Berlin Fashion Week Sommer 16

Bread & Butter 2015: Kuhjo, Mavi, Cinque und Lonsdale halten die Fahne hoch

Roland Schweins
Von Roland Schweins
07.07.2015 / 16:26 Uhr

Wir haben Mando Diao auf der Bread & Butter-Opening-Party gesehen. Und Deichkind. Und Streetstyles abgefahrendster Typen fotografiert. Alle wichtigen Modelabels haben hier ausgestellt. Von Diesel über Boss Orange bis Calvin Klein. Doch als wir heute den Flughafen Tempelhof betreten, blutet uns das Herz. Keine Taxischlangen. Keine Außenwerbung. Personalausweiskontrolle? Fehlanzeige. Über leere Gänge laufen wir. Vorbei an hunderten übergroßen Büchern, die "10 Jahre Bread & Butter" dokumentieren. Die Bücher sind einige Kilo schwer und werden verschenkt. Sie dokumentieren: Hier gibt es lediglich noch Erinnerungen zu entdecken.

Als wir am sparsam aber hübsch mit pinken Sonnenschirmchen dekorierten, zentralen Hangar vorbeigehen, fragen wir uns, ob wir uns diesen Besuch lieber gespart hätten. In Hangar 5 erwarten uns nette Labels, deren Standmitarbeiter dreinschauen, als würden sie ebenso nachdenken. Unter den "Startups from Fashion, Sports, Living, Mobility, Augmented Reality and Visionary Gadgets" finden wir ausgerechnet den Berliner Condom-Hersteller "Einhorn", der mit veganen Kondomen und Crowdfunding von sich Reden gemacht hat.

Im mittleren Hangar 6 sind die verbliebenen relevanten Modelabels untergebracht. Mit dem größten Stand fällt Khujo auf. Mittig besuchen wir Mavi, schauen einmal kurz bei Lonsdale und Cinque hinein, schlendern bei CG - Club of Gents vorbei - und: Das war's. Auch Blutsgeschwister, Naketano oder Lindbergh sind vertreten. Alle anderen bekannten Marken haben der Messe hingegen den Rücken gekehrt. Höchst fraglich, was der neue Eigentümer Zalando nun mit der Platform vorhat. Er wird ganz von vorn beginnen müssen. Der Name "Bread & Butter" ist noch immer sehr groß. Die Marke strahlt Historie ab. Diese Erwartungen sollte man nicht mit einer Klasse C-Veranstaltung enttäuschen.

Einige Labels wie Blutsgeschwister bleiben der Bread & Butter treu. Die meisten kehren der einstigen Leitmesse jedoch den Rücken.   Copyright: Roland Schweins für styleranking

Die Labels, die wir besuchen, fragen uns, ob wir von der Aufmachung der Messe "geschockt seien", betonen ein um das andere Mal, dass es ganz toll sei, dass wir hergefunden hätten und dass zumindest am eigenen Stand die Frequenz der Einkäufer und Besucher stimme. In Hangar 7 machen wir kehrt, als wir die lieblos platzierten Stände sehen - eine Mischung aus Kindermode, Jungdesignern und Schuhlabels.

Auf dem Weg nach draußen können wir kaum fassen, dass wir mit dem Thema "Bread & Butter" nach zwei Stunden schon fertig sind. Und wünschen uns, dass diese Urban & Streetwear-Messe - die Tradeshow for selected brands - zurückkehrt. In anderer Form, vielleicht an einem anderen Ort, auf jeden Fall nicht als ein Schatten seiner selbst.

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