Eine Pro-und Kontra-Diskussion

TikTok vs. Instagram Reels: Was die Social Media-Tools können

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
09.07.2020 / 12:12 Uhr

Instagram zaubert mit Reels ein neues Tool aus dem Hut. Reels sind Kurzvideos mit musikalischer Untermalung und ähneln sehr stark dem Wettbewerber TikTok. Dass Instagram vor Kopien erfolgreicher Formate kaum zurückschreckt, musste 2016 bereits Social Media-Gigant Snapchat erfahren. Die heute so populäre Instagram-Story-Funktion samt Filtern kassierte seinerzeit die Nutzer*innen wieder ein, die zu Snapchat abzuwandern drohten. Mit dem Launch der neuen Instagram-Funktion Reels fragen sich die ersten: Beenden die Reels den Hype um TikTok, eine App die seit Monaten die Download-Charts anführt?

Wir haben uns die Vor-und Nachteile der beiden Tools analysiert und zeigen: TikTok vs. Instagram Reels: Was bieten die Tools?

TikTok vs. Instagram Reels: Was bieten die Tools den Nutzern?   Copyright: Shutterstock

Viral gehen

Der Instagram-Algorithmus gilt als gut gehütetes Geheimnis des Anbieters Facebook. Einen viralen Hit bei Instagram zu landen, scheint mittlerweile bisweilen utopisch. Erst, wenn sich Influencer*innen eine deutliche Reichweite aufbauen, haben sie die reelle Chance, auch eine große Zahl von Follower*innen zu erreichen.

TikTok hingegen bietet jederzeit die Option eines viralen Hits. Wer auf der ForYou-Page landet, hat die Chance auf Klickzahlen in Millionenhöhe - wenn es richtig gut läuft. Dafür präsentiert sich der TikTok-Feed weniger kuratiert - wenn auch eine Vorauswahl basierend auf den Interessen der User getroffen wird. About You-CEO Tarek Müller sagt dazu im OMR-Podcast: „Während bei Instagram der Reichweitenunterschied einzelner Posts bei plus minus 50 Prozent liegt, kann er bei Tiktok minus 90 bis plus 10.000 Prozent ausmachen. Das ist noch viel mehr eine Moonshot-Plattform.”

Kreativität beweisen

Die Kreativität, mit der TikTok neue Nutzer*innen zieht, wirkt erfrischend und herrlich unperfekt, wie TikTok-Star Alina Mour beim InfluencerCafé Virtual Edition von styleranking sagt: “Humor spielt bei TikTok eine große Rolle, obwohl es den meisten TikToker*innen zu Beginn schwer fällt, einfach Spaß zu haben.” Neue Challenges und Einflüsse aus der internationalen Community machen TikTok zu einem Schmelztiegel für kreativen Video-Content.

Instagram, eine Plattform die mehr für Perfektion und Inszenierung steht, tut sich noch schwer mit bunten, kreativen Reels. Wir sehen entweder TikToks, die auch in den Reels geteilt werden oder ungeschnittene Videos ohne Effekte, die etwa auf Events oder bei Fashion-Shows entstehen. Das kreative Reels-Feuerwerk lässt auf sich warten.

Richtig tolle Storytelling-Formate sehen wir bei beiden Tools noch selten”, sagt styleranking-Gründer Roland Schweins. “Wir sehen die typischen, klickträchtigen und aufmerksamkeitsstarken Posts - viel nackte Haut. Das funktioniert zwar, zahlt aber weder in die zeitgemäße Haltung von Gender Equality ein, noch beweisen Influencer*innen damit besonderes Talent, spannende Geschichten zu erzählen.”

@alinamour

Twins mal vereint @juliabeautx 😂💗 insta: alinamour

♬ Till i cant stand - noodles.edits.stuff

Schwierigkeitsgrad

Das erste TikTok-Posting erfordert Geduld und ist unweigerlich mit einer Reihe Outtakes verbunden. Die App bietet zahlreiche Funktionen und Bearbeitungsoptionen. Equipment und Vorkenntnisse sind nicht nötig und Inspiration für jeden Wissensstand finden User*innen über die Rubrik ‘Entdecken’.

(Hier gibt’s übrigens eine Anleitung von uns zu deinem ersten TikTok.)

Die Instagram-Reels profitieren von den Kurzvideo-Skills, die viele User bereits bei TikTok erworben haben. TikTok-Erprobte finden sich in den Reels schnell zurecht. Reels sind aktuell auf 15 Sekunden limitiert, der Zeitaufwand bleibt damit überschaubar. Content Creators können die Videos schneiden und ohne Ton speichern. Bei TikTok lassen sich die Entwürfe nur in der App direkt speichern. Voice-Overs wie bei TikTok sind in den Reels nicht möglich, die eigene Vertonung von Videos ohne musikalische Untermalung ist es aber schon.

“Wie immer gilt auch in der Kommunikation von Social Media-Posts: Follower merken sofort, wenn ein Inhalt mit Liebe und Aufwand erstellt wurde”, sagt Influencer Marketing Managerin Meral Kur aus dem styleranking-Team.

Geschlossener Kosmos oder offene Welt

Wer sein TikTok speichern und hochladen möchte, erblickt im unteren linken Bildschirm die altbekannten Symbole von WhatsApp und Instagram mit der Option “Automatisch teilen bei…” Ein kleiner Hinweis mit großer Bedeutung. TikTok lässt zu, dass User*innen Inhalte kanalübergreifend teilen. So ist es außerdem möglich, favorisierte TikToks kinderleicht zu speichern, in die Insta-Story zu posten oder per WhatsApp zu verschicken.

Instagram hingegen versteht sich als geschlossener Kosmos. Wer ein Video speichern möchte, muss dazu schon auf die hauseigene Favoriten-Rubrik zurückgreifen. Verschicken lassen sich Inhalte ausschließlich intern via Direct Message. Klar, Instagram schützt damit seine Plattform. Allerdings ist hier die Frage zu stellen: Passt diese Vorgehensweise zu den Needs der Nutzer*innen?

Vertraut oder gehypt?

Abschließend bleibt die Frage: Schätzen die User*innen die vertraute Benutzeroberfläche von Instagram und freuen sich, mit den Reels ein weiteres Feature in der App zu finden?

Oder feiert TikTok auch deshalb Erfolge, weil wir neue Content Creators sehen, eine andere Bedienoberfläche verwenden und einen neuen Social Media-Kosmos erleben. Tarek Müller sagt dazu: „Das ist eine Entertainment-Plattform mit Content von Creators, die du noch nie gesehen hast und die teilweise noch nicht einmal deine Sprache sprechen.“ Auch Gen Z-Profi Charles Bar, der jetzt zu TikTok wechselt, sagt dem Fachmagazin “W&V” gegenüber: TikTok wird die Kommunikation einer ganzen Generation prägen.

Die styleranking-Prognose

Anders als der Snapchat-Hype, der durch die Insta-Stories von Facebook wieder gefühlt einkassiert wurde, wird Instagram im Wettbewerb zu TikTok versagen und den Kürzeren ziehen.

Dafür sprechen drei Gründe: Jedes Video kann bei TikTok viral gehen. Wir beobachten bei TikTok viel mehr Spaßfaktoren, weil sich die Plattform auf ein Feature konzentriert und nicht wie Instagram einfach neue Features aufsattelt. Und schließlich: Die Nutzer*innen haben auch einfach mal Lust auf etwas Neues. Wir übrigens auch.

Die mit Shutterstock gekennzeichneten Bilder stammen aus der Datenbank Shutterstock.

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