MBFWB Sommer 2018

Lena Hoschek zündet ein alpin-fokloristisches Farbfeuerwerk

Bettina-Isabelle Müller
Von Bettina-Isabelle Müller
05.07.2017 / 10:20 Uhr

Fotos von Cosima Scholz

Nostalgie - das Wort, das einem als Erstes in den Sinn kommt, wenn man an die Mode des selbst ernannten „Stofftrüffelschweins“ Lena Hoschek denkt. Die Österreicherin schafft es gekonnt, mit ihrer Retromode und den lasziven Pin-up-Elementen der 40er und 50er Jahre die Ära legendärer Filmgöttinnen wieder aufleben zu lassen. Modische Sexyness verknüpft sie bei der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin vor allem mit einer ordentlichen Prise Humor.

Auch dieses Mal sind die Reihen voll besetzt und eine spannungsvolle Erwartung liegt in der Luft. Garantiert der Publikumsliebling doch eine bunte Gute Laune-Schau. Fröhlicher, von Gitarren untermalter Folkloregesang setzt ein. Model Franziska Knuppe eröffnet die Schau „Kiss me Piroschka“ mit einem roten, knapp über dem Knie endenden Kleid mit bedruckten Rosenblüten. Der eingenähte und folkloristisch bestickte Tunikakragen durchbricht den Alpen-Romantikcharme. Ebenso wie die gleichfarbigen, frech hochgeschnürten Stiefel, die dem Look einen Hauch Koketterie verleihen. Man weiß noch nicht genau, wo die Reise hingehen soll. Alpen-Glam meets Folklore-Chic trifft es wohl am ehesten.

Model Franziska Knuppe bei der Lena Hoschek Show im gemusterten Bandeau-Maxikleid.   Copyright: Cosima Scholz für styleranking

Und Frau Hoschek treibt es bunt weiter. Sie kombiniert Strickpullis mit neckischen, kleinen Volants an Schulter und Ärmelsaum. Oder luftige schulterfreie Blusen in Kombination mit schwingenden, üppig bestickten Röcken oder Röcken mit floralen Prints. In der Überzahl befinden sich definitiv taillierte Kleider mit weitem Rock oder Folklore-Blusen - lässig in Tellerröcke gesteckt oder am Bauchnabel geknotet. Bei Letzterem muss die Designerin nicht mal die Musterungen des Ober- und Unterteils harmonisch aufeinander abstimmen. Ihre vogelfreien Kombinationen bereiten Lust auf wilde Experimente am heimischen Kleiderschrank.

Dazwischen schieben sich aber auch ganz figurnah geschnitten, reich mit Ornamenten verzierte Kleider, Korsagenkleider aus roter Spitze mit Mulitcolor-Taillengürtel oder bodenlange Varianten. Eine fast schon Reiz überflutende Kollektion mit einem bunten Gemisch aus üppigen Stickereien, Fransen und schellenden Kettenapplikationen. Lena Hoschek mixt sie frank und frei mit- und untereinander. Als eine der wenigen Konstanten in dieser Kollektion springt dem Zuschauer blutrote Farbe entgegen, die in beinahe jedem Outfit zu finden ist. Sie zieht sich sogar bis zum leuchtend rot geschminkten Lippenstift, kirschrot lackierten Nägeln, roten Stiefeln, Sandaletten oder Stiefeletten mit Cut-Outs durch.

Corsagen-Details an wallenden Blümchen-Maxikleidern mit einem zum Gürtel gebundenen Zigeuner-Tuch.   Copyright: Cosima Scholz für styleranking

Nach und nach übernehmen Folkloreelemente dem tragenden Part und drängen sämtliche, vorher noch zusätzlich durch halbseitig gebundene Bauernzöpfe und Blumenschmuck im Haar geschürte Verknüpfungen mit gemütlichem Alpencharme weit nach hinten. Dieser Eindruck wird verstärkt durch den üppigen Einsatz von reich verziertem Hals-, Ohr- und sogar Handschmuck und baumelnden Kettengürteln. Lena Hoschek hat ein wahres Farbfeuerwerk geschaffen, dass pure Lebensfreude ausstrahlt.

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