.   Copyright: Cosima Scholz/styleranking

Pudrige Creme- und Cameltöne bestimmen die Kollektion und werden mit dunklem Waldgrün und Rostrot akzentuiert. Die Farbrange ist gedeckt, die Materialien füllig. „Aprons" mutet eher wie eine Winterkollektion an, die Looks haben keinen südfranzösischen Sommerhauch aus Hyères mitgebracht. Tatsächlich ist Annelie Schuberts Mode räumlich kaum zu verorten. Sie ist nicht deutsch und nicht französisch, nur von nüchterner, reicher Eleganz.

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