Show-Fitting Riani Sommer 2016

Riani Chefdesigner Ulrich Schulte: "Zum Glück musste ich nie Hosenröcke machen"

Moritz Lindert
Von Moritz Lindert
07.07.2015 / 16:41 Uhr

Mit Christina Neif

GNTM-Finalistin Aysa trägt den falschen Rock, ein Kleid muss verändert werden und die richtige Tasche fehlt. Kurz vor der großen Fashion Show herrscht bei Riani Ausnahmezustand. Der Senator Saal des Ellington Hotels Berlin wird zum temporären Headquarter in allen Stylingfragen. Und Ulrich Schulte ist mitten drin. Seit 2008 ist er Chefdesigner beim schwäbischen Modekonzern, bereits zum fünften Mal setzt er seine Entwürfe auf dem Laufsteg der Mercedes-Benz Fashion Week Berlin in Szene. Im Interview mit styleranking gewährt der Kreativchef bereits vorab einen Einblick in die Kollektion für Sommer 2016. Und erzählt von kreativen Entscheidungen, bunten Inspirationen und der großen Aufregung vor jeder Fashion Show.

styleranking: Herr Schulte, nur noch ein Tag bis zur Fashion Show von Riani. Was macht der Puls?

Ulrich Schulte: Momentan geht es, der Puls ist stabil (lacht). Die Aufregung kommt immer zu unerwarteten Zeiten, nachts um vier oder nachmittags um zwei. Aber das kenne ich schon. Wir sind bereits eifrig am Line-Up und hatten gestern bereits ein großes Casting für unsere Models. Heute sehen wir die Mädchen dann zum Fitting.

styleranking: Werden auch wieder einige bekannte Gesichter über den Laufsteg flanieren, wie in der letzten Saison Anna Ermakova?

Ulrich Schulte: Die drei Finalistinnen von Germany's Next Topmodel sind gerade hier, um ihre Kleider anzuprobieren und werden bei der Show auftreten. Model Rebecca Mir wird in einer ganz besonderen Rolle Teil der Show sein, ich möchte aber noch nicht zu viel verraten. Und auch Franziska Knuppe ist wieder mit dabei.

styleranking: Was erwartet uns modisch in der Show?

Ulrich Schulte: Wir haben uns für die Kollektion von den Jetset Girls der Siebziger inspirieren lassen. Es geht um eine Zeit, als Reisen noch ein Luxus war, die Zeit der luxuriösen Weltenbummlerin. Die Designs sind wie die Privatsammlung eines Jetset Girls. Englische Rosen, französische Spitze, indische Paisleys und italienische Brokate und Tweeds. Wir werden eine große Materialvielfalt zeigen, die Lust und Lebensfreude ausdrückt.

Sternchen-Power auf dem Laufsteg: Topmodel-Gewinnerin Vanessa Fuchs und ihre Konkurrentin Anuthida Ploypetch beim Riani-Fitting.   Copyright: styleranking

styleranking: Warum ist Berlin als Modestandort für Sie interessant?

Ulrich Schulte: Berlin ist für unser Designteam immer eine Art Labor, eine Spielwiese, auf der wir alles ausprobieren können. Bei den internationalen Schauen geht es mehr um Modekritik, hier in Berlin steht der Unterhaltungswert im Vordergrund. Oft versteckt sich der deutsche Modemarkt hinter den ausländischen Konkurrenten, aber die Berlin Fashion Week ist eine tolle Plattform um zu zeigen: „Hallo, wir sind auch da!" Schließlich wird auch im Ausland nur mit Wasser gekocht.

styleranking: Trotzdem wird bei Riani etwas anderes gezeigt, als später im Laden hängt, oder?

Ulrich Schulte: Es gibt schon eine große Distanz zwischen Runway und Kaufhaus. Uns ist aber immer wichtig, dass wir auf dem Laufsteg Stoffe zeigen, die auch in der kommerziellen Kollektion zu finden sind. Unsere Kundinnen bekommen den gedanklichen Transfer vom Laufsteg auf die Kleiderstange gut hin.

styleranking: Haben Sie sich deshalb nach der ersten Modenschau 2013 entschieden, weiter auf der Mercedes-Benz Fashion Week zu zeigen?

Ulrich Schulte: Die erste Show war als einmaliges Event zum 35-jährigen Bestehen des Unternehmens gedacht. Dieses Jubiläum war damals schon ein großer Stressfaktor, wenn man sich zum ersten Mal in diesem Rahmen präsentiert. Zwischendurch hat das Herz ganz schön geflimmert (lacht). Eine Show bedeutet für uns auch zusätzliche Arbeit, aber unsere Mitarbeiter brennen alle darauf, an dieser besonderen Kollektion zu arbeiten. Weil es kreativ und anders ist. Und wenn man dann später Riani im Kontext mit anderen internationalen Schauen sieht, ist das eine tolle Bestätigung.

Im Gespräch mit Christina und Moritz erzählt Ulrich Schulte, warum er immer wieder gern in Berlin seine Kollektion präsentiert.   Copyright: styleranking

styleranking: Lassen Sie sich auch beim Entwerfen von anderen Modemarken beeinflussen?

Ulrich Schulte: Ich habe festgestellt, dass die Arbeit besser wird, wenn man mit leichter Hand heran geht. Deshalb will ich nicht zu sehr nach links und rechts schielen. Natürlich beschäftigen wir uns auch damit, was sich gut verkauft und wir wissen, welche Rocklänge unsere Kundin gern trägt. Deshalb machen wir auch nicht alles mit, was um uns herum passiert. Und als Designer gibt es immer auch Trends, mit denen man sich nicht so richtig anfreunden kann. Hosenröcke sind so ein Thema bei mir. Die wollte ich nie machen, und musste ich bei Riani auch nie… zum Glück.

styleranking: Vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg für die Show.

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