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Lovely Leo: How to wear Animal-Print ohne Tussialarm

Leni Garibov
Von Leni Garibov
20.08.2015 / 15:06 Uhr

Man sagt, Klischees würden nicht von ungefähr kommen - und tatsächlich ertappe ich mich selbst immer wieder dabei, wie ich in Schubladen denke, was manche Themen betrifft. Wo andere Witze auf Kosten von Frauen und Technik machen oder über Berliner Hipster mit Hornbrillen schmunzeln, sind es bei mir oft Kleidungsstücke mit Tierfellmustern, die den „Tussialarm“ in meinem Kopf auslösen. Gleichzeitig finde ich Vorurteile jeder Art blöder und peinlicher als Donald Trumps Frisur und ärgere mich über meine eigene Denkweise. Also wollte ich mir selbst beweisen, dass - zumindest in der Mode - alles geht.

Animal Print ist Tussisache? Von wegen! Richtig kombiniert, taugt Leopardenmuster sogar fürs Büro.   Copyright: Leni Garibov für styleranking

Ja bitte!

Um gleich mit unnötigen Klischees weiterzumachen: Meinen neuen Selbstversuch habe ich gleich in der Stadt gestartet, die wohl am ehesten mit Tiger-und Leopardenmuster assoziiert wird, Moskau. Doch zum Einen habe ich keine einzige Frau entdeckt, die das Vorurteil bekräftigt, zum anderen aber direkt ein Kompliment für meine Hose bekommen, die schon viel zu lange auf ihren
Einsatz gewartet hat. Schließlich ist sie nicht gerade unauffällig und damit läuft man schnell Gefahr, overdressed zu wirken.

Während Schwarz etwas düster wirkt, sind helle Töne eine gute Möglichkeit, Animal Prints zu neutralisieren.   Copyright: Leni Garibov für styleranking

Im Umkehrschluss heißt das aber: Manege frei für Basics! Ob schlichte T-Shirts, unauffällige Schuhe oder strenge Basics: Wer kein Fan von Schmuck und Accessoires ist, wird Animal Print lieben. Mein persönlicher Favorit dabei: Weiß. Der Kontrast zu Schwarz wirkt schnell zu grob und düster, während aber helle Töne das Outfit auflockern. Mein eher spießiger, aber heißgeliebter Leinenblazer hat durch die Seidenhose und ein schlichtes Top das ultimative Upgrade bekommen. Die goldene Brille samt passender Hardware der Tasche geben dem Look den letzten Schliff. Wer Tiger, Leo oder Zebra nicht zu wörtlich nehmen möchte, kann die Muster auch in Pop-Art verwandeln und sie in grellem Rot, Türkis oder Gelb tragen. Ein weiterer Vorteil den echten Tierfellen gegenüber: Es muss kein Tier leiden und man kann seine Fantasie richtig ausleben.

Schlichte Basics sind die perfekte Wahl, wenn eine passende Kombination für Tiger, Leo & Co. gesucht wird.   Copyright: Leni Garibov für styleranking

Bitte nicht!

Beim besten Willen kann man aber nicht abstreiten, dass Klischees nicht von Ungefähr kommen. Konkret heißt das: Die Obertussi, die Animal Prints ihr schwieriges Image verpasst hat, trug höchstwahrscheinlich billige Polyesterleggings mit Leopardenmuster, die sie mit anderen Prints und neonpinkem Lippenstift kombinierte. Sie machte uns somit die Sache ziemlich einfach.
Wer ihrem Beispiel nicht folgt, ist auf der sicheren Seite. Mit edlen Materialien, gekonnter Kombi mit schlichten Basics und passenden Farben löst man jedes Vorurteil in Luft auf und kann von sich behaupten, einfach nur tierisch gut gekleidet zu sein.

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