Trendproofed

Lenis Lagen-Look: So klappt Layering auch im Winter

12.02.2015 / 18:00 Uhr

Fragt man nach der gefühlten Temperatur im Winter, würden die Antworten wahrscheinlich so unterschiedlich ausfallen wie Lady Gagas Kostüme zu ihren besseren Zeiten. Mal scheint die Sonne, mal friert einem das komplette Gesicht weg, sobald man sich kurz aus dem Haus traut. Wie soll man da bloß etwas Passendes zum Anziehen finden? Die nächste Schwierigkeitsstufe der Outfitsuche ist wohl dann erreicht, wenn sich das Szenario im Winter und im Ausland abspielt. Am Wochenende wagte ich einen Kurzstrip nach London und stand mal wieder vor der Frage: Was nehme ich bloß mit? Blind der Wetter-App vertrauen? Auf Risiko spielen? Oder clever packen? Letzteres schien mir die beste Lösung zu sein und rausgekommen ist mein neuer Lieblingstrend: Layering!

Statt dicker Pullis einfach mal eine Bikerjacke unter dem Mantel tragen - wirkt stylish und hält genauso warm!

Ja bitte!

An sich nichts Neues, stellt gekonntes Layering aber gerade im Winter eine interessante Challenge dar: Während man im Sommer wie selbstverständlich einen Cardigan für den kühleren Abend einpackt, muss man im Winter zu jeder Tageszeit gegen Wind, Wasser und eisige Kälte gewappnet sein - und natürlich trotzdem gut aussehen. Natürlich ist man mit dicken Pullovern, warmen Socken, Schal und Mütze gut beraten, aber irgendwann sieht man sich an all dem Strick satt und will etwas Neues, ohne gleich zu einer Eisstatue zu erstarren. Was also tun? Mantel über Bikerjacke tragen! Wenn man sich jahrelang nach dem gleichen Schema angezogen hat, wirkt das auf den ersten Blick etwas merkwürdig. Findet man aber den richtigen Schnitt, entpuppen sich Mäntel und Jacken schnell als absolutes Traumduo, das gemeinsam gegen die Tücken des Wetters kämpft. Wichtig ist dabei nur, dass der über der Bikerjacke getragene Mantel einen lockeren Schnitt hat und nicht einengt - schließlich will man gerade als Tourist allerlei peinliche Posen ausprobieren oder auch mal der Queen zuwinken. Und wer keine Lust auf ewigen Kopfzerbrechen hat, greift einfach auf Unifarben zurück, die im besten Fall etwas vom Muster aufgreifen, falls man Karos, Pünktchen oder Prints doch nicht widerstehen
konnte. Und sollte der unwahrscheinliche Fall einer Temperatursteigung doch noch eintreten, einfach schnell den Mantel ausziehen, über den Arm werfen und dank der Lederjacke trotzdem wetterfest gekleidet sein. Easy, oder?

Wichtig beim Kombinieren der Lagen: etwas Dünnes als Basis wählen, damit die einzelnen Schichten nicht auftragen und man sich darin gut bewegen kann.

Bitte nicht!

All die No-Gos habe ich beim Packen unfreiwillig ausprobiert, das kann ich euch versichern. Was ich dabei gelernt habe? Mit einem dünnen Oberteil anfangen! Streift man sich nämlich schon zu Beginn einen dicken Pulli über, bleibt kaum noch Raum für weitere Layers und gerade im Bereich der Ärmel spürt man schnell, wie eingemummt man ist. Und noch eine bittere Lektion: was bei den über-stylishen Streetstyle-Stars gut aussieht, funktioniert im Alltag leider nicht wirklich. Selbst wenn auf dem Foto zehn Lagen verschiedener Farben untereinander hervorgucken und alles wie zufällig übereinandergeworfen aussieht, kann ich euch versichern: ist es nicht. Und im echten Leben wirkt man schnell so, als hätte man eine Wette verloren. Lady Gaga würde es vielleicht noch als Styling verkaufen. Wir Normalsterblichen prüfen den Look lieber zwei Mal im Spiegel - und hoffen auf mildere Tage!

Damit das Outfit stimmig wirkt: Die Farben eines gemusterten Kleidungsstücks in der Jacke, im Mantel oder in den Accessoires wieder aufgreifen.
Follow us