Übergangsmantel Trenchcoat

Tren(d)chcoat: So farbenfroh präsentiert sich der Klassiker im Frühling 2015

24.03.2015 / 16:45 Uhr

Kaum etwas ist schöner, als einen alten Freund nach langer Zeit wieder zu sehen. Genauso freudig erweist sich auch das Wiedersehen, wenn wir nun unseren absoluten Frühjahrs-Liebling aus dem Schrank hervorholen können: Den Trenchcoat. Schon Leinwandstars wie Audrey Hepburn und Humphrey Bogart sahen in dem beigefarbenen Fashion-Evergreen filmreif aus. Auch heute ist der Klassiker noch der perfekte Begleiter für frische Frühlingstage und laue Sommernächte. Und wer nun an Langeweile-Outfits aus der Mode-Konserve denkt, sollte noch einmal ganz genau hinsehen. Denn der Trenchcoat bekommt in dieser Saison ein farbenfrohes und lässig-fließendes Sommer-Update. Wir zeigen euch die besten Looks der Runways, Red Carpets und Online-Shops.

Das Thema Urheberrecht ist in der Mode immer ein rotes Tuch. Und auch wenn sich das Haus Burberry gern die Erfindung des Trenchcoats auf die eigene Fahne schreibt, sind die Ursprünge des modischen Klassikers nicht vollkommen geklärt. Sicher ist aber, dass Thomas Burberry am Ende des 19. Jahrhunderts den Grundstein für ein Mantelimperium legte. Er erfand einen wasserabweisenden Baumwollstoff, von dem bald die Uniformen des britischen Militärs genäht wurden. Aus den englischen Schützengräben des 1. Weltkrieges erhielt Burberrys Trenchcoat seinen Namen. Heute hat der doppelreihige Grabenmantel mit Reverskragen nur noch wenig mit militärischer Kriegsführung zu tun. Er ist zum informellen Streetstyle-Basic avanciert, das vor allem an kühleren Sonnentagen einen Hauch englische Finesse in unsere Outfits zaubert.

Model und It-Girl Poppy Delevingne in einem Lackleder-Trenchcoat von Burberry Prorsum.   Copyright: Chris Jackson / Getty Images

Auch die Riege der internationalen Modedesigner hat sich noch lange nicht an dem nüchternen Klassiker sattgesehen. Sie adaptieren und abstrahieren den englischen Evergreen mit Freuden. Allen voran Christopher Bailey, der für Burberry das traditionelle Erbe des Hauses immer wieder erneuert. Im Sommer 2015 wirken die Trenchcoats wie aus einem Bruce Chatwin Roman entstiegen, mit verspielten Wordings in kräftigen Farben und Gürtelschleifen aus femininem Tüll. Der kühle Trench-Cut bandelt mit fließenden und volumigen Silhouetten des Boho an, wird bei Gucci ganz in Velours gefasst und erhält bei Balenciaga eine neue, knöchelumspielende Maxi-Länge. Céline und Acne verzichten ganz auf die konservative Knopfleiste des Klassikers - der Trenchcoat als lässiger Wickelmantel in Oversize.

Trench trifft Boho und Hippie: River Island zeigt den Klassiker im Allover-Blumenprint.   Copyright: Asos

Längst ist der neue Trench-Look auch in den Online-Shops angekommen und hält dort zahlreiche Lieblinge bereit. Nicht nur das klassische Modell in dezentem Beige mit Taillengürtel. Auch lässigere Formen mit besonders fließenden Stoffen und kräftigen Sommerfarben fallen ins Auge. Ob im Allover-Flowerprint von River Island oder als locker fallende Variante in warmen Rostrot bei Zara - der Trenchcoat ist Must-have der Frühjahrsgarderobe und fügt sich auch in die Boho- und Seventies-Looks der aktuellen Saison perfekt ein.

Vor allem seine englische Schlichtheit, sein klarer Schnitt und seine ikonischen Merkmale verleihen dem Trenchcoat sein wandlungsfähiges Image. Er wird vom Militärmantel zur modischen Allzweckwaffe, mit der man nie falsch liegen kann. Manchmal ist weniger eben doch mehr. Ein Trenchcoat reicht bereits, um den Frühling perfekt gestylt zu überstehen.

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