BFW Winter 2015

Back to Basic in Berlin: Die Nummer sicher der Premium Messe

Moritz Lindert
Von Moritz Lindert
20.01.2015 / 09:00 Uhr

Der richtige Kick-off für die Berlin Fashion Week: Ein ausgiebiger Besuch auf der Premium Messe für Contemporary High-Fashion Brands. Hier warten jede Saison über 1.800 spannenden Kollektionen von up and coming Premium-Labels auf den Startschuss der Modewoche. Los geht’s - doch von Aufbruch ist dieser Tage in den Messehallen der Hauptstadt wenig zu spüren. Schlechte Umsätze und insolvente Trade Shows drücken auf das Modegemüt. Und so überrascht es nicht, dass die Designer auf der Premium für Herbst/Winter 2015 vor allem Altbewährtes und Verkäufliches zeigen. Eine Branche geht auf Nummer sicher.

Schwarz geht immer

Klare Formen und gedeckte Farben reihen sich dicht an dicht auf den Kleiderstangen in den großzügigen Messehallen, Allover-Prints und Oversize-Silhouetten bestimmen weiterhin das Bild auf vielen Ständen. Alles, was sich gut verkauft, wird in den nächsten Winter gerettet: Statement-Sweater und Eggshape-Mäntel, grafische Muster und sehr viel Schwarz. Wohl um Tierschutzdebatten zu umgehen, zeigen außergewöhnlich viele Labels Fake-Fur, das im nächsten Winter gefärbt, verfilzt oder gebondet wird.

Am Stand von Wood Wood lässt sich Redakteur Moritz die neuen Entwürfe des dänischen Sportswear-Labels zeigen.   Copyright: styleranking

Obwohl der Himmel über dem Gelände der alten Station Berin blau und klar erscheint, zeichnen sich dunkle Wolken am Horizont des Modehandels ab. Das wissen vor allem die Einkäufer, die am ersten Messetag auf der Premium unterwegs sind. Besteht uns eine neue Krise bevor? Hier herrscht Unsicherheit, einig sind sich aber alle: Schwierige Zeiten verlangen schlichte Maßnahmen. Und das in hochwertigstem Sinne. Viele der rund 1.000 vertretenen High-Fashion Labels setzen für die kommende Saison auf Tragbarkeit und bereits etablierte Trends. Back to Basic ist das neue Credo für Marken wie Closed, Marco O'Polo und Superga. Vor allem in kommerziellen Segmenten wie Sportswear, Denim und Accessoires üben sich die Designer in gesunder Entschleunigung.

Neues Berliner Design

Weil die Premium sich aber neben dem breiten Trend auch der progressiven Avantgarde verschrieben hat, spielt in der neu eröffneten Halle 8 modische Zukunftsmusik. New Luxury und Pre-Collections widmet sich der lichtdurchflutete Neubau, der gleichzeitig zur Bühne für den Premium Young Designers Award und ein besonderes Berliner Klassentreffen wird. Zahlreiche Modeschöpfer der Mercedes-Benz Fashion Week präsentieren ihre Kollektionen frisch vom Laufsteg am Brandeburger Tor. Lala Berlin, Mailaikaraiss, Marina Hoermanseder, Dawid Tomaszewski und Vladimir Karaleev kommen in Halle 8 zusammen und setzen ein Statement für neues Berliner Design und neuen Berliner Luxus.

Auf der Premium Messe setzen besonders viele Marken auf Fake-Fur in verschiedenen Farb- und Formvarianten.

Wichtigstes Teil für den Kleiderschrank bleibt aber das Basic. Liebeskind Berlin widmet den Alleskönnern fast die gesamte Ready-to-wear Kollektion, zeigt lässige und eng geschnittene Jersey-Shirts, sowie tragbare Boyfriend- und Skinny Jeans. Das italienische Luxuslabel Missoni besinnt sich zurück auf sein ikonisches Ethnomuster und setzt den Firmenklassiker in glänzenden Lurexkleidern, aber auch gedeckten Schwarz-Weiß-Tönen um. Gewohnt sportiv geht es beim dänischen Trendlabel Wood Wood zu. Minimalistische Schnitte und Details aus der Activewear geben der Marke auch in der nächsten Wintersaison ihren typisch skandinavischen Look.

Missoni setzt mit der neuen Kollektion auf bewährte Farben und Ethno-Muster - wie viele andere behalten sie den Allover-Trend aus der letzten Saison bei.   Copyright: styleranking

Es ist kein neues, aber dafür ein sehr starkes und solides Bild, dass die Modemacher auf der Premium abliefern. Jeder konzentriert sich auf das, was er am Besten kann, und das tut gut – der Mode, und hoffentlich auch dem Handel.

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