BERLIN FASHION WEEK SPRING/SUMMER 2019

Marina Hoermanseder zaubert Couture Looks nach Berlin

Von Franziska Gajek
05.07.2018 / 17:49 Uhr

Fotografen stöhnen über die Mittagshitze, während sie Influencer wie Paola Maria oder Riccardo Simonetti am Red Carpet ablichten. Vor dem Eingang des E-Werks hat sich eine Reihe Schaulustiger versammelt, deren Blicke von den außergewöhnlichen Looks der Gäste angezogen werden. Strap Skirts soweit das Auge reicht.

Designern Marina Hoermanseder lädt zum Defileé ihrer Spring/Summer 2019 Kollektion ein. Ihre Gäste platziert sie heute in einem metallischen Open-Air-Kasten vor der offiziellen Location der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin. Wieder einmal wird Hoermanseder den hohen Ansprüchen ihres Publikums gerecht. Ihr gelingt eine Show, die dem Vergleich mit den Pariser Haute-Couture-Schauen standhält.

„Ich habe immer noch eine Gänsehaut.” „Diese Show: Gänsehaut pur.” Lobeshymnen für Marina Hoermanseder fressen sich durch das Stimmengewirr der Gäste, die eifrig und mit Fächern bewaffnet die Open-Air-Location verlassen. Riccardo Simonetti verrät: „Marina's Show war bis jetzt die beste der Fashion Week. Alles hat gestimmt." Fashionbloggerin Marina the Moss zeigt sich so begeistert, dass sie Marina Hoermanseder nach der Show übermütig in die Arme springt. Zwar neigt das modisch begeisterte Publikum durchaus zu überschwänglichen Lobeshymnen, doch Marina Hoermanseder setzt der Mode Euphorie die Krone auf. Woran liegt das?

Bloggerin Marina the Moss zeigt sich begeistert von der Marina Hoermanseder Kollektion.   Copyright: styleranking

Von Marina Hoermanseder erwarten wir Strap Skirts aus glänzendem Leder, die sich aus dem Fetisch heraus zu modischen Must-haves entwickeln. Wir erwarten It-Bags, lässige Schnitte und starke Farben. All das bietet Hoermanseder mit ihrer Show für Spring/Summer 2019.

Sie schickt eine Jogger-Kombination in grellem Fuchsia über den Laufsteg. Die sportlich geschnittene Jacke mit Reißverschluss wird von feinen Volants verziert. Hoermanseder präsentiert einen perlmutt funkelnden, transparente Strap Skirt zu einer Oversize-Bluse in schimmerndem Rosé. Und sie beschert allen Fashionistas eine neue It-Bag in Herzform, die unschuldig verspielt am Handgelenk des Models herunter baumelt.

Marina Hoermanseder präsentiert schwarzes Tüllkleid mit Bustier in Panzeroptik.   Copyright: John Phillips / Getty Images

All diese Looks bestätigen in ihrer Harmonie, warum Hoermanseder einem solchen Hype unterliegt. Ihr gelingt es immer wieder, die DNA ihres Labels neu zu interpretieren. Doch Gänsehaut lösen diese Looks nicht aus.

Hoermanseder wagt an diesem heißen Donnerstagmittag einen neuen Schritt. Sie bringt Couture ins Spiel - jene hohe Schneiderkunst, die eigentlich den großen Labels der Pariser Modeszene obliegt.

Hoermanseder schickt einen Strap Skirt aus rosé farbigem Tüll über den Runway. Sie verzaubert ihr Publikum mit einem dramatisch ausladenden Midikleid, dessen unzählige Lagen voluminösen Tülls bei jeder Bewegung des Models auf und ab wippen. Zu Donna Lewis I love you always forever sorgt das schwarze Kleid mit einem glänzenden Bustier in Panzeroptik für anerkennende Ohs und Ahs. Der fein gefaltete Tüll zieht sich durch die Kollektion und findet sich an Söckchen oder Strap Bustiers wieder.

Das Herzstück der Kollektion sind zwei skulpturelle Kleider.   Copyright: John Phillips / Getty Images

Das Herzstück der Kollektion: Zwei skulpturale Kleider, die an die Kostüme des triadischen Balletts von Oskar Schlemmer erinnern. Die Formen des weiblichen Körpers werden überproportional extrem in Szene gesetzt, hohe Krägen verdecken das Gesicht der Models beinahe gänzlich. Statisch, wie Figuren auf einer Spieluhr, bewegen sich die Models über den Laufsteg und zaubern das Flair der Haute Couture in die deutsche Hauptstadt.

Mit diesen Looks erzeugt Hoermanseder nicht nur Gänsehaut, sondern legt wieder einmal einen Zahn zu. Nach drei atemberaubenden Schauen in Folge, etabliert sich die Österreicherin als große, international gefeierte Designerin. Die Berliner können zittern. Sicherlich spielt Marina mit dem Gedanken, den nächsten Schritt zu gehen. Und der hieße Copenhagen, London oder noch eher New York.

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