Interview

YouTube- & GNTM-Star Anna Maria Damm: "Die Bezeichnung Influencer hört sich negativ an"

03.07.2017 / 16:12 Uhr

"Sorry für die Verspätung. Ich war auf einem Meet and Greet mit meinen Followern!" So begrüßt mich Anna Maria Damm auf der Dachterrasse des Weinmeister Hotel in Berlin. Die Frage, wie wichtig der Influencerin ihre Follower sind, wäre damit schon mal geklärt. Die 21-Jährige wurde 2013 durch ihre Teilnahme in der achten Staffel von Germany's Next Topmodel bekannt. Trotz des fünften Platzes ist die Busenfreundin von Ischtar Isik und Shanti Joan Tan mittlerweile bekannter, als die Gewinnerin der damaligen Staffel. Dank ihren YouTube-Kanals erhöht die Philippinerin ihren Bekanntheitsgrad gehört heute mit fast einer Millionen Follower auf Instagram und über 500 Tausend Abonnenten auf YouTube zu einer der bekanntesten Social Media-Stars Deutschlands. Gemeinsam mit ihrer Schwester Katharina Damm startet sie den Vlog Kanal Ankat. Was sie uns über ihren Fame, Style und ihre größte Liebe erzählt, erfahrt ihr in unserem Interview im Rahmen der neuen Schwarzkopf Creators-Kampagne.

Die YouTuberin ist für das Schwarzkopf-Creators Event in Berlin. Crew-Member Silky trifft die YouTuberin zum Interview.   Copyright: styleranking

styleranking: Gibt es ein Erfolgsrezept für den perfekten Instagramfeed?

Anna Maria Damm: Viele Influencer haben megageile Feeds. Ich mache meiner Meinung nach nicht viel. Mein Feed ist recht bunt und ich achte darauf, dass es nicht zu grau wird. Ich schaue immer, dass alles farblich zusammenpasst und dass ich jedes Bild ähnlich bearbeite.

styleranking: Inwiefern inspirieren dich internationale Influencer?

Anna: Sie inspirieren mich in der Hinsicht, dass sie viel reisen. Ich finde es immer sehr interessant, wo sie überall hinkommen. Oft sind es Orte, von denen ich noch nie gehört habe. Das verfolge ich total gerne. Auch um zu erfahren, was es dort alles gibt. Die internationalen Influencer haben andererseits natürlich auch mehr Möglichkeiten, weil sie alles auf Englisch machen und überall auf der Welt ihre Follower treffen. Meine Hauptzielgruppe sind deutschsprachige Länder, deshalb ist meine Reichweite nicht so groß.

styleranking: Wie gehst du mit Hater-Kommentaren um?

Anna: Ich versuche möglichst alle Hater-Kommentare zu ignorieren. Ich mache das bereits seit fünf Jahren und mittlerweile berühren mich solche Kommentare nichts mehr. Ich habe mir eine harte Schale aufgebaut. Manchmal geht es auch zu weit, sodass ich Kommentare löschen muss. Solange sie an mich gerichtet sind, ist es noch okay. Sobald der Hate an meine Familie oder Freunde gerichtet ist, verstehe ich da keinen Spaß mehr.

styleranking: Wer wären deine Top 3 internationalen Influencer?

Anna: Ich habe nicht wirklich Vorbilder, aber es gibt drei Instagram Accounts, die echt cool finde. Das wäre einmal Mafalda Castro. Sie ist aus Portugal. Sie ist zwar nicht mega bekannt, aber ich finde ihren Feed und ihre Fotos sehr schön. Barbara Ines und Mexiquer wären die anderen zwei.

styleranking: Wie oft ist ein Lächeln oder eine Pose für ein Instagram Foto gestellt?

Anna: Sehr oft. (lacht) Gerade, wenn man in diesem Feld tätig ist, dann sieht man natürlich auch andere Bilder auf Instagram. Man möchte die dann gerne nachstellen, wenn man sie schön findet. Die schönsten Bilder entstehen aber eigentlich aus Zufall. Die Zuschauer merken das natürlich auch.

styleranking: Benutzt du für deine Fotos immer nur dein Handy oder hast du eine professionelle Kamera mit dabei?

Anna: Normalerweise haben wir immer eine Extra Kamera dabei. Die kann man auch direkt mit dem Handy verbinden, sodass man die Bilder direkt posten kann. Ich mache aber auch viele mit dem Handy, falls ich spontan eine schöne Wand sehe oder einen schönen Spot zum Fotografieren. Die Smartphones haben mittlerweile so eine gute Qualität, das merkt man als Follower sowieso nicht. Für Instagram an sich braucht man meiner Meinung nach auch keine krasse Auflösung. Es ist ja nur für das Smartphone und nicht für Plakate.

styleranking: Wie stellst du dir einen typischen Anna Maria Damm-Follower vor?

Anna: Die meisten, die mir folgen, befinden sich ungefähr in meinem Alter. Das sehe ich anhand meiner Statistiken. Ich stelle sie mir ganz chillig und normal vor, so wie ich es auch bin. Ich hatte heute einen Meet and Greet mit zwei Gewinnern und ich habe sie mir genauso vorgestellt. Es ist auch immer entspannend, wenn ich mit meinen Followern rede. Sie sind nicht aufgeregt und man kann ganz normal über alle Themen reden.

styleranking: Wird man durch den Begriff Influencer in eine Schublade gesteckt?

Anna: Ich finde das Wort nicht schlimm, aber die Bezeichnung Influencer hört sich irgendwie negativ an. Als würden wir die Leute beeinflussen, was das Wort ja auch bedeutet. Wir wollen die Menschen aber eher inspirieren und nicht beeinflussen. Ich finde, das sind schon zwei unterschiedliche Bedeutungen.

Fun Fact über Anna: 2014 spielte sie die Rolle der Vampirella im Kinofilm Bibi und Tina 2.   Copyright: styleranking

styleranking: Wie wichtig ist es, sein Privatleben vom Onlineleben zu trennen?

Anna: Ich teile sehr viel Privates mit meinen Follower. Viele meiner Follower folgen auch meinem Freund. Die Grenze ist eigentlich nur noch sehr gering. Wenn Fans aber vor unserer Haustür stehen, dann finden wir das natürlich auch nicht lustig. Letztens haben Fans unsere Katzen gestreichelt, weil die frei herumlaufen. Das fanden wir auch zu viel, weil man da schon Angst bekommt. Es könnte jemand mein ganzes Haus ausrauben, aber wenn jemand meine Katze klaut - das wäre das Schlimmste für mich.

styleranking: Hast du einen besonderen Style?

Anna: Ich trage sehr gerne lockere Kleidung und nicht allzu eng. Ich würde meinen Style, als Casual bezeichnen. Alles, was ich trage, ist alltagstauglich. Nichts Extravagantes.

styleranking: Gibt es etwas, was du immer zu deinem Outfits kombiniert wird?

Anna: Ich versuche immer meinen Style und auch meine Accessoires, wie Taschen und Schuhe, oft zu wechseln.

styleranking: Was ist eine Sache, die du deiner Meinung nach, als “Normalo” nie gemacht hättest. Etwas was du durch Instagram, YouTube tun konntest?

Anna: Das Reisen auf jeden Fall. Das ist auch eine Sache, für die ich sehr dankbar bin. Es ist unglaublich, dass ich in meinem Alter schon so viele Länder besuchen konnte. Das hätte ich mir damals selber gar nicht leisten können. Aber auch, dass ich so viele Menschen kennengelernt habe, die von verschiedenen Orten kommen. Und dass ich Freunde aus Amerika, Großbritannien oder Berlin gewonnen habe.

styleranking: Kannst du dir dich als Star von morgen vorstellen?

Anna: Das kann ich mir schon gut vorstellen. Ich hätte nichts dagegen. (lacht) Ich habe aber auch Freunde, die viel, viel viel bekannter als ich sind und ich würde nicht gerne mit ihnen tauschen. Wenn man zu bekannt ist, dann hat es auch seine Nachteile. Die gewohnte Privatsphäre verschwindet und man hat krassere Fans und krassere Hater. So wie es jetzt ist, finde ich es ganz gut.

styleranking: Wenn du jetzt zurückschaust, bereust du, dass du nicht Germany’s Next Topmodel geworden bist?

Anna: Nein, das nicht, aber ich schaue natürlich oft zurück, weil es eine geile Erfahrung war. Aber ich bin ganz froh, dass es so abgelaufen ist, ich Fünfte geworden bin und nicht gewonnen habe.

styleranking: Vielen Dank für das Gespräch, Anna!

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