Trendproofed

Probier's mal mit Stylischkeit - Einteiler im Alltag

08.01.2015 / 16:30 Uhr

Neben der Augenverdreherei über das zigste Comeback der 80er, dem Revival der Schlaghosen und der Wortkreation „Normcore“ hat im letzten Jahr ein relativ unspektakuläres Kleidungsstück für verhältnismäßig viel Gesprächsstoff gesorgt: Der Einteiler. Und ausnahmsweise geht es nicht um die schicken Jumpsuits, die locker mit einem Abendkleid mithalten könnten, sondern um ihr Gegenstück - Ganzkörperkuschelanzüge, in die man sich nur noch einzuwickeln braucht, um auf „Chillmodus“ umschalten zu können. Nach all den Weihnachtstagen, Silvesterbuffet und Resteessen im neuen Jahr will ich gar nicht so weit ausholen und meine persönliche Definition von „gemütlich angezogen“ mit euch teilen - sonst würdet ihr nie wieder diese Kolumne lesen. Zwei der berühmten Anzüge nenne ich mittlerweile mein Eigen und möchte in gewissen Situationen gar nicht mehr verzichten. Aber gleich immer und überall tragen, wie uns die Hochglanzseiten es mal wieder weismachen wollen? Ich habe es ausprobiert.

Perfekt für Reisen: der cozy Einteiler. Am besten mit Sneakers und Lederjacke kombinieren!

Ja bitte!

Es gibt zwei Situationen, in denen es bei mir wirklich fast schon grenzwertig gemütlich sein muss: Zu Hause und auf Reisen. Da beides relativ oft der Fall ist, hat sich die Investition in feinste Schlabber-Baumwolle, eine große Kapuze und der Verzicht auf einengende Bündchen definitiv gelohnt. Praktisch nicht zuletzt auch deshalb, weil man sich nicht lange den Kopf zerbrechen muss, um auch noch ein komplettes Outfit zusammenzustellen, sondern einfach in den Einteiler schlüpfen kann. Doch wenn man schon etwas trägt, was leicht mit einem Pyjama zu verwechseln wäre, muss der Rest stimmen. Haare statt Messy-Dutt einfach zu einem sauberen Zopf zusammenbinden oder offen tragen, etwas Make-up für die Frische kann ebenfalls nicht schaden und auch der Rest darf ruhig etwas Style in den Look bringen. Zu Hause geht es natürlich ohne, aber auf Reisen ist die Kombi mit einer lässigen Lederjacke und schlichten weißen Sneakers perfekt. So kann man es sich direkt in der Hotellobby oder im Flugzeug gemütlich machen, ohne wie eine verrückte auszusehen - und glaubt mir, auch hier weiß ich, wovon ich spreche!

Wenn es mal bequem sein soll: den gemütlichen Anzug kann man mit etwas Schmuck und frischem Make-Up schnell alltagstauglich stylen.

Bitte nicht!

Das Problem mit dem Gemütlichgkeit ist, dass wenn man sie erst einmal hat, will man nur schwer darauf verzichten. Lief man einmal in Sneakers in Büro, mag man kaum noch zu unbequemen Heels greifen. Gleiches gilt für die Klamotte. Warum einengende Jeans und zwickende Shirts tragen, wenn man auch gut im Schlabber-Onesie aussehen kann? Muss man auch nicht - in gewissen Situationen. Damit aber einen Stadtspaziergang machen, in die Uni fahren oder im Café mit Freunden sitzen, muss aber nicht unbedingt sein. Aus einem ganz einfachen Grund: Das nächste Weihnachtsessen, der Katertag nach Silvester oder einfach nur der Langstreckenflug kommen schneller als man denkt. Dafür muss man sich den Zenit der Gemütlichkeit ja schließlich freihalten.

Wer schon mal zehn Stunden im Flugzeug saß, weiß die Bequemlichkeit zu schätzen - der Einteiler ist seitdem mein treuer Begleiter!
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