Ratgeber

Steuertipps: Wenn Modeblogger Geld verdienen

styleranking
Von styleranking
16.03.2015 / 13:14 Uhr
Düsseldorf. 

Zahlreiche Modeblogs verdienen inzwischen mit ihrem Blog Geld, das hat eine aktuelle Umfrage von styleranking unter mehr als 100 Modebloggern ergeben. Doch was muss ein Blogger tun, wenn er mit seinem Blog Geld verdient und wie wird dies versteuert. styleranking befragte dazu Patrick Mönnighoff. Der Steuerberater hat sich auf Medien spezialisiert und gibt in vier wichtigen Fragestellungen Auskunft. Ein weitläufiger Irrtum ist es übrigens, dass jeder Blogger auch einen Gewerbeschein benötigt, wenn er mit seinem Blog Einkünfte erzielt.

So verdienen Modeblogger Geld.   Copyright: Jose R. Platon/Cover/Getty Images

Liebe Modeblogger,

um hier mal einige Missverständnisse aufzuklären, gebe ich hiermit mal zu einigen Stichpunkten eine kleine Einschätzung:


1. Unterschied Gewerbe - Freier Beruf
Der Hauptunterschied zwischen einem Gewerbe und einem Freien Beruf ist zunächst, dass die Aufnahme einer gewerblichen Tätigkeit bei der jeweiligen Gemeinde, die einer freiberuflichen beim Finanzamt angezeigt werden muss. Ein Freiberufler benötigt also keinen Gewerbeschein und muss daher auch keine Gewerbesteuer zahlen. Da die Gewerbesteuer erst bei einem Jahresgewinn über 24.500 Euro anfällt, spielt diese vermutlich für viele nebenberuflich tätige Blogger aber ohnehin keine besondere Rolle. Eine entsprechende zusätzliche Steuererklärung muss aber trotzdem abgegeben werden.

Insgesamt ist daher die Einstufung als Freiberufler sicherlich vorteilhaft. Bei vielen Bloggern ist dies prinzipiell kein Problem, da sie journalistisch tätig sind. Sobald die Einnahmen aber beispielsweise durch den Verkauf von Anzeigenformaten erzielt werden, deutet dies auf eine gewerbliche Tätigkeit hin. Da es sich hier jeweils um eine Einzelfallentscheidung handelt, kann ich hierzu keine pauschalen Aussagen treffen.

In beiden Fällen gilt jedoch: Die Aufnahme einer gewerblichen oder freiberuflichen Tätigkeit muss angezeigt werden - entweder gegenüber dem Finanzamt oder bei der Gemeinde.

2. Umsatzsteuer
Wer mit dem Finanzamt zunächst möglichst wenig zu tun haben möchte, kann - solange die Einnahmen zunächst 17.500 Euro im Jahr nicht übersteigen - die so genannte Kleinunternehmerregelung nach § 19 UStG in Anspruch nehmen. Dies bedeutet: In den gestellten Rechnungen wird keine Umsatzsteuer aufgeführt, sodass die Rechnungen auch nur netto bezahlt werden. Der Vorteil ist, dass der Kleinunternehmer unterjährig keine Umsatzsteuervoranmeldungen abgeben muss. Der Nachteil ist, dass er Umsatzsteuer, die er an andere Unternehmer gezahlt hat, nicht vom Finanzamt zurückfordern kann. Gerade bei größeren Investitionen kann der Verzicht auf die Kleinunternehmerregelungen daher manchmal sinnvoll sein.

3. Steuererklärungen
Wer selbständig tätig ist - egal ob gewerblich oder freiberuflich - ist verpflichtet, jährliche Steuererklärungen abzugeben. Als Gewinnermittlungsart wird in den meisten Fällen die so genannte Einnahmenüberschussrechnung die erste Wahl sein, da diese einfacher und - falls sie von einem Profi erstellt werden soll - auch günstiger ist. Wie hoch die zu zahlende Steuer ist, lässt sich leider ebenfalls pauschal nicht sagen, da der Steuersatz individuell unterschiedlich ist. Hier ist beispielsweise entscheidend, ob es noch andere Einnahmen gibt, der Steuerpflichtige verheiratet ist, Kinder hat, etc.

4. Weitere wichtige Punkte
Neben diesen grundlegenden, steuerlichen Fragestellungen, gibt es noch etliche Punkte, die ein Selbständiger beachten sollte. Hier geht es beispielsweise um die KSK, Krankenversicherung, Rentenversicherung, Elterngeld und möglichen Förderungen. Wer hier Hilfe braucht, sollte sich individuell beraten lassen.

Einen kurzen Leitfaden mit vielen wichtigen Punkten findet Ihr auch im "ABC für Existenzgründer und Jungunternehmer".

Wer darüber hinaus Fragen hat, kann sich auch gerne bei mir melden. Liebe Grüße Patrick Mönnighoff
www.moennighoff.com
mail[at]moennighoff.com


In eigener Sache...

Das Online-Modemagazin styleranking veranstaltet regelmäßig große Modeblogger-Treffen: Die FashionBloggerCafés. Zudem vermittelt styleranking Modeblogger an Unternehmen für Contentkampagnen. Companys finden alle Infos in den Mediadaten von styleranking - Fashionblogger, die gern zur festen styleranking-Blogcrew zählen möchten, bewerben sich bei unserer Blogger Relations-Managerin Christina Neif (christinaPUNKTneifATstylerankingPUNKTde).

Follow us