Labellaunch im Herbst 2017

Arket: H&M eröffnet neuen Mulitlabel-Conceptstore in München

Daniel Verovic
Von Daniel Verovic
25.04.2017 / 20:43 Uhr

„Not macht erfinderisch“, besagt ein altes Sprichwort. Im Fall von H&M ist der Begriff "Not" allerdings ein sehr dehnbarer: Mit einem Jahresumsatz von 3,93 Mrd. Euro alleine in Deutschland sind die Zahlen der schwedischen Modegiganten zwar rückläufig, aber weit jenseits der Armutsgrenze. Laut der Wirtschaftswoche „stehen schon jetzt wichtige Kennziffern auf Rot. Die Bruttomarge, also der Anteil vom Umsatz, der nach Abzug der Herstellungskosten übrig bleibt, sinkt seit 2010 von 63 auf 55 Prozent bis August 2016. Die operative Marge sackte im gleichen Zeitraum von 23 auf 12 Prozent“, so das Magazin. Dennoch: Auf Lorbeeren ausruhen kann sich vor allem in der schnelllebigen Modewelt keiner. Stillstand bedeutet Rückschritt. Neue Ideen und Strategien müssen her! Und wie so oft entstehen diese auf einem Papierblatt: „Arket“, was auf Schwedisch so viel bedeutet wie „Blatt Papier", soll jetzt die Wende bringen und mit vermeintlich neuem Konzept begeistern.

Das neue H&M-Motto: „Shoppen und schnabulieren!“

Das Modell des Kaufhauses gilt seit dem Untergang von Karstadt eigentlich als verstaubt und überholt. Daher verwundert es etwas, dass H&M mit seinen Arket Filialen ein ähnliches Konzept verfolgt: Neben eigener Mode des neuen Labels will Arket auch Kleidung von anderen Marken und sogar Haushaltswaren anbieten. Die hauseigenen Teile kündigt man als teurer als H&M-Mode an. T-Shirt-Preise sollen bei 15 Euro starten, Hemden zwischen 39 und 115 Euro und Jeans von 59 bis 115 Euro kosten. Stilmäßig gehe die Mode eher in Richtung des H&M-Schwesterlabels COS gehen.

Ein Blick auf die Produktkategorien auf der Arket-Homepage zeigt, dass das neue Schwedenbaby neben typischen Basics für Männer und Frauen auch Mode für Kinder und Homeware anbieten wird. Klamotten und Kochlöffel? Scheinbar, denn der besondere Clou wird das eigene Café in den Filialen. Laut Textilwirtschaft wird man dort „typische New Nordic Kitchen mit hochwertigen und gesunden Zutaten“ mit Wraps, Salaten und Kuchen anbieten. Klingt schön, aber auch nicht sonderlich individuell. Eher so, als ob H&M COS, Vapiano, WMF und Starbucks ein uneheliches Kind zeugen würden. Gibt es so oder so ähnlich schon und nennt sich Galeria Kaufhof oder P&C.

Überhaupt noch cool?

Eine kleine Zeitreise zehn Jahre zurück. Betrat man damals einen H&M-Store, konnte man sich nicht nur vor Kunden nicht retten, sondern auch vor coolen Klamotten. Wer ließ damals nicht am liebsten ein halbes Vermögen beim schwedischen Moderenner? Wer dachte damals in der Kinderabteilung nicht, meine Kleinen kleide ich später nur in H&M-Klamotten? Wer hat sich bei einem Stadtbummel oder auf einer Party nicht darüber geärgert, dass mindestens drei Leute genau dasselbe T-Shirt oder genau die Jeans wie man selbst trugen?

Geht man heute in einen H&M-Laden, ist dort mitunter noch etwas los. Aber es fehlt dennoch etwas. Dieses „Das-muss-ich-unbedingt-haben-Gefühl“! Mittlerweile schlendert man eher durch die Gänge, streicht über das ein oder andere Teil und fragt sich bloß: „Eigentlich ganz hübsch, aber brauche ich das wirklich?“

Vor allem bei jungen Leuten scheint H&M an Relevanz verloren zu haben. Von fünf befragten, modebegeisterten Teenies und Twens, welche Labels sie für aktuell angesagt halten, antwortete mir keiner mit H&M.

H&M: Die letzte Designer-Kooperation mit Kenzo wurde bereits belächelt und die Margen sinken.   Copyright: Bryan Bedder/Getty Images

Der Mode von H&M und den Umsatzzahlen des Labels wird das neue Labelkonzept vermutlich keinen Boost verleihen. Aber wie das neue Konzept, vor allem im umsatzstärksten Standort Deutschland, ankommt, erfahren wir schon im Herbst 2017: Nach London eröffnet dann in München der erste Laden des Filialkonzepts am Standort Weinstraße 6 in München, wie die Textilwirtschaft berichtet.

Auf über 850m² Verkaufsfläche verteilt auf vier Etagen werde sich Arket dort präsentieren. Vielleicht bringt Arket tatsächlich frischen Wind in die H&M-Familie. Vielleicht aber auch nicht.

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