Influencer Interview

xLaeta: "Ich finde den Begriff Influencer eigentlich ganz schrecklich"

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
03.03.2020 / 11:46 Uhr

InstagramViel Pink, kontrastreiche Farben, Bikini-Bilder und Aufnahmen aus blauen Lagunen - das ist der Insta-Feed von xlaeta. Julia Fröhlich baut sich mit Travel und Lifestyle-Content eine beachtlichen Community auf: 2,3 Mio. Insta-Follower und 1,85 Mio. Abonnenten bei YouTube. Sie zählt zu den erfolgreichsten deutschen Social Media-Stars. Mit der Gründung ihres Beauty-Labels "nju" wagt Julia den Schritt in die Selbstständigkeit.

Auf der Glow in Wien nutzen ihre Fans die Gelegenheit, Julia persönlich zu treffen. Auf dem Pink Carpet schießt sie Selfies, schreibt Autogramme und trifft viele Follower beim Meet & Greet. Kurz vor Beginn der Glow treffen wir Julia zu einem privaten Interview. Wir erfahren, warum sie nicht alles aus ihrem Leben mit der Öffentlichkeit teilt, welches zweite Standbein ihr Sicherheit für die Zukunft gibt und warum sie den Begriff "Influencer" unpassend findet.

xLaeta gehört mit 2,3 Millionen Instagram-Followern zu den Superstars der deutschen Social Media-Szene. On top führt sie ihre eigene Kosmetik-Marke.   Copyright: Shine Conventions GmbH / Fotograf: Markus Nass

styleranking: Du triffst viele Fans auf Events wie der Glow. Was wollen die von dir wissen?

Julia: Meistens machen wir Fotos und quatschen ein wenig. Am häufigsten wird gefragt, wie es meinen Katzen geht, was sie machen und wer auf sie aufpasst. (lacht)

styleranking: Kannst du noch unerkannt rausgehen?

Julia: Wenn ich abends im Supermarkt einkaufe, spricht mich niemand an. Wenn ich am Samstag shoppen gehe, treffe ich viele Fans. Mir ist aufgefallen, dass mich auch viele Personen in Wien erkennen. Hier leben einige Leute, die mir folgen. Das freut mich natürlich sehr.

"Blöde Kommentare bekomme ich nicht"

styleranking: Wie fühlt es sich an, erkannt zu werden?

Julia: Ich sehe das nicht als VIP-Status. Die Leute kennen mich nicht aus einem Film oder weil ich als Musikerin arbeite. Sie kennen mich so, wie ich bin. Wenn ich meine Fans treffe, ergibt sich daraus eine ganz andere Gesprächsbasis. Wir unterhalten uns direkt freundschaftlich, zum Beispiel über meine Reiseziele oder meine Haustiere.

styleranking: Du hältst Teile deines Lebens privat. Wo ziehst du die Grenzen?

Julia: Mir ist es wichtig, meinen Freund, meine Familie und auch meine engsten Freunde nicht auf Social Media zu zeigen. Sie selbst haben daran keine Freude und nutzen Social Media Networks kaum. Ich respektiere das und erhalte dadurch ein Stück Privatleben.

styleranking: Wie stehen deine Follower zu dieser Entscheidung?

Julia: Ich habe es nie anders gehandhabt, weswegen meine Follower daran gewöhnt sind. Trotzdem erreichen mich häufig Nachfragen. Blöde Kommentare bekomme ich nicht. Vielmehr steckt hinter den Fragen Interesse.

styleranking: Du hast eine eigene Brand gegründet. Wieso?

Julia: Ich habe schon lange davon geträumt. Vor zweieinhalb Jahren habe ich diesen Traum Realität werden lassen. Den richtigen Zeitpunkt hat mir mein Bauchgefühl gezeigt. Es war unglaublich viel Arbeit. In dieses Projekt habe ich viel Zeit und Liebe investiert.

styleranking: Wie wichtig ist es, sich neben Social Media ein zweites Standbein aufzubauen?

Julia: Ich sehe mein abgeschlossenes Studium im Medienbereich als zweites Standbein und finde wichtig, darauf zurückgreifen zu können. Ich denke, damit stehen mir einige Jobs offen. Schließlich konnte ich Praxiserfahrung über die Jahre sammeln.

"Ich bin nicht sehr kreativ und denke nicht langfristig"

styleranking: Welche Skills braucht du als erfolgreiche Unternehmerin?

Julia: Ich sehe mich nicht als bestes Beispiel dafür. Ich bin nicht sehr kreativ und denke nicht langfristig. Ich besitze auch kein Büro oder beschäftige Angestellte. Wir erledigen alles alleine. Wir arbeiten auf Projektbasis mit Freelancern zusammen. Ich mache einfach, worauf ich Lust habe, und arbeite an Projekten, die sich für mich richtig anfühlen.

styleranking: Social Media-Stars wie Riccardo Simonetti möchten keine Influencer mehr sein. Wie bewertest du diese Entwicklung?

Julia: Diese Entscheidung wird häufig von zweiten Standbeinen wie Moderation und Musik beeinflusst. Sie wollen nicht ausschließlich als Influencer wahrgenommen werden, da es mittlerweile so viele davon gibt. Ich persönlich liebe Instagram, Youtube und Co. und habe kein Problem damit, wenn ich nur als Influencerin angesehen werde. Genau das bereitet mir am allermeisten Spaß und deswegen bleibe ich dabei.

styleranking: Wie stehst du zur Jobbezeichnung Influencer?

Julia: Ich finde den Begriff Influencer eigentlich ganz schrecklich. Ich benutze ihn nur, weil jeder weiß, was gemeint ist. Ich finde den Begriff Content Creator besser, weil ich eben Content produziere und ihn mit der Community teile.

3,8 Millionen Aufrufe verzeichnet xLaetas erfolgreichster YouTube-Clip. Der Titel "Was Mädchen heimlich tun".   Copyright: Shine Conventions GmbH / Fotograf: Markus Nass

"Influencer sollten darauf achten, dass sie eine gewisse Verantwortung tragen und dass sie keine unpassenden Produkte bewerben"

styleranking: Was müsste sich ändern, damit die Branche weiterhin attraktiv bleibt?

Julia: Influencer sollten darauf achten, dass sie eine gewisse Verantwortung tragen und dass sie keine unpassenden Produkte bewerben. Das drückt die ganze Branche in eine falsche Schiene und Medien berichten, was für schlechte Vorbilder wir seien. Das könnte für die Branche gefährlich werden. Jeder Künstler möchte für seine Arbeit Wertschätzung erfahren und nicht wegen anderer abgestempelt werden.

styleranking: Wie stehst du zu TikTok und IGTV?

Julia: IGTV gefällt mir sehr, es bereitet nur sehr viel Arbeit, dort etwas hochzuladen. Vor zwei Jahren dachte ich, TikTok hätten keine Chance. Mittlerweile hat sich die Branche aber weiterentwickelt. Konkurrenz kann definitiv entstehen. Trotzdem sollten wir die Plattformen nicht miteinander vergleichen, jeder fühlt sich auf einer anderen App am wohlsten. Ich bespiele alle gerne.

styleranking: Vielen Dank für das Interview, Julia.

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