London Fashion Week Spring/Summer 2018

London Fashion Week: Topshop zelebriert Rebellion und Revival

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
18.09.2017 / 17:41 Uhr

Welcher Weg ist der beste, eine Fashion-Show erfolgreich zu eröffnen? Das gefragteste Model der Welt auf den Catwalk schicken, wäre eine Option. Eine, die Topshop Unique in diesen Tagen gerne nutzt. Auf der London Fashion Week präsentiert das britische Label eine - tja, was eigentlich? Dazu später mehr. Topshop zeigt in jedem Fall eine Kollektion und sichert sich niemand geringeren als Adwoa Aboah für das Opening der Show. Trotz der vertikalen Ausrichtung des Unternehmens und der, im Vergleich zu vielen anderen Labels, moderaten Preispolitik, fehlt es Topshop nicht an Relevanz. Topmodel Kate Moss und ihrer 14-jährige Tochter Lila Grace besuchen die Show, ebenso wie der britische Unternehmer Sir Phillip Green. Topshop bewegt sich am Puls der Zeit. Denn nicht nur die Platzkarteninhaber der London Fashion Week dürfen am aktuellen Design teilhaben. Topshop demokratisiert die Mode. Was das für dich bedeutet, erfährst du hier.

„See-now-buy-now“. So lautet das Prinzip, nach dem mittlerweile viele Shows funktionieren. Was gerade noch auf dem Laufsteg zu sehen war, befindet sich kurze Zeit später oder sogar zeitgleich im Onlineshop. Auch Topshop arbeitet nach diesem Prinzip. Die Styles frisch von den Londoner Fashion Week sind auf Topshop.com bereits jetzt käuflich zu erwerben. Aber um was für eine Kollektion dreht es sich genau? Auf der Hand liegt, dass es sich um eine Frühjahr/Sommer Kollektion für die Saison 2018 handelt. Das besagt zumindest der Fashion Kalender. Aber jetzt schon Mode für die nächste Saison kaufen? Und vor allem: Fake Fur-Mäntel und Wollpollunder im Sommer?

Topmodel Abwoa Aboah eröffnet die Topshop-Show. Sie gilt aktuell als gefragtestes Model der Welt.   Copyright: catwalkpictures

Die Show von Topshop zeigt plakativ, wie sehr der festgefahrene Modekalender aktuell aufbricht. Weihnachtlich anmutende Perlenverzierungen neben ultrakurzen Satinshorts, Mini-Kleider in aggressivem Metallic-Rot neben halbtransparenten Volant-Designs. Die Grenzen der saisonalen Mode sind ausgehebelt. Gezeigt wird, was der kreative Output der Designer hergibt. Und nicht, was Wetter oder Schauenplan vorgeben.

Das bedeutet allerdings nicht, dass im Zentrum der Topshop-Show die Kritik an einer ganzen Branche steht. Bezugnehmend auf das Soho-Nachtleben der 90er Jahre inszeniert das Label metallische Accessoires, sportive Bomberjacken mit verzierten Zippern oder ultrakurze Miniröcke in schlichtem, rosafarbenen Glattleder. Ein Comeback hemmungsloser Partynächte inmitten der schrillen 90er Jahre, irgendwo im szenigen New York City. Körperbetont, kurz, funkelnd. Eigentlich von allem ein bisschen zu viel.

Nun sollten kommerzielle Ansprüche nicht an kreatives Fashiondesign gestellt werden. Topshop allerdings kommerzialisiert seine Show bis ins letzte Detail. Stichwort: Onlineshop. Wie tragbar sind also die Styles der britschen It-Brand? Das Label bezieht sich mit der Kollektion auf ein zu Gänze ausgeschlachtetes Jahrzehnt. Mal wieder. Denn Topshop und 90er? Das kommt uns irgendwie bekannt vor. Betrachtet man die Looks in den Stores, begegnet einem das hippe Jahrzehnt an allen Ecken. Damit trifft Topshop zielsicher den Nerv der Zielgruppe. Die Looks sind ultracool. Street-Style kompatibel. Schreien nach Aufmerksamkeit. Und machen vor allem deutlich, dass der Träger sich mit Mode auseinandersetzt. Auch wenn bei so viel 90er Chic die Äshetik teils auf der Strecke bleibt, für bezahlbaren Street-Style Rummel werden die Teile auf jeden Fall sorgen. Vermutlich bereits in den nächsten Tagen, wenn die ersten Bestellungen aus dem Onlineshop bei den Fashionistas eintreffen.

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