Interview

Fashiioncarpet: „Was hinter meinem Rücken getratscht wird, interessiert mich nicht“

11.06.2015 / 15:22 Uhr

Jung, schön und erfolgreich: Bloggerin Nina alias Fashiioncarpet begeistert mit ihrem Blog Tausende von Leserinnen. Mit gerade mal 24 Jahren kann die gebürtige Kielerin ein Mode/Textil und Germanistik Studium vorweisen und betreibt heute neben ihrem Job in der Modebranche einen erfolgreichen Blog. Die Krönung ihrer noch jungen Karriere: Fashiioncarpet ist das neue Blogger-Testimonial der kommenden GDS. Wir haben Nina für euch zum Gespräch über die Entstehung von Fashiioncarpet, ihren Bloggeralltag sowie ihre Zukunftspläne getroffen.

Nina überzeugt ihre Leser nicht nur mit ihren stilsicheren Looks sondern auch mit ihrer Persönlichkeit.   Copyright: styleranking

styleranking: Du bloggst seit 2012 unter dem Namen Fashiioncarpet und berichtest sowohl über Mode-, Lifestyle als auch Travel. Was hat dich vor drei Jahren dazu motiviert, mit dem Bloggen zu beginnen?

Nina: Mein Freund! Damals war ich noch Studentin, besaß aber schon einen riesengroßen Kleiderschrank. Mein Freund meinte dann irgendwann zu mir: Du hast so viele Klamotten, eigentlich ist es schade, wenn die hier nur rumhängen - mach doch mal einen Blog und trag deine Mode sowie deinen Stil über unsere Studentenstadt hinaus.

styleranking: Wie groß dürfen wir uns deinen Kleiderschrank denn vorstellen?

Nina: Ich hatte damals den Luxus eines Ankleidezimmers mit drei Schuhregalen, zwei Kleiderstangen und einem großen Schrank. Das Zimmer teilte ich mir mit meinem Freund aber 80 Prozent waren von mir belegt.

styleranking: Wie bist du auf den Namen Fashiioncarpet gekommen? Sorgt das Doppel-i nicht häufig für Verwirrung?

Nina: Auf jeden Fall! Ich hab auch ganz häufig Kooperationsanfragen, in denen mein Blog nur mit einem i geschrieben wird – das finde ich immer ein bisschen schade. Denn mein Blog ist auch eine Art Marke und die richtige Schreibweise ist von hoher Bedeutung. Der Name ist mit meinem Freund auf der Couch entstanden. Wir haben gemeinsam gebrainstormt. Er wollte den Blog ursprünglich „Fashiontapete" nennen, was ich ganz schrecklich fand! (lacht) Der Blogname Fashiioncarpet ist eigentlich daraus entstanden, dass mein Fokus natürlich auf Mode liegt und man auf dem Roten Teppich immer die neuesten Trends entdeckt.

Vor unserem Interview shootet Nina bereits im Düsseldorfer Concept Store Apropos als neues Testimanial der GDS.   Copyright: Immo Fuchs/styleranking

styleranking: Du postest auf deinem Blog nicht nur deine Outfits, sondern beschäftigst dich neben Fashion auch mit Interior-, Travel- und Lifestylethemen. Als welche Art von Blog würdest du Fashiioncarpet.com bezeichnen?

Nina: Als Personal-Style-Blog mit einem Lifestylediary. Der Fokus liegt zwar auf der Mode. Durch die Interaktion mit meinen Lesern kristallisierte sich heraus, dass die Leute auch an der Person hinter dem Blog und ihrem Leben interessiert sind. Da ich hauptberuflich in der Mode arbeite, kenne ich das ganze Drum und Dran der Fashionbranche. Fashiioncarpet.com ist ein Fashionblog inklusive persönlichem Input.

styleranking: Als was arbeitest du neben deinem Job als Bloggerin?

Nina: Ich bin Junior Fashion Editor bei einem Onlinemagazin – passt also ganz gut.

styleranking: Stichwort „Personal-Style-Diary": Wie würdest du deinen Stil in drei Worten beschreiben?

Nina: Natürlich hat sich auch mein Stil mit den Jahren verändert. Heute bezeichne ich ihn als modern, aber clean und immer tragbar.

styleranking: Was sind deine Inspirationsquellen? Liest du selbst auch andere Blogs?

Nina: Ich habe keine bestimmte Blog-Roll. Dazu fehlt mir leider die Zeit. Aber ich ziehe sehr viel Inspiration aus Instagram. Ich liebe es, weil man es so schnell und einfach konsumieren kann. Dort folge ich sehr vielen nationalen und internationalen Bloggern. Wenn mir ein Post besonders gut gefällt, lasse ich mich gerne davon inspirieren, um den Look später auf meine persönliche Art umzusetzen. Außerdem lese ich Onlinemagazine.

Nina selbst bezeichnet ihren Style als modern, clean und immer tragbar.   Copyright: Immo Fuchs/styleranking

styleranking: Wie gehst du vor, wenn du einen Outfitpost planst?

Nina: Nach drei Jahren Bloggen besitze ich bereits eine gewisse Routine. Das geht auch gar nicht anders, weil ich das Bloggen ansonsten nicht mit meinem Job vereinen könnte. Mein Freund und ich shooten neue Outfits immer am Wochenende und der Ablauf dabei ist absolut routiniert. Aber die Outfitfindung, also der kreative Prozess, ist nicht geplant. Ich entscheide normalerweise zwei Stunden vor Beginn. Dann gehe ich in meinen Kleiderschrank und schaue einfach, was zu meiner Laune und dem Wetter passt, was ich vielleicht lange nicht mehr getragen habe.

styleranking: Dein Freund spielt für deinen Blog eine wichtige Rolle. Auf den meisten Blogs dreht sich alles um Selbstinszenierung. Du greifst auch Herrenmode auf – hat dein Freund dich dazu inspiriert?

Nina: Viele meiner Leserinnen sind im selben Alter wie ich. Viele von ihnen befinden sich in einer Beziehung und interessieren sich daher für Männermode. Da mein Freund auch in der Modebranche arbeitet und ein gutes Stilgefühl besitzt, hielten wir es für interessant, auch die neuesten Trends für die Partner meiner weiblichen Leser aufzugreifen.

Auf ihrem Blog Fashiioncarpet.com postet Nina regelmäßig neue Looks und Co. für ihre Leserinnen.   Copyright: Immo Fuchs/styleranking

styleranking: Auf deine Blogeinträge zu Herrenmode hast du positive Resonanz erhalten – wie gehst du generell mit Kritik um?

Nina: Mit negativer Kritik werde ich selten konfrontiert – böse Kommentare aus drei Jahren Bloggen kann ich an zwei Händen abzählen. Trotzdem gehört das zu diesem Geschäft einfach dazu. Mit den Jahren habe ich gelernt, mit schlechten Reaktionen umzugehen und mich damit abgefunden, dass man nicht immer jedem gefallen kann. Am Anfang ist es schon ungewohnt. Man nimmt sich die Kritik zu herzen, macht sich Gedanken darüber und hat das Gefühl, sich erklären zu müssen – aber man lernt solche Dinge nicht zu sehr an sich ranzulassen. Außerdem unterscheide ich zwischen konstruktiver Kritik oder einem Angriff gegen meine Person. Bei Letzterem behalte ich mir auch das Recht vor, entsprechende Kommentare nicht freizugeben. Gleichzeitig bekomme ich aber auch viel positives Feedback, was mich jedes Mal aufs Neue glücklich macht.

styleranking:Was sind deine Lieblingslabels? Wo gehst du am liebsten shoppen?

Nina: Ich bin ein totaler Onlineshopper. Aufgrund meines Zeitmangels liege ich abends zum Feierabend einfach auf der Couch und klicke mich durch sämtliche Onlineshops. Meine Garderobe ist ziemlich gemischt. Klassiker-Shops- und Labels wie Asos, Zara, Mango, Topshop oder Zalando sind immer dabei. Wenn man für sein Geld hart arbeitet, gönnt man sich aber natürlich auch gerne mal ein Designerstück. Dafür stöbere ich gerne bei Net-a-porter.com oder MyTheresa.com.

styleranking: Stichwort GDS: Wie hast du dich gefühlt, als du erfahren hast, dass du zum neuen Blogger-Testimonial gewählt wurdest?

Nina: Ich hab mich maßlos gefreut. Zu Beginn erfuhr ich nur, dass ich noch Mitkonkurrentinnen habe. Ich mache mir meist eher wenig Hoffnung, damit ich am Ende doch überrascht werde. Als ich den finalen Anruf bekommen habe, konnte ich es gar nicht glauben.

Nina beweist mit ihren Outfitposts, dass auch schlichte Looks entzücken können.   Copyright: Immo Fuchs/styleranking

styleranking: Was hältst du von den ehemaligen Testimonials der GDS?

Nina: Alice von Iheartalice.de kenne ich flüchtig aus München. Sie ist eine liebe und offene Person. Ich finde sehr interessant, dass sie mittlerweile nur noch Schwarz trägt und ihre Outfits dennoch immer auf den Punkt sind. Da trete ich wirklich in große Fußstapfen.

styleranking: Lässt du dich auch gerne von deinen Kolleginnen inspirieren?

Nina: Ich tausche mich mit meinen Bloggerfreundinnen gerne aus und gehe mit ihnen gemeinsam shoppen. Außerdem verfolge ich natürlich ihre Blogs und Instagram-Accounts und lasse mich so von meinen Mädels inspirieren. Wichtig ist mir aber, dass ich fremde Looks nicht eins zu eins kopiere, sondern auf meine eigene Art und Weise umsetze.

styleranking: Gibt es in der Blogosphäre Konkurrenzkampf oder gilt eher das Mantra „Kenne deinen Feind"?

Nina: Mir ist wichtig, dass man sich selbst im Blick behält, anstatt sich auf die Anderen zu fixieren. Durchforstet man nur die Konkurrenzblogs, verliert man das Wesentliche aus den Augen. Bisher kann ich aber aus eigener Erfahrung nichts Schlechtes über die Blogosphäre sagen. Die Blogger, mit denen ich vermehrt zu tun habe, sind alle herzensgute Menschen. Was hinter dem Rücken getratscht wird, interessiert mich nicht.

styleranking: Vieles an deinem Blog – alleine schon die Domain – verspricht internationale Reichweite. Deine Artikel selbst sind aber auf Deutsch. Warum bloggst du nicht auf Englisch, um eine internationale Leserschaft zu erreichen?

Nina: Zu Beginn habe ich phasenweise auf Deutsch und Englisch geschrieben. Das Problem ist einfach, dass ich dafür langfristig keine Zeit habe. Ich betreibe meinen Blog zu 80 Prozent am Wochenende – dann müssen Fotos geschossen, gesichtet, selektiert und Artikel verfasst werden.

Smile like you mean it: Für Nina zählt ihre Arbeit, nicht der Klatsch und Tratsch.   Copyright: Immo Fuchs/styleranking

styleranking: Wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?

Nina: Ich möchte weiter mit meinem Blog wachsen. Seitdem ich nach München gezogen bin, hat sich das Bloggen zu einem zweiten Standbein entwickelt. Daran möchte ich gerne anknüpfen. Außerdem hoffe ich natürlich, dass die Bloggerszene in Deutschland in Zukunft größer wird und mehr Anerkennung erhält – denn ich schließe nicht aus, irgendwann hauptberuflich zu bloggen.

styleranking: Wir sind gespannt, was wir in Zukunft von dir hören und sehen werden. Vielen Dank für das Interview!

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