Trendproofed

Von wegen mädchenhaft: Pastelltöne mal anders

Von Leni Garibov
25.06.2015 / 16:00 Uhr

Ich weiß nicht, wie es euch geht, aber im Frühling und Sommer spielen meine Augen das Klischee-Spiel mit und betteln förmlich nach allem, was das Pastell-Prädikat trägt. Schwarz kommt in meiner Garderobe eh selten vor, aber nach dem gefühlt drei Jahre andauernden Winter in Deutschland ist die Farbe vorerst die Letzte, die ich sehen möchte. Stattdessen sehne ich mich nach frischen, schönen, sanften Tönen, die keinen Zweifel daran lassen, dass der Sommer endlich begonnen hat - auch wenn das Wetter einem manchmal einen Strich durch die Rechnung macht. So sehr ich all die mädchenhaften Kleidchen, Sandalen und Hüte auch liebe, gepaart mit Windstürmen, spontanen Regenschauern und grauem Wetter kann man darin ganz schnell ganz albern aussehen. Dennoch mag ich auf die „Farben light" nicht verzichten und kombiniere sie einfach anders.

Pastellfarben gehören zum Sommer dazu - und müssen nicht immer mit Blümchen, Rüschen und verspielten Details daherkommen. Pulli Helmut Lang, Kleid Weekday, Sneakers Reebok, Clutch Bershka.   Copyright: Leni Garibov/styleranking

Ja bitte!

Wer sagt, dass Pastelltöne nur in Blümchen- und Musterform daherkommen dürfen? Zwar ist dies die erste Assoziation, die einem in den Sinn kommt, aber da geht noch mehr! Statt verspielter Styles greife ich gern auf einen sehr cleanen Look zurück und verzichte auf jeglichen Schmuck, verspielte Rüschen und romantische Details. Die cleanen Schnitte lassen nämlich viel mehr Spielraum bei den Accessoires zu: Warum nicht auch einmal tagsüber mit einer glänzenden oversized-Clutch kombinieren? Oder einen breiten, ausgefallenen Gürtel umbinden? Vielleicht auch eine auffällige, verspiegelte Sonnenbrille aufsetzen? Das, was bisher zu auffällig für den Alltag schien, wird jetzt durch das stylishe Downgrade sogar bürotauglich und wirkt nonchalant. Und weil ich auf unerwartete Stilbrüche stehe, trage ich Pastell am liebsten in der sportlichen - und trotzdem mädchenhaften - Variante: zu meinen Sneakers.

Cleane Schnitte, viel Weiß und auch mal sportliche Elemente lassen Pastelltöne frisch und modern wirken.   Copyright: Leni Garibov/styleranking

Bitte nicht!

Erinnert ihr euch noch an den Colorblocking-Trend? Gut, ich habe ihn nämlich auch schon längst verdränt. Was allerdings danach kam, weiß ich noch ziemlich genau: der Pastell-Blocking-Trend. Eine quasi nicht ganz so grelle Variante der Aneinanderreihung von Farben, die sich gegenseitig die Show stahlen. Ich kann jeden Menschen verstehen, der sich nach frischen, sanften Farben sehnt und es auch zeigen möchte - aber tragt sie bitte nicht alle auf einmal! Wer will schon wie eine Eistüte aussehen? Lieber auf ein Highlight-Piece konzentrieren, und den Look auf dieses abstimmen. Schwarz am besten im Schrank lassen und schwerem Schmuck ebenfalls eine Pause gönnen. Und wenn alles gut geht, lässt sich sogar die Sonne davon überzeugen, sich öfter blicken zu lassen. Es ist ja schließlich Sommer!

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