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Isabel Marant loves Wuppertal: Diese deutschen Modedörfer sind der Hit

Moritz Lindert
Von Moritz Lindert
13.08.2015 / 10:00 Uhr

Schwebebahn und Bergisches Land, Tanztheater und High Fashion - passt nicht? Passt doch. Designerin Isabel Marant huldigt in der Herbstkollektion ihres Casual-Labels Étoile nicht nur den größten Stars der Tanzkunst, sondern macht auch eine deutsche Stadt zur Modeikone. Auf Sweatshirts und Beanies strickt sie eine plakative Hommage an Wuppertal und seine berühmte Choreografin Pina Bausch. Taugt Wuppertal mit dem schrillen Wording zur nächsten Fashion-Metropole? Und welche anderen Modekäffer mausern sich bald in Deutschland zum stylishen Hotspot? Wir haben euch die verschlafenen Modeperlen von der Landkarte gepickt.

Isabel Marant erklärt in ihrer neuen Kollektion Wuppertal zum Modemekka.   Copyright: Isabel Marant PR

Wenn in diesem Herbst hunderte Fashionistas über die Gehsteige von Paris und New York stöckeln und dabei eine der wolligen Wuppertal-Mützen von Étoile Isabel Marant tragen, haben sie vermutlich keinen blassen Schimmer, wer oder was Wuppertal überhaupt ist. Madame Marant ist natürlich selbst mit der Stadt vertraut, schließlich hat sie deutsche Wurzeln. Für den Rest der Modewelt ist Wuppertal aber ein unbeschriebenes Blatt. Nun ist Schluss mit dem blinden Fleck auf der Modelandkarte, denn mit ihrer Kollektion rückt Isabel Marant das Fashiondörfchen ins rechte Licht. Die Kunst des Tanzes inspiriert sie zu lässigen Silhouetten und Layering-Looks. Mit auffälligen Schriftzügen erinnert sie dabei an die Wuppertaler Tanzikone Pina Bausch und ihr erfolgreiches Stück "Komm tanz mit mir" von 1977. Die Tanzfreunde freut's, die Modefans noch mehr. Bei Matches Fashion gehen die knalligen Mützen bereits weltweit über die virtuelle Ladentheke, vollkommen egal, was es mit dem ulkigen deutschen Wort mit den vielen Konsonanten auf sich hat.

Wuppertal goes Fashion - in diesem Winter werden hunderte Fashionistas die deutsche Ruhrstadt auf dem Kopf tragen.   Copyright: Matches Fashion

Höchste Zeit also, dass sich auch die anderen deutschen Käffer bemerkbar machen. Modemetropolen kann es schließlich nie genug geben. Worpswede, Bützow und Rüdesheim heißen die neuen Epizentren der Modeindustrie - je trashiger der Ortsname, desto heißer die Capsule Collection. Warum also nicht eine gesteppte Chanel 2.55, stilecht mit perlenbesticktem Schriftzug von Bad Bramstedt - der Geburtsstadt von Karl Lagerfeld. Ein wenig Lokalpatriotismus stünde dem alteingesessenen Modepapst sicherlich gut zu Gesicht. Und die Bramstedter It-Bag wäre dann die perfekte Ergänzung zu Wuppertaler Mützen, Heidi-Klum-Shirts aus Bergisch Gladbach und echten Adidas Sneakers mit dem knackig-kurzen Wording: Herzogenaurach - catchy, oder? Bei Shopping King Guido Maria Kretschmer werden in der nächsten Saison die edlen Abendroben mit Ortschildern von Warendorf bis Herzebrock-Clarholz bedruckt. Und wenn sich nun noch ein Designer für eine exklusive Joseph Beuys Artsy Collection fände, käme auch Krefeld endlich zum lang ersehnten Moderuhm.

Wozu also die Aufregung, wenn sich die Branche in Berlin Gedanken um die deutsche Modelandschaft macht? Fashion boomt und statt Back to the Streets heißt es bald Back to the Waldweg. Von Wanne-Eikel bis Tuttlingen, von Buxtehude bis Puffendorf - so provinziell war Mode noch nie. Dass das dann auch noch cool aussieht, überlassen wir Designprofis wie Isabel Marant.

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