Trendproofed

Palazzo-Hosen: Die Maxirock-Alternative für den Sommer

Von Leni Garibov
16.07.2015 / 16:52 Uhr

Normalerweise liebe ich es ja, nicht einfach nur trendige Outfits zu präsentieren, sondern eine kleine aber feine Geschichte drum herum zu erzählen. Eine witzige Story, eine lustige Anekdote. Kurz: Etwas, was das Ganze lebendig macht. Dass es beim Testen neuester Trends aber vollen Körpereinsatz erfordern würde, hätte sogar ich nicht gedacht - bis ich meine neue Palazzo-Hose spazieren trug und eine tief gehende Bekanntschaft mit dem Asphalt machen durfte.

Wie ein Maxi-Rock, nur besser: Palazzo-Hosen sind diesen Sommer einfach ein Muss!

Aber fangen wir von vorne an. Während der Mercedes-Benz Fashion Week Anfang des Monats beschloss ich, doch mal wieder etwas Neues, Außergewöhnliches zu probieren. Sneakers wurden gegen High Heels eingetauscht, der Pulli wich einer Seidenbluse und die Jeans machte einer superbreiten, superbunten und superschönen Hose platz. Diese durfte sich nur eines nicht nennen: superbequem. Beim Sprint zum Shuttle ergab die Kombination aus weitem Bein, hohen Absätzen und einer schweren Tasche etwas, das man Kollateralschaden nennt. Der Heel blieb im Saum stecken, die Schwerkraft tat ihr Übriges und das Hosenbein ziert jetzt ein hübsches Loch, das perfekt meine Wunde am Knie matcht. Und wisst ihr was? Ich bereue nichts!

Ja bitte!

Eine schöne Silhouette zaubern schmal geschnittene Blusen, Cropped Tops oder enge T-Shirts, wenn man sie zur weiten Hose kombiniert.

Palazzo-Hosen sind wohl das, was die letzten Jahre Maxiröcke waren. Unersetzbare Begleiter für den Sommer, die im Handumdrehen für einen dramatischen Auftritt sorgten und trotzdem alltagstauglich waren. Mit dem Unterschied, dass sie auch noch einen hübschen Hintern zaubern. In der Highwaist-Version gibt es ellenlange Beine gratis dazu. Und weil sie so großflächig sind, können sich Muster-Fans so richtig austoben. Von orientalischen Paisley-Prints bis zum Blumenmeer ist alles erlaubt, denn eigentlich gibt es nur zwei Regeln, die man beim Kauf beachten sollte: Der Stoff und die Länge. Ersterer darf niemals steif oder zu dick sein, sonst hat man schnell zwei dicke Säulen als Beine statt figurumschmeichelnder Silhouette. Und was die Länge betrifft - nun, da zeigt ja jetzt die Erfahrung - darf die Hose weder zu kurz, aber auch auf keinen Fall zu lang sein. Drei, vier Zentimeter über dem Boden sind perfekt, um auf der sicheren Seite zu sein. Hätte mir auch ruhig jemand vorher erzählen können!

Bei Mustern sind keine Grenzen gesetzt: Ob orientalischen Paisley oder Blümchen. Die Accessoires sollten aber schlicht bleiben, damit das Outfit nicht überladen wirkt. Hose: Weekday, Cropped Top: H&M, Jeansjacke: Levi´s, Tasche: MCM

Bitte nicht!

Wie es bei besonders schöner Kleidung nun mal so ist, ist sie oft nicht nur schön, sondern auch ziemlich tückisch. Die falsche Größe, das falsche Muster - und vor allem die falsche Kombi machen aus einem Wow-Piece ein Ähm-Outfit. Proportionen sind hier alles. Ein Cropped Top, eine schmale Bluse oder ein schlichtes T-Shirt gleichen den weiten Schnitt perfekt aus. Alltagstauglich werden sie mit einer lässigen Jeansjacke, denn um eine Sache kommt ihr wohl nicht herum - High Heels! Ob Plateaus, Stilettos, oder Wedges - flache Schuhe passen hier einfach nicht. Wobei in ihnen die Wahrscheinlichkeit sinkt, den Boden zu küssen. Aber spätestens jetzt ist es an der Zeit, Prioritäten zu setzen.

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