Mercedes-Benz Fashion Week Berlin 2017

Vladimir Karaleev: Ein Kammerspiel von subtiler Eleganz

05.07.2016 / 11:59 Uhr

Ein sahneweißes Oberteil, das oben ganz anständig über den Schultern liegt, sich unten aber wie eine abstrakte Origamifigur zusammenfaltet. Eine Bluse, die aus groben Versatzstücken zusammengenäht scheint, die nicht recht zueinander passen. Ein Hemd, das aussieht als sei es in den Reißwolf geraten und dann notdürftig zusammengetackert worden: Der Kragen hängt auf dem Rücken, die Ärmel fehlen, stattdessen klaffen ringsum die Arme große Löcher, so dass das grafisch gemusterte Muskelshirt darunter in den Vordergrund gerät.

Vladimir Karaleev bewies mit einer kleinen, sehr feinen Kollektion auf der Mercedes-Benz-Fashion-Week, dass experimentelle Mode mit künstlerischem Anspruch durchaus tragbar sein kann: Das Markenzeichen des aus Bulgarien stammenden Designers ist das Unperfekte, das Unfertige. Im Mittelpunkt seiner Arbeit stehen die handwerklichen Prozesse selbst, die ein paar Stücke Stoff zu Mode werden lassen – diese einzelnen Schritte der Entstehung sollen im Endprodukt sichtbar bleiben. Schon seit einigen Saisons hat Vladimir Karaleev seinen anfänglich ziemlich düsteren, sperrigen Stil geglättet. Seine Mode ist heller, sanfter und anschmiegsamer geworden.

Diesmal zeigte der in Berlin ansässige Modemacher seine Arbeiten in einem Saal des Kronprinzenpalais, den ein durchsichtiges, gewelltes Stück Plastik wie ein Sichtschutz unterteilte. Dazwischen waren die Models auf Podesten positioniert. Was Karaleev zeigt, wirkt zum Teil wie mit leichter Hand hingeworfene Skizzen. Blusen und Hemden sind aus unterschiedlichen Teilen zusammengenäht, mehrere Bahnen liegen wie lose übereinander. Ein Oberteil wirkt, als sei der Stoff vom Wind hochgeweht und dort festgeklebt worden.

Farblich hat Vladimir Karaleev diesmal in einem hellen Spektrum gearbeitet, es dominieren Weißtöne und blasses Rosé, dunklere Kontrapunkte setzen Schwarz und Mitternachtsblau, hinzu kommt ein blau-pinkfarbenes Karomuster. Starke Effekte erreicht der Designer in mit Cut-outs an Schultern und Armen, die durch schwarze Paspellierungen wie gerahmte Gucklöcher erscheinen. Vor allem aber setzt Karaleev diesmal auf die Wechselwirkung von Transparenz und Blickdichte: Er hat Röcke aus durchsichtigen und undurchsichtigen Stoff zusammengefügt und mehrere bedruckte Shirts übereinandergezogen; die untere Ebene schimmertdurch die obere, schwarz-weiße Ornamente und große fliederfarbene Punkte überlagern einander und ergeben gemeinsam etwas Neues.

Farblich hat Vladimir Karaleev diesmal in einem hellen Spektrum gearbeitet, es dominieren Weißtöne und blasses Rosé, dunklere Kontrapunkte setzen Schwarz und Mitternachtsblau, hinzu kommt ein blau-pinkfarbenes Karomuster. Starke Effekte erreicht der Designer in mit Cut-outs an Schultern und Armen, die durch schwarze Paspellierungen wie gerahmte Gucklöcher erscheinen. Vor allem aber setzt Karaleev diesmal auf die Wechselwirkung von Transparenz und Blickdichte: Er hat Röcke aus durchsichtigen und undurchsichtigen Stoff zusammengefügt und mehrere bedruckte Shirts übereinandergezogen; die untere Ebene schimmertdurch die obere, schwarz-weiße Ornamente und große fliederfarbene Punkte überlagern einander und ergeben gemeinsam etwas Neues.

Vladimir Karaleev hat seinen spröden Stil in eine hauchzarte, leichte Kollektion übersetzt, die nur etwa ein Dutzend Entwürfe umfasst. Herausgekommen ist ein Kammerspiel von subtiler, raffinierter Eleganz.

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