Influencer Interview

Andrej Mangold: "Ich lese Hate-Kommentare abends im Bett und lache darüber"

Laura Wagener
Von Laura Wagener
14.12.2019 / 15:00 Uhr

Die Teilnahme an "Der Bachelor" hat ihm nationale Bekanntheit eingebracht. Mittlerweile gilt Andrej Mangold als Influencer und weiß sich erfolgreich via Social Media zu vermarkten. Früher begeisterter Profibasketballer, wagt er vor einigen Jahren mit Das Kaugummi den Schritt in die Selbstständigkeit. Heute arbeitet Andrej als Teilhaber einer Beratungsgesellschaft, mit der er Personen aus dem Sport- und Entertainment-Bereich betreut .

Nach dem Panel-Talk im Rahmen der StartupCon 2019 mit styleranking-Gründer Roland Schweins treffen wir Andrej in Köln zum Interview. Wir sprechen mit ihm über seine berufliche Weiterentwicklung und erfahren, wie er auf Shitstorms reagiert.

Wir kennen Andrej Mangold als Bachelor 2019. Er arbeitet aber auch als Unternehmer und feierte früher Erfolge als Profibasketballer.   Copyright: Andrej Mangold

styleranking: Siehst du dich selbst als Influencer?

Andrej Mangold: Ich sehe mich nicht als 24/7-Influencer. Zu mir gehört auch meine Profi-Sportler-Karriere und nun führe ich ein Unternehmen. Allerdings gibt das Influencer-Dasein mir die Möglichkeit, nebenbei was für mich zu tun und kreativen Content zu entwickeln. Deshalb: Ja, ich bin Influencer, aber nebenberuflich.

styleranking: Kannst du in deinem vielseitigen Arbeitsalltag Content live posten oder bist du darauf angewiesen, Inhalte vorzuproduzieren?

Andrej Mangold: Da ich bei Kooperationen genaue Posting-Daten mit Unternehmen abspreche, muss ich Rücksicht auf Reisen oder Events nehmen. Das bedeutet häufig, dass ich den Content mit den entsprechenden Produkten vorproduziere. Ich lege Wert darauf, die Community darauf hinzuweisen. Damit ich mich morgens nach dem Aufstehen nicht im Unterhemd filme und in der nächsten Story bin ich plötzlich komplett gestylt auf einem Event. Das ergibt keinen Sinn. Ich möchte authentisch bleiben.

styleranking: Du thematisierst deine Beziehung auf Social Media. Pusht das deinen Account?

Andrej Mangold: Hundertprozentig. Die TV-Show hat das rapide Wachstum auf meinem Account angestoßen. Via Social Media haben die Follower mich und meine Freundin noch besser kennengelernt. Wenn wir gemeinsam etwas unternehmen und zusammen ein Foto oder Video posten, generiert das eine deutlich stärkere Engagement Rate, als wenn ich alleine zu sehen bin. Die Menschen erfreuen sich an unserer Lovestory.

styleranking: Vom Profi-Basketballer, zum Bachelor, jetzt zum Influencer und Unternehmer: Haben sich deine Prioritäten in den verschiedenen Abschnitten deines Lebens verlagert?

Andrej Mangold: Ich bezeichne das als fließenden Prozess. Der Profi-Sport hat mir Fleiß, Disziplin, Teamfähigkeit und viele weitere gute Werte mitgegeben, die mir im Leben und bei meiner Entwicklung helfen. Gegen Ende meiner Karriere habe ich mich mehr zum Unternehmer entwickelt. Die dort erlernten Werte helfen mir jetzt als Influencer im Online-Bereich.

styleranking: Wie gehst du mit Shitstorms auf Social Media um?

Andrej Mangold: In jungen Jahren hat mich das verletzt, vor allem, wenn es unter die Gürtellinie geht. Wenn Menschen, die mich nicht kennen, mich beleidigen und mir den Tod an den Hals wünschen, ist das wirklich sehr fragwürdig und man muss lernen, damit umzugehen.

Auf Social Media gehört das leider dazu. Du wirst diese Hater niemls los. Das muss man natürlich erst einmal verarbeiten und sich ein dickes Fell aufbauen. Ich bin froh, dass ich durch den Profisport schon früh solche Situationen kennengelernt habe und es mir deshalb nichts mehr ausmacht, was andere sagen, egal wie schlimm es ist. Wenn du im Profisport schlecht spielst, dann kommt die Presse, schreibt schlecht über dich und du bekommst schlechte Kritik.

Ich bin kritikfähig und mag konstruktive Kritik, da mich diese als Mensch weiterbringt. In Sachen Hatespeach bin ich mittlerweile sehr gereift. Ich lese Hate-Kommentare abends im Bett und lache darüber. Allerdings sagen viele, ich solle Hatern keine Plattform geben. Ich sehe das etwas anders. Viele kann ich ignorieren, weil die Community eiiges alleine löst. Wenn Leute aber übertreiben, sollte man sie blockieren oder aktiv auf sie eingehen. Allerdings nie emotional mit Sprüchen wie "du bist selbst ein Depp", sondern einfach mal fragen: "Warum hast du das nötig?" Ich versuche, konstruktiv darauf einzugehen, damit die Person selbst merkt, dass sie einen Fehler gemacht hat. Hin und wieder funktioniert das sogar.

styleranking: Das heißt, du blendest Hater-Kommentare nicht aus, sondern gehst proaktiv auf diese Personen zu?

Andrej Mangold: Wenn ich merke, dass die Person wirklich übertreibt, dann gehe ich mit voller Macht dagegen an. Denn ich weiß, wenn sie mir gegenüber stehen würde, wäre sie ganz klein und würde nichts sagen.

styleranking: Vielen Dank für das Interview, Andrej.

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