1. Online-Report / Teil 1

Online-Studie: Worüber Modeblogger bloggen

Marina Timm
Von Marina Timm
09.03.2015 / 16:30 Uhr

75 Prozent aller Modeblogger posten täglich ihre Outfits - aber nur jeder vierte schreibt auch über klassische News aus der Modebranche. Das ist das Ergebnis einer von styleranking erhobenen Studie mit dem Titel: "Monetarisierung von Modeblogs". Im Januar nahmen über 100 Modeblogger teil. Die Ziele der Studie: Unternehmen und Agenturen arbeiten zwar schon seit mehreren Jahren mit Fashionblogs zusammen. Bei der Bepreisung von Leistungen aber gibt es bislang keine Orientierungsgröße. Die Studie wird künftig regelmäßig erhoben und spiegelt Reichweiten, Preisentwicklungen, Marktentwicklungen und Trends in der Vermarktung von Modeblogs wider.

Blogger wissen: Mit Modeblogs lässt sich Geld verdienen. Allerdings kommt es gerade bei der Blogmonetarisierung zu vielen Unsicherheiten. Wie viel Geld ist für einen Sponsored Post angemessen? Auf welche Konditionen sollte man sich einlassen? Um diese Fragen zu beantworten, hat styleranking aussagekräftige Daten erhoben. Mit den Ergebnissen dieser Umfrage möchte styleranking Bloggern zudem helfen, eine angemessene Bezahlung ihrer Arbeit zu erreichen.

Modeblogger versorgen ihre Leser täglich mit neuen Inhalten. Dabei sind vor allem die eigenen Outfit-Posts besonders beliebt. Rund 70 Prozent der Befragten geben an, dass sie häufig die schönsten Kombinationen auf ihrem Blog präsentieren.

Erstaunlicherweise berichten die wenigsten Modeblogger über Fashion-News wie Chefdesignerwechsel, neue Kollektionen und weitere Nachrichten aus der Modeszene. Vogue und Instyle können also aufatmen: Ihnen entsteht inhaltlich aktuell keine Konkurrenz in der Blogosphäre. 75 Prozent der Modeblogger geben an, nur selten oder gar nicht über Tagesaktuelles zu schreiben. Wer Fashionblogger ist, berichtet also nicht automatisch über Mode-News.

Wichtige Themen auf den Modeblogs sind Shopping-Erlebnisse und gefragte Online-Shops. Mehr als die Hälfte der Fashionblogger schreibt regelmäßig über ihre neusten Käufe, die besten Schnäppchen und aufstrebende Trendteile. Aber auch Events wie Shop-Eröffnungen oder Bloggertreffen spielen eine große Rolle auf Modeblogs. Über 30 Prozent bloggen häufig über Events. 75 Prozent besuchen mindestens gelegentlich Veranstaltungen und berichten darüber.

Was an den Modeblogs von Firmen und Lesern gleichermaßen geschätzt wird, ist vor allem das authentische Auftreten der Blogautoren sowie der persönliche Bezug zu den Lesern. Dies spiegelt sich ebenfalls in der Umfrage wieder: Über 70 Prozent der Befragten schreiben über persönliche Erlebnisse, nur 2 Prozent bloggen nie etwas Persönliches.

Modeblogger posten ihr Essen nicht

Ein weit verbreitetes Vorurteil: "Modeblogger posten ja nur ihr Essen". Das stimmt so nicht, im Gegenteil: Weniger als drei von zehn Blogs postet Rezepte oder Bilder vom abendlichen Menü. Ähnlich sieht es beim Thema Beauty aus. Und dies überrascht: Zumal die Beautybranche ein großes Potenzial für Blogger Relations besitzt. Man reflektiere an dieser Stelle einfach nur einmal die Werbekunden, die sich in Quoten-Blockbuster "Germany's next Topmodel" auf ProSieben präsentieren. Hier ist jeder zweite Lippenstift-, Parfum, Make-up oder Shampoo-Produzent. Eine Chance also auch für Fashionblogger, mehr Kooperationen in diesem Segment zu erhalten, wenn sie das Thema Beauty stärker in ihre Themenplanung einbeziehen.50 Prozent der Modeblogger gaben an, zumindest ab und zu über Themen wie Beautyprodukte zu berichten. Nur weniger als jedes dritte Modeblog schreibt regelmäßig über Beauty-Trends und neue Produkte.

Fashionblogger posten keine Promi-Bilder

In den Bereichen Interieur und Technik sieht es ganz ähnlich aus. Kaum jemand aus der Fashion-Blogosphäre bloggt über Interieur. Die wenigsten Fashionblogger bloggen über neue Handys, Laptops und Hardware. Auch wenn "Wohnen" zu einem absolut wachsenden Segment im Onlineshopping zählt und auch der Technik-Bereich bei Modebloggern Potenzial sieht. Es lohnt sich also, auch diese Bereiche mit in die Blogthemen zu integrieren.

Wenig Gossip: Kaum ein Fashionblogger bloggt über Promis. Drei von vier Modebloggern haben noch nie über Stars und Sternchen geschrieben. Dabei können gerade Promi-News - zum Beispiel über den aktuellen Style von Modeschauenbesuchern die Reichweite enorm voran bringen. Hier bietet sich thematisch noch Potenzial, wenn das Blog an die passenden Bilder herankommt und bereit ist, den Look von B-, C-, oder F-Promis zu analysieren. Wobei: Spaß macht das sicherlich.

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