Influencer Interview

Ana Kohler: "TikTok kann im Musik-Business einfach alles verändern"

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
21.12.2020 / 10:48 Uhr

Ana Kohler feiert gleich in zwei umkämpften Branchen beachtliche Erfolge. Bei Instagram begeistert sie über 450k Follower:innen, bei TikTok sind es sogar 1,2 Millionen. Kooperationspartner wie Six oder bh cosmetics arbeiten mit ihr daher gern zusammen.

Gleichzeitig veröffentlicht sie mit Stuck on my mind im Dezember bereits ihre dritte Single. Der Vorgänger Karma is a bitch avanciert 2020 zum TikTok-Hit.

Wir verabreden uns mit Ana zum Telefoninterview und sprechen über die Relevanz von TikTok für die Musik-Karriere und Content, der besser privat bleibt.

Ana Kohler zählt zu den spannendsten Influencer:innen der Stunde - einer Kombination aus Musik- und Social Media-Karriere sei Dank.   Copyright: ALL IN PR

styleranking: Deine neue Single Stuck on my mind ist gerade erschienen. Nimm uns mit in die Entstehungsgeschichte des Songs.

Ana: Ich habe den Song vor einigen Monaten gemeinsam mit Madeline Juno in Berlin geschrieben. Ich schätze sie als Künstlerin sehr. Ich wollte einen emotionalen Song mit ihr schreiben, weil das eindeutig zu ihren Stärken gehört. Ich selbst befand mich in einer aufregenden Phase meines Lebens und hatte das Bedürfnis, das über Musik auszudrücken. Songwriting hilft mir, Kapitel abzuschließen. Außerdem bin ich mir sicher, dass sich viele Menschen mit der Story identifizieren können.

styleranking: Worum geht es in Stuck on my mind?

Ana: Es geht darum, dass sich zwei Personen wirklich lieben - das aber manchmal nicht reicht, damit es funktioniert. Und es geht um die schönen Erinnerungen, die man mit dieser Person verbindet und die man jahrelang in sich trägt.

"Der Prozess dauert lange, das Team dahinter ist groß, aber: It’s worth it."

styleranking: Was steckt hinter der Produktion einer Single, was niemand auf dem Schirm hat?

Ana: Allein die Planung eines Musikvideos oder die Produktion eines Song bedeuten viel Zeit und Arbeit. Manchmal existieren 30 Versionen eines Songs, bis man sich zu 100 Prozent damit identifizieren kann. Manchmal ändert man auch die Lyrics, wenn man sich damit besser fühlt. Der Prozess dauert lange, das Team dahinter ist groß, aber: It’s worth it.

styleranking: Wer sind deine musikalischen Vorbilder?

Ana: Ich habe keine Idole, aber durchaus Künstler, die mich inspirieren. Bazzi etwa hat Produktion und Songwriting zu Beginn bei sich Zuhause allein umgesetzt. Es gibt so viele gute Künstler da draußen und bei Null anzufangen ist sehr schwer. Madison Beer finde ich auch toll. Ich bin seit Jahren von ihrer Arbeit fasziniert und inspiriert.

styleranking: Welchen verrückten Traum möchtest du dir als Künstlerin erfüllen?

Ana: Ich würde gerne ein Feature mit Cardi B aufnehmen. (lacht) Sie produziert coole Songs und ich feiere ihre Musik.

styleranking: Welche Bedeutung haben die sozialen Netzwerke für deine Karriere als Musikerin?

Ana: Ich finde es ganz wichtig, als Künstlerin in den sozialen Medien aktiv zu sein. Dort erreichst du Menschen, die dich jeden Tag supporten oder deine Musik hören und dich als Person kennenlernen möchten. Ich kenne auch aber auch viele Künstler, die nur für die Musik leben und sich mit Social Media nicht identifizieren können.

styleranking: Deinen Song “Karma is a bitch” gibt es auch bei TikTok - inklusive passender Dance-Challenge. Wie wichtig ist das für den Erfolg einer Single?

Ana: TikTok ist eine unglaublich wichtige Plattform für Musiker. Wenn die richtige Person zur richtigen Zeit ein Video mit deinem Song teilt, kann Großes passieren. Jeden Tag entstehen neue Challenges bei TikTok. Falls dein Sound Teil eines viralen Hits wird, kann das die Karriere in großem Ausmaß beeinflussen.

@anakohler

Wer streamt "Karma Is A Bitch" fleissig ? ❤️ w./ @alinamour dc : @laurasophie 💘 ##kiab

♬ Karma is a Bitch - Ana Kohler

styleranking: Wir hören auch plötzlich Songs im Radio oder finden sie in den Spotify-Charts, die wir vorher nur auf TikTok wahrgenommen haben.

Ana: Es ist schön zu sehen, dass ein Song, der auf TikTok beliebt ist, auch zum Hit werden kann. TikTok kann deinen Song zum viralen Hit machen meine allererste Single hat auf TikTok ca. 40.000 Videos.

styleranking: Du kennst die Musikbranche und die Social Media-Branche. Wie bewertest du beide im direkten Vergleich?

Ana: Es handelt sich hier um zwei komplett unterschiedliche Welten mit unterschiedlichen Vorteilen, die man als Musiker optimal nutzen kann.

styleranking: Was kritisierst du an Social Media?

Ana: Mir fiel es anfangs schwer, die Balance zwischen der digitaler Welt und dem privatem Leben zu halten. Irgendwann habe ich verstanden, dass es verheerend sein kann, wenn so viele Leute mitreden. Das hat mich belastet, weil ich keinen Teil meines Lebens nur für mich hatte.

styleranking: Was war die Konsequenz dieser Erkenntnis?

Ana: Ich zeige selten private Freunde, die nicht durch Social Media in der Öffentlichkeit stehen. Vielleicht entscheide ich mich eines Tages anders, aber jetzt passt das für mich.

"Bei TikTok erreiche in ein anderes Publikum als bei Instagram"

styleranking: Unterscheiden sich die Communities auf den unterschiedlichen Social Media-Kanälen, die du bespielst?

Ana: Meine Community ist toll und unterscheidet sich auf den Social Media-Kanälen. Bei TikTok erreiche in ein anderes Publikum als bei Instagram. Daraus ergibt sich eine internationale Reach mit Menschen, die viele verschiedene Sprachen sprechen. Auf Instagram produziere ich meinen Content meistens auf Deutsch.

styleranking: Wie schätzt du die Zukunft von Instagram und TikTok ein?

Ana: Ich denke, dass man weiterhin die Plattformen optimal nutzen kann um sich zu inspirieren und auszutauschen. So sind schon viele Kontakte entstanden, die mir auch in meiner Musikkarriere geholfen haben, u.a. auch der Kontakt von Madison Beer.

Aber auch meine Kooperation mit bh cosmetics, die ich gemeinsam mit Alina Mour durchgeführt habe zeigt, dass die Netzwerke auf den beiden Kanälen optimal genutzt werden können. Man sollte sich in der Ansprache ein bisschen der Plattform anpassen und versuchen, sie optimal zu nutzen.

styleranking: Glaubst du, dass TikTok die Chance besitzt, Instagram in seiner Relevanz zu überholen?

Ana: Das kann ich nicht genau sagen. Man sollte versuchen, beide Plattformen individuell zu nutzen und alles weitere wird sich zeigen.

styleranking: Instagram hat mit den Reels ein Format platziert, was TikTok ähnlich ist. Produzierst du Reels und TikToks unabhängig voneinander oder postest du das gleiche Video auf beiden Plattformen?

Ana: Meistens benutze ich ein Video für beide Plattformen. Ich habe aber auch Videos, die ich nur für Reels oder TikTok produziere. Wenn ich ein Video sehr mag, das ich für TikTok gedreht habe und mit meiner Community auf Instagram teilen will, mache ich das einfach.

"Ich habe mit acht Jahren begonnen, mein gesamtes Leben zu vloggen und zu filmen"

styleranking: Die Funktionen der Plattformen werden immer umfangreicher. Wie strukturierst du dich?

Ana: Für mich ist es eine große Leidenschaft, den Content auf Social Media so zu generieren und ich lasse mich hier oft von meinem Flow treiben.

styleranking: Wenn du an die Zeit zurückdenkst, wo du 14 warst: Wie hast du dir dein Leben mit 22 vorgestellt?

Ana: Witzigerweise habe ich mit 14 an meine Ausbildung gedacht, die ich machen musste.

styleranking: Was hast du für eine Ausbildung gemacht?

Ana: Ich habe eine kaufmännische Ausbildung gemacht. Ich bin in der Schweiz aufgewachsen und bei uns ist es weit verbreitet, erstmal eine Ausbildung zu absolvieren. Ich wusste aber damals schon, dass ich etwas Kreatives machen werde. Ich habe mit acht Jahren begonnen, mein gesamtes Leben zu bloggen und zu filmen. Schon damals habe zu einer Community gesprochen, die gar nicht existierte. Ich bin stolz auf mich, dass ich das durchgezogen habe. In der Schweiz sind Jobs im Bereich Social Media nicht so verbreitet wie hier in Deutschland und ich hatte keine Vorbilder in meinem direkten Umfeld, die ähnliches gemacht haben.

"Ich war oft kurz davor, aufzuhören"


styleranking: Was würde dein 14-jähriges Ich heute zu dir sagen?

Ana: Ich glaube ich wäre so stolz auf mich. Ich habe früher so damit zu kämpfen gehabt, immer auf andere Meinungen zu hören. Ich war oft kurz davor aufzuhören. Jetzt kann ich endlich ausleben, wovon ich so lange geträumt habe und tolle Kooperationen mit großartigen Brands umsetzen und mit meiner Musik eine große Community erreichen.

styleranking: Was sind deine persönlichen Wünsche und Ziele für das kommende Jahr?

Ana: Ich wünsche mir für das nächste Jahr viel Kraft und Liebe für jeden einzelnen. Und ich möchte noch mehr Menschen mit meiner Musik erreichen.

styleranking: Vielen Dank für das Interview, Ana.

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