INTERVIEW

Alexa Feser: "Mit meinem Bühnenoutfit drücke ich meine Persönlichkeit aus!"

Thomas Gottlöber und Alina Schmidt
Von Thomas Gottlöber und Alina Schmidt
05.10.2015 / 16:29 Uhr

25 Jahre Wiedervereinigung: In Berlin feierten am Wochenende eine Millionen Besucher mit Stars wie Revolverheld, Lena Meyer-Landruth, Jupiter Jones und Felix Jaehn am Brandenburger Tor das "Festival der Einheit“ - präsentiert von Coca-Cola. Die styleranking-Autoren Alina und Thomas vom Blog betajungle waren für euch dabei und trafen Sängerin und Songwriterin Alexa Feser top gestylt im Hotel Adlon vor ihrem Auftritt zum Interview.

styleranking: Alexa, du trägt heute ein ganz spezielles T-Shirt. Verrätst du uns und unseren Lesern, was es damit auf sich hat?

Alexa: Das ist mein selbst designtes Hier-T-Shirt. Ich habe es zusammen mit meinem Stylisten zu meinem ersten Video Wir sind hier entworfen und auch schon bei der Adel Tawil-Tour getragen. Uns gefiel es dann so gut, dass wir es in Druck gaben. Die Kette, die ich umhabe, ist auch ein individuelles Stück von mir. Freunde schenkten mir die Silberplatte, auf der der Songtitel Dezemberkind von meinem Album eingraviert ist. Ich bin selber ein Dezemberkind, deswegen trage ich die Kette immer. Fanartikel, auf denen der eigene Name draufsteht, mag ich überhaupt nicht.

styleranking:
Der Name eines Labels sollte deiner Meinung nach also nicht unbedingt gleich sichtbar sein?

Alexa: Genau. Ich würde niemals ganz groß meinen Namen draufschreiben. Er steht zwar auf meinem Jutesack auf der Rückseite, aber selbst das finde ich schon ein wenig too much. Ich mag es lieber, wenn ein schöner Spruch draufsteht.

Thomjas Gottlöber und Alina Schmidt trafen Alexa Feser vor ihrem Auftritt beim Festival der Einheit.   Copyright: Alina Schmidt, Thomas Gottlöber

styleranking: Hat der Aufdruck Hier eine besondere Bedeutung für dich?

Alexa: Ja, Hier ist ein tolles Wort um den Moment auszudrücken. Mein Song heißt auch Wir sind hier. Ich nehme alles was um mich herum passiert, hier und jetzt wahr.

styleranking: Deine Dezemberkind-Kette ist eher groß und auffällig. Trägst du solchen Schmuck lieber als kleine, filigrane Stücke?

Alexa: Ich mag sowohl auffälligen als auch filigranen Schmuck. Zu meinen Lieblingen gehören einzelne Stücke aus der Charlotte-Kollektion von Ehinger Schwarz. Mit dem Label arbeite ich viel zusammen. Sie haben viele feine und filigrane Ketten die ich gerne auf großen Events wie dem Echo trage. Sonst lege ich eher selten Schmuck an.

styleranking: Wählst du deine Bühnen-Outfits selber oder übernimmt das ein Stylist für dich?

Alexa: Natürlich gibt es Menschen die mir Tipps geben, was mir gut steht und was nicht. Generell stelle ich meine Outfits aber selber zusammen. Mit dem Bühnen-Outfit drücke ich aus, welche Persönlichkeit in mir steckt und welchen Stil ich bevorzuge. Meinen Style würde ich als Kombination aus legerer und chicer Mode bezeichnen. Im Moment gefallen mir Marlene- oder auch Schlaghosen sehr gut, die ja derzeit Comeback feiern. In ihnen fühle ich mich wohl weil sie so bequem sind.

Alexa Feser bei ihrem Auftritt auf dem Festival der Einheit in Berlin.   Copyright: Alina Schmidt, Thomas Gottlöber

styleranking: Du bevorzugst also lässige Styles?

Alexa: Ich trage gerne bequeme Kleidung, die trotzdem einen modischen Charakter hat. Ich möchte gut angezogen sein und mich nicht fühlen, als liefe ich im Jogginganzug über die Straße. Obwohl das ja mittlerweile auch salonfähig ist.

styleranking: Derzeit ist der Granny Style der totale Trend. Was hältst du von diesem Look mit Hochwasserhosen, großen Brillen und Strümpfen in den Schuhen? Würdest du so etwas selbst tragen?

Alexa: Es gibt einige Dinge am Granny Style die ich toll finde. Ich mag vor allem den Dutt im undone Style, der locker und ein wenig tiefer sitzt und die Kopfform betont. Auf den Trend Socken in Sandalen bin ich noch nicht aufgesprungen, das ist überhaupt nicht mein Ding. Dann trage ich lieber Sandalen ohne Strümpfe oder zumindest geschlossene Wedges.

styleranking: Und wie stehst du zu Hochwasserhosen?

Alexa: Hochwasserhosen sind gut kombinierbar. Es kommt dabei immer auf den gesamten Look an. In Verbindung mit einem schönen Oversize-Mantel oder einem Kimono gefallen mir Hochwasserhosen sehr gut.

styleranking: Was sagst du zum derzeiten Trend-Teil Poncho?

Alexa: Ich liebe Ponchos. Ich glaube fast alle Frauen stehen auf Ponchos, weil sie vielfach kombinierbar sind. Sie passen zu allen möglichen Hosenformen, man kann sie locker über die Schulter werfen oder offen und lässig tragen. Ein Seventies-Look passt meiner Meinung nach auch gut zu diesem Trendteil. Ponchos sind so ein Frauending: Sie halten warm und sind trotzdem stylish.

Bei unserem Interview zeigte sich Alexa Feser modisch in Schlaghose, lässigen Sneaker und ihrem Hier-Shirt.   Copyright: Alina Schmidt, Thomas Gottlöber

styleranking: Was war bisher dein größter Modefauxpas?

Alexa: Manchmal gibt es Stücke, die in einer außergewöhnlichen Kombination schon wieder stylish wirken. Ob das bei meinem transparenten, ausgestellten Oberteil mit Trompetenärmeln und Blumen-Print so ist, welches bei mir im Schrank hängt, ist fraglich. Das Blumenmuster ist so schräg, dass ich das Shirt wirklich in die Tonne hauen sollte, damit es bloß kein anderer trägt.

styleranking: Du hast früher als DJane gearbeitet - wie hat sich dein Stil seitdem verändert?

Alexa: Als ich in den 90er Jahren als DJane arbeitete, sah die Mode noch ganz anders aus. Obwohl einige Trends von damals wie bauchfreie Oberteile, Schlaghosen, Felljacken und Plateauschuhe wieder zurückkommen. Nur heute sind die Kombinationen stylisher, wie beispielsweise Neon-Farben, die man heute nur einzeln kombiniert. Irgendwann habe ich meinen individuellen Stil gefunden und mich immer weniger den Trends angepasst sondern das ausgesucht, was zu meinem Stil passt.

styleranking: Was ist dein geheimer Shopping-Tipp in Berlin?

Alexa: Am Hackeschen Markt gibt es tolle kleine Läden und in Friedrichshain findet man Designerläden von Newcomern. Ganz neu ist der Laden Bikini Berlin, der sowohl günstigere als auch teure Kleidung und Marken führt. So kann man Teile verschiedener Preisklassen miteinander kombinieren.

styleranking: Shoppst du auch im Internet?

Alexa: Ich bin ein klassischer Laden-Shopper, weil ich die Sachen anfassen und anprobieren möchte. Einkaufen ist für mich als Frau ein Ereignis, ich möchte Zeit in den Läden verbringen und mich damit belohnen. Bei mir dauert Shoppen wirklich sehr lang!

styleranking: Heute feiert Deutschland das 25-jährige Jubiläum der Wiedervereinigung. Was verbindest du damit?

Alexa: Ich bin vor 9 Jahren aus Wiesbaden hierher gekommen. Seitdem hat sich in Berlin sehr viel verändert. Es ist auffällig, dass keine große Diskrepanz zwischen Ost und West herrscht. Ein gutes Beispiel ist die derzeitig tolle Integration der Flüchtlinge. Mit dem heutigen Tag verbinde ich in Bezug auf Berlin daher eine große Gastfreundschaft. Die ersten Menschen, die ich hier kennengelernt habe, kamen aus dem Osten und sind bis heute meine engsten Freunde. Als 10-jähriges Kind war mir die Bedeutung der Wiedervereinigung nicht so bewusst. Aber jetzt, wo ich in Berlin bin, merke ich, wie sehr das die Menschen zusammengeschweißt hat.

styleranking: Vielen Dank für das Interview, Alexa! Und viel Spaß nachher auf der Bühne!

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