Influencer Interview

Cathy Maranca: "In Zukunft möchte ich mich stark auf soziale Themen konzentrieren"

Laura Wagener
Von Laura Wagener
04.12.2019 / 17:25 Uhr

Cathy Maranca startet als Influencerin und Fashion Model durch. Durch die Teilnahme an der Casting-Show Germany’s next Topmodel entwickelt sich die charmante 20-jährige aus Dortmund zum beliebten Social Media Star. Ihr Account sprüht vor Style-Inspiration, Travel-Impressionen und Einblicken in ihren Modelalltag. Ihre stringente Arbeit auf Social Media beschert ihr mittlerweile 103k Follower.

Mit ihrem Look schafft es Cathy auch in den engsten Kreis der Babor Family, die sich in Düsseldorf zum exklusiven Christmas Dinner trifft. Zwischen Beauty Talk, Dinner und Weihnachtsfeeling treffen wir Cathy zum Interview. Wir fragen, wie sie ihre Kooperationspartner auswählt und erfahren, wie sie ihre Öffentlichkeit für gesellschaftlich relevante Diskussionen nutzt.

Cathy Maranca startet in diesem Jahr als Fashion Model und Influencerin durch.   Copyright: Cathy Maranca

styleranking: Nach der Teilnahme an Germany's Next Topmodel ist deine Social Media Karriere stark ins Rollen gekommen. Siehst du dich eher als Influencerin oder als Model?

Cathy Maranca: Ich finde es ganz schön, einen Weg gefunden zu haben, beides erfolgreich miteinander zu verbinden. Früher habe ich mich in beruflicher Hinsicht als Model gesehen. Das habe ich schon als kleines Mädchen angestrebt, da auch meine Mutter seit über 20 Jahren hauptberuflich Model ist. Durch Germany’s Next Topmodel wurde mir die Chance gegeben, meine Karriere auch auf Instagram aufzubauen. Heutzutage überschneiden sich die Berufe Model und Influencer sehr stark. Ich liebe den Job des Influencers, da man seine Reichweite sinnvoll nutzen kann. In Zukunft möchte ich mich stark auf soziale Themen konzentrieren. Vor Kurzem habe ich bereits am Blogger-Flohmarkt der SOS-Kinderdörfer teilgenommen. Demnächst möchte ich mich noch mehr auf diese sozialen Projekte fokussieren und mich für gute Zwecke engagieren, um die Leute zu inspirieren, etwas Sinnvolles in ihrem Leben zu vollbringen. In der Vergangenheit habe ich bereits für die DKMS zu Blutspenden aufgerufen. Im Anschluss habe ich erfahren, dass sich viele meiner Follower tatsächlich registriert haben. Ich finde es super schön zu sehen, dass ich mit dieser Reichweite tatsächlich etwas bewegen kann. Ich drücke es mal provokant aus: Nicht nur diesen oberflächlichen Schwachsinn bewerben, sondern auch etwas Sinnstiftendes erschaffen.

styleranking: Schön, dass du bereits in so einem jungen Alter bewusst mit deiner Verantwortung umgehst. Das ist nicht selbstverständlich.

Cathy Maranca: Das habe ich ehrlich gesagt von klein auf so mitbekommen. Meinen Eltern war es immer unfassbar wichtig, dass ich nicht nur an mich, sondern auch an andere Menschen denke. Ich habe ein katholisches Gymnasium besucht, durch welches ich ebenfalls ständig in Kontakt mit Hilfsorganisationen kam. Jedes zweite Wochenende gingen wir ins “Gasthaus” in meiner Heimatstadt Dortmund. Das ist eine Initiative, bei der Essen für Obdachlose ausgegeben wird. Das hat mir super viel Spaß gemacht. Zudem engagieren sich meine Eltern im Lion’s Club - das ist ein Wohltätigkeitsclub, der gemeinnützige Organisationen unterstützt. In unserer Familie wird das Thema soziales Engagement sehr groß geschrieben. Manchmal habe ich das Gefühl, dass diese Werte bei anderen zu kurz kommen, sie nur an sich denken und die vielen Probleme auf der Welt ausblenden. Mein Bruder hat mit seiner Schule das Hilfsprojekt “Shangilia” in Afrika besucht. Dort haben sie in einem Waisendorf in Afrika ausgeholfen. Das hat seinen Blickwinkel auf vieles verändert. Teilweise bekommen wir nicht mit, wie es den Menschen woanders auf der Welt ergeht und dass der Luxus, den wir in Deutschland gewohnt sind, nicht selbstverständlich ist.

styleranking: Vor diesem sozialen Hintergrund - welche Kooperationen nimmst du in deiner Funktion als Influencerin an und welche würdest du eher ablehnen?

Cathy Maranca: Nach wie vor liebe ich es, für Fashion, Food und Beauty zu stehen und meinen Lifestyle als Model auszuleben. Ich finde mich selbst in diesen Themen total wieder, das bereitet mir Freude. Deshalb möchte ich auch in Zukunft in diesem Bereich arbeiten. Generell habe ich mir die Regel gesetzt, keine Kooperationen anzunehmen, mit denen ich mich nicht identifizieren kann. Viele lassen sich auf Kooperationen ein, die sich dann aber nur kurzfristig als sinnvoll für sie erweisen. Die Follower merken aber, wenn du nicht dahinter stehst. Wenn du für alles und jedes Produkt wirbst, glaubt dir das sehr schnell niemand mehr. Ich bekomme glücklicherweise das Feedback von meinen Followern, dass sie meine Glaubwürdigkeit schätzen und merken, dass ich vollkommen hinter den Produkten stehe, die ich bewerbe. Es ist mir wichtig, keinen Quatsch zu erzählen und nur für Produkte und Leistungen zu werben, hinter denen ich stehe. Wenn weiterhin Anfragen wie der SOS-Kinderdörfer Blogger-Flohmarkt reinkommen, würde mich das freuen.

styleranking: Worauf legst du Wert bei deinen Themenschwerpunkten?

Cathy Maranca: In der Ernährung ist mir wichtig, dass ich bewusst lebe. Daher würde ich selbstverständlich nicht mit Fleisch-Restaurants oder Pelzmäntel-Herstellern kooperieren. Da stehe ich nicht hinter. Meine Follower wissen, dass ich kein Fleisch esse und allgemein versuche, auf tierische Produkte zu verzichten. Wenn, dann esse ich höchstens mal Fisch. Daher wäre es komisch, wenn ich plötzlich ein Foto mit Steak poste und schreibe, wie gut mir das schmeckt.

styleranking: Neulich habe ich gelesen, dass laut einer Studie 86 Prozent der jungen Amerikanerinnen eine Karriere als Influencer anstreben. Ist Influencer sein ein Traumberuf?

Cathy Maranca: Ich habe ganz normal mein Abitur in Dortmund absolviert. Ich habe nie gesagt, dass ich Influencerin werden möchte. Ehrlich gesagt dachte ich auch nie, dass ich nur Model werden wollte. Ich wollte sehr gerne Psychologie oder Ernährungswissenschaften studieren. Auch Modemanagement und -journalismus kamen für mich in Frage. Meine Interessen gingen da sehr weit auseinander. Ich kann durchaus verstehen, dass viele das Influencer-Dasein als Traumjob ansehen. Jetzt, da ich selbst dieses Leben führe, ist es tatsächlich mein Traumjob. Ich hätte es mir niemals erträumt, dass diese Karriere für mich einmal möglich sein könnte. Man hört ja anhand des Wortes “Traumjob” schon: Es ist eher ein Traum. Manchmal realisiere ich noch gar nicht, dass ich momentan von einem Ort zum nächsten reise. Es ist noch sehr surreal, dass ich so vieles in meinem neuen Job erleben darf. Einen Bürojob konnte ich mir nie vorstellen, da ich sehr kreativ veranlagt bin. Aber dass kreatives Arbeiten in diesem Ausmaß möglich ist, habe ich mir nie erträumt.

"Es ist wichtig, bei all den spannenden Abenteuern auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen"

styleranking: Gehören zu deinem Freundeskreis viele Influencer oder eher Freunde, die du aus der Schule kennst?

Cathy Maranca: Sowohl als auch. Ich genieße es total, zurück in meine Heimat Dortmund zu kommen und von meinem Influencer-Alltag abzuschalten. Als ich die letzten Tage bei meiner Familie verbracht habe, ging auf meinem Instagram-Kanal auch kaum ein Post oder eine Story online. Es ist wichtig, bei all den spannenden Abenteuern, die man erlebt, auch zwischendurch auf den Boden der Tatsachen zurück zu kommen. Klar, man muss sich viel in der Öffentlichkeit präsentieren. Aber ich finde es schön, dass ich meine Familie und Freunde in Dortmund habe, die mit all dem Trubel nichts zu tun haben. Freunde aus der Influencer-Branche habe ich eher durch GNTM und die Zeit danach gefunden. Das sind die Menschen, mit denen ich dieselben Interessen teile und mich darüber austauschen kann.

styleranking: Bei GNTM sind Zickereien und Stutenbissigkeit an der Tagesordnung. Ist das unter Influencern ähnlich oder eher harmonisch?

Cathy Maranca: Bislang habe ich es nur harmonisch erlebt. Ich bin ja noch neu dabei und treffe auf Events oft auf Influencer, die sich untereinander seit Jahren kennen. Trotzdem sind alle offen und herzlich auf mich zugekommen und haben mich mit offenen Armen begrüßt. Da hat niemand gesagt “Die ist neu, mit der wollen wir nichts zu tun haben”. Darüber bin ich sehr happy.

styleranking-Redakteurin Laura trifft Cathy Maranca zum Interview. Cathy hat mittlerweile 103k Follower auf Instagram. Den ersten großen Schritt in die Öffentlichkeit geht sie über Germany's next Topmodel 2019.   Copyright: styleranking

styleranking: Lässt du dich auch selbst gern influencen oder vertraust du auf Produkte, die du seit Jahren kennst?

Cathy Maranca: Ich lasse mich enorm influencen! Ich bin vermutlich das beste Beispiel dafür, dass Influencer Marketing tatsächlich funktioniert (lacht). Ich habe schon viele Produkte nur anhand von Influencer-Tipps gekauft und wurde jedes mal positiv überrascht. Das beste Beispiel ist vermutlich Almased. Das habe ich persönlich zwar nie getestet, aber bei diesem Produkt würde ich eher auf eine Produkt-Review auf Instagram statt auf die Bewerbung des Produkts in einer Zeitschrift vertrauen. Denn auf Instagram hat man einen Erfahrungsbericht, weiß, wie es wirkt und worauf man achten sollte. Das kann man in diesem Ausmaße nicht in einer Zeitschrift darstellen. Auch bei den Haarmasken von Pomelo habe ich mich influencen lassen. Da hat ja praktisch jeder auf Instagram geworben! Ich muss sagen, die Haarmasken finde ich super. Und durch Instagram habe ich dann auch Vorher-Nachher-Ergebnisse sehen können. Das ist ein großer Vorteil.

styleranking: Bei GNTM hast du bereits Stärke im Umgang mit schwierigen Interview-Fragen bewiesen. Gibt es Situationen, in denen du dennoch unsicher wirst?

Cathy Maranca: Ja, diese Situationen gibt es. Besonders, da ich so neu in der Branche bin und mich noch einfinden muss. Mein Opa hat mir beigebracht: “Egal was passiert, versuche immer positiv zu bleiben”. Wenn ich in eine Situation komme, die mich überfordert, dann mache ich mir bewusst, dass letzten Endes alles gut wird, statt direkt an mir zu zweifeln. Dieser positive Gedanke zählt immer.

styleranking: Was bedeutet für dich wahre Schönheit?

Cathy Maranca: Wahre Schönheit kommt für mich von innen. Der Charakter macht alles aus. Darauf achte ich viel mehr als auf Äußerlichkeiten. Ich schätze Ehrlichkeit an anderen sehr. Wenn Personen sich hinterhältig verhalten, schreckt mich das ab, denn Loyalität ist mir wichtig. Diese Werte machen für mich einen Menschen aus, nicht das Äußere. Deshalb mag ich es gerne, mich auf Events tiefer mit den Gästen zu unterhalten und nicht nur den tollen Instagram-Account zu sehen. Ich möchte sehen, was hinter den Menschen steckt und was deren innere Werte sind. Man kann ein Instagram-Profil auch umso besser nachvollziehen, wenn man sieht, wofür die Person steht. Zu sehen, welche Werte ihr wichtig sind und was sie demnach auf Instagram thematisiert. Es gilt also das schöne Sprichwort: “Schönheit kommt von innen.”

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