Kids of Instagram

Die Kleinen ganz groß: Kinderstars auf Instagram

09.05.2018 / 17:00 Uhr

Sie liebt Basteln, mit Lego spielen, Eis essen, Trampolin springen und im Sand buddeln – Pixie Curtis ist eine ganz normale Sechsjährige. Mit einer Ausnahme: 107 Tausend Abonennten sehen ihr auf Instagram dabei zu, wie sie ihren Lieblingshobbys nachgeht. Der erste Post entstand wenige Wochen nach ihrer Geburt. Der süße Rotschopf aus dem australischen Paddington ist jedoch nicht das einzige Kind mit Instagram-Account – immer mehr Eltern verwandeln ihre Kids in Models, machen sie zu kleinen Stars und verdienen damit ein Vermögen. Doch wie hoch ist der Preis, den Eltern und Kinder dafür zahlen?

So vermarkten Eltern ihre Sprösslinge im Netz

Was sich auf Pixies Account auch findet: Bilder, auf denen sie sich auf den gymnasticworldcup vorbereitet, einen Pyjama der Marke Neue Blvd trägt, Nagellack von Dazzle Dry Australia testet und die Haarschleifen aus dem eigenen Onlineshop bewirbt. Natürlich haben das Mädchen und ihr kleiner Bruder Hunter auch einen YouTube-Kanal. Schnell wird klar: Mutter Roxy Jacenko, Reality-Sternchen und Inhaberin einer PR-Agentur, vermarktet das Mädchen mit allen Mitteln.

Von klein an stand Pixie Curtis in der Öffentlichkeit, hier mit Mama Roxy Jacenko bei einer Fashion Show in Sydney vor zwei Jahren.   Copyright: Caroline McCredie / Getty Images

Pixie wurde das Jetsetleben in die Wiege gelegt. Das Geld hat ihre Familie eigentlich nicht nötig. Doch gerade in der Welt von Social Media lässt sich mit Kindern gutes Geld verdienen. Das beweist auch der Instagram-Account von Everleigh Soutas und Ava Foley mit 1,1 Millionen Followern. Die „Besties“ sind vier Jahre alt und blicken bereits auf Kooperationen mit 500 Shops wie Mattel, Guess und My Little Pony zurück. Darüber hinaus vertreiben die beiden eine eigene Fashion-Kollektion.

Kinder auf Instagram – ein Hype aus den USA und Australien, den die Deutschen nur zögerlich übernehmen. Mamas wie Lena Terlutter und Simone von hierwohntdasglueck (übrigens ein privater Kanal) zeigen die Kleinen ab und an als Teil ihrer Family Feeds. Während viele ihre Kinder am liebsten auf den Instagram-Thron heben wollen – ob für Ruhm oder das große Geld – gibt es mindestens genauso viele Mami-Influencerinnen, die einfach stolz auf den Nachwuchs sind. Sie teilen ihr Glück mit anderen, tun das aber nicht für den Kampf um Likes. Und dann gibt es noch solche, die ihre Kinder verpixeln, nur von hinten zeigen und die realen Namen geheim halten. Denn die Kritik daran, Kindern in der Öffentlichkeit zu zeigen, ist hierzulande groß.

Die Schattenseiten des Influencer-Ruhms

Nicht nur die mangelnde Privatsphäre der Kinder wird heiß diskutiert. Für die Produktion von Fotos und Videos geht wertvolle Spielzeit verloren. Katie Stauffer aus Arizona begeistert, dank der Videos, mit ihren Zwillingen Mila und Emma fast 4 Millionen Abonnenten. Gegenüber dem New Yorker Medienportal BuzzFeed gibt sie zu, dass sie für Videos wie das „Make-up Tutorial“ rund drei Tage braucht.

Die Mutter von Prince aus Atlanta postet sogar täglich. Zu den Outfits of the Day auf seinem Instagram Feed sagt sie: „Ich denke, im Großen und Ganzen mag er es. Aber er würde es wie die meisten Kinder am ehesten vorziehen, die ganze Zeit zu spielen.“ Immerhin möchte der Neunjährige später einmal YouTuber werden.

Und dann gibt es noch die Chiara Ferragnis und Caro Daurs der Kindermode: Da wären etwa die Zwillinge und „Fashion Models“ Bella und Chloe oder „Lil fashionista girl“ Laerta, die selbstbewusst in Designeroutfits vor der Kamera post. Auch „Princess“ Valentina zeigt sich mit elfenhaftem Instagram-Feed und passenden Kleidern und Frisuren.

Die Models Chloe und Bella Abir von @theroyaltwins kamen zur Mattel Party im US-amerikanischen Santa Monica wie gewohnt im Partnerlook.   Copyright: Rachel Murray / Getty Images

Kinder, die so süß sind, dass man sie am liebsten klauen möchte. Moment mal – was, wenn das wirklich passiert? Tatsächlich drohte Valentinas Mutter Hayley laut Daily Mail Australia jemand, ihre Tochter zu entführen. Einen Monat lang gab es keine Posts, bis sie entschied, den Account weiterzuführen: „Der Hacker ist immer noch da draußen, aber er ist in einem anderen Land und keine Gefahr."

Während die einen nicht einmal Fotos ihrer Kinder per Facebook oder What's App verschicken, wollen die anderen ihre Kleinen so früh wie möglich als Star Influencer sehen. Ein paar Instagram-Posts schaden sicher nicht, solange die Eltern die Bilder ihrer Sprösslinge mit Sorgfalt auswählen, auf Nacktbilder am Strand verzichten und auf solche, die den Kids später einmal peinlich sein könnten.

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