Fashion Week Paris Spring/Summer 2018

Paris Fashion Week: Die Highlights der Modewoche

Von Franziska Gajek
04.10.2017 / 17:23 Uhr

Klares Wasser fließt natürlich geformte Felsen hinab. Am Ende seines Weges prallt das kühle Nass klatschend auf einen stillen Bachlauf. Der Aufprall wirbelt feine Tröpfchen in die Luft – so fühlt sich ein stürmischer Tag am Meer an. Vor dem Felsen, der dem Wasser einen Weg ebnet, erstreckt sich ein breiter Holzsteg. In dessen Mitte steht eine Frau in Chanel.

Die Kollektionspräsentation von Chanel Kreativdirektor Karl Lagerfeld gehört zu einem von vielen besonderen Momenten der Fashion Week in Paris. Saint Laurent zeigt Mode vor der imposanten Kulisse des Eiffelturms, der Chefdesigner des Labels Valentino, Pierpaolo Piccioli, lässt sich von der Apollo-Landung auf dem Mond inspirieren. Viele Highlights, die wohl selbst für jene, die vor Ort waren, schwer zu überblicken sind. Aber keine Sorge. Wir schaffen Abhilfe, damit du beim nächsten Fashion Week-Talk bestens informiert bist. Bühne frei für alle Highlights von Balmain bis Vuitton.

In königlicher Manier

Der eine Louis verließ den Louvre zu Gunsten von Versailles, der andere Louis kehrt zu Gunsten der Mode in die ehemalige königliche Residenz zurück. Das Label Louis Vuitton zeigt die Frühjahr/Sommer-Kollektion 2018 in den geschichtsträchtigen Hallen des heute meistbesuchten Museums der Welt. Dass der Louvre nicht immer Museum, sondern ursprünglich Hauptsitz der französischen Könige gewesen ist, hat Designer Nicolas Ghesquière sicher gewusst. Denn die Kollektion, die er zeigt, hätte auch dem ein oder anderen Herrscher vergangener Tage zugesagt – lässt man die Satin-Shorts kurz außer Acht. Louis Vuitton präsentiert Mäntel mit Brokat-Stickereien, die stark an den Justaucorps erinnern. Ein Kleidungsstück, das Jahrhunderte lang die vornehme Männermode dominiert. Nicolas Ghesquière verwandelt diese historische Anleihe in einen weit offen stehenden Mantel verziert mit allerhand Prunk. Dazu kombiniert er zeitgemäßes Designs aus Leder, Kleidern mit tiefer Taille und Sneaker. Eine Kollektion, die dem französischen Erbe in jeglicher Hinsicht gerecht wird.

Chanel präsentiert eine Street-Style kompatible Kollektion, die den Charme des Labels in jeglicher Hinsicht bewahrt.   Copyright: Catwalk Pictures

Grande Show im Grand Palais

Dass Karl Lagerfeld der unangefochtene Meister großer Inszenierungen ist, gilt als hinreichend bekannt. Stichwort: Wasserfall. Dass er jede Saison Kollektionen mit dominant wiederkehrenden Aktzenten über den Laufsteg im Grand Palais schickt auch. In diesem Jahr setzt Lagerfeld bei der Frühjahr/Sommer 2018 Show in Paris auf transparente Stiefel in Overknee- und Wadenlänge. Starke Akzente, die den Tweed-Looks nicht die Show stehlen. Das vermag höchstens die riesige Felsenwand im Hintergrund, über deren Struktur sich beachtliche Wassermengen ergießen. Die Kollektion hält das Erbe Chanels hoch – ohne den kreativen Input des Chefdesigners zu missen. So schickt Lagerfeld eine Tweed-Culotte mit Fransen über den Runway, ebenso wie Volants oder glitzernde Garne eingebettet in exzentrischen Mustermix. Kurzum: Atemberaubende Inszenierung trifft auf klassische Chanel-Looks mit erhöhtem Street-Style-Faktor.

Blütenreich, feminin, britisch - so präsentiert sich Alexander McQueen für die Saison Frühjahr/Sommer 2018.   Copyright: Catwalk Pictures

Ein englischer Sommer in Paris

Regen-Witze auf Kosten der Briten wurden bereits zu Gänze ausgeschlachtet. Dass es auf der Insel gern mal nass wird, weiß jeder. Auch Sarah Burton, die im vergangenen Jahr einen verregneten englischen Sommer erleben muss. Doch die Chefdesignerin von Alexander McQueen sucht sich einen kreativen Weg, dieses Wetter zu verarbeiten – im wahrsten Wortsinn. Denn dort, wo Regen ist, da entsteht Leben. Und lebendiger hätte die Spring/Summer 18 Kollektion aus dem Hause Alexander McQueen nicht sein können. Burton inszeniert florale Prints weitab von Kitsch oder wandelt den klassischen englischen Trenchcoat in einer blütenreichen Sommervariante ab. Opulenz erfährt die Linie durch Kleider mit wehendem Chiffon in zartem Rosé, Volants und eleganter Transparenz. Eine überschaubare Kollektion, die eine wunderbar vielseitige Brücke zwischen Inspiration und Umsetzung schlägt. Und eine Präsentation, die durch florale Pavillons direkt in das blühende Herz des Modedesigns führt.

Transparenz entpuppt sich als großes Trend-Thema auf der Fashion Week in Paris. Kein Wunder also, dass Balmain transparente Coats und Stiefeletten über den Laufsteg schickt.   Copyright: Catwalk Pictures

Rückkehr in die Kindheit

Olivier Rousteing gilt als It-Boy der Designer-Szene. Er scharrt die Kardashians um sich, designt eine Kollektion für H&M und zeigt sich selbst als Instagram-Star – auch mal ohne Shirt. Mit 25 Jahren wird er Chefdesigner bei Balmain. Ein Leben - eine Erfolgsgeschichte. Was viele nicht wissen: Rousteing wird als Kind adoptiert, wächst in der Nähe von Bordeaux bei „hyper-blancs“ auf, wie er selbst sagt. Diese Eltern, die ihm die Welt zeigen, stehen noch heute an seiner Seite. Und besuchen natürlich die Balmain Spring/Summer 18 Show in Paris. Die findet an einem für Rousteing bedeutenden Ort statt. Bei seinem ersten Besuch der französischen Hauptstadt besichtigt er das opulente Pariser Opernhaus Palais Garnier. 20 Jahre später steht er als Star der internationalen Modebranche genau dort auf dem Catwalk. Mit ihm versammeln sich Models wie Natasha Poly oder Karolina Kurkova auf dem Laufsteg und zeigen Mode, die sexy ist wie eh und je. Dafür steht Balmain. Hohe Schuhe gehören ebenso zu den Looks wie körperbetonte Silhouetten und funkelnde Glitzerlooks, transparente Schuhe oder aufregende Cut-Outs. Aber mit Stil. Denn dafür steht Balmain auch.

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