Kommentar

#Brexit begins: So verändert der EU-Austritt der Briten die Modewelt

Lara Schwitalla
Von Lara Schwitalla
24.06.2016 / 16:32 Uhr

Bye bye, Brits: Der Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union ist noch nicht offiziell bestätigt. Dennoch verabschiedet sich die Bevölkerung der EU-Mitgliedsstaaten bereits mit Social Media-Pauken und Trompeten von der englischen Insel. Premierminister David Cameron tritt aus Protest gegen den #Brexit vom höchsten politischen Posten des Landes zurück. Doch welche Folgen entstehen für Deutschland wirtschaftlich und modisch durch den Rückzug Großbritanniens aus der EU?

Fatale Folge: Ohne Mode-Moos nix los

Geld ist im Leben zwar nicht alles, in der Wirtschaft allerdings schon. Man muss kein Wolf of Wallstreet sein, um die Überreaktion der Börsen auf das unerwartete Abstimmungsergebnis der Briten gegen die Europäische Gemeinschaft als absehbar und fatal einzustufen. Das Pfund fällt auf den niedrigsten Kurs seit 1985 und zieht zahlreiche weitere Börsenkurse mit nach unten. Wer jetzt glaubt, dass nur die Briten in Zukunft weniger Geld für neue Modeschnäppchen aufbringen können, liegt falsch. Das vereinigte Königreich gilt als drittgrößte Handelspartner Deutschlands. Die Folge: Zukünftig leidet auch unsere Wirtschaft unter den Ergebnissen der Abstimmung. Wer soll den einstigen britischen Konsum von Autos, Mode und deutschem Bier Made in Germany auf die Schnelle ersetzen?

Der Nationalstolz der Briten hat den Austritt aus der EU letztendlich mit einer knappen Mehrheit besiegelt.   Copyright: Chris Jackson/Getty Images

Fantastische Folge 1: Miese Wirtschaft, wunderbare Mode

Schon mal was von der Rocksaumtheorie gehört? Klingt seltsam, verblüfft aber. Der US-amerikanische Ökonom George W. Taylor entwickelt1926 eine Theorie. Ihr zufolge nimmt die Länge der Damenröcke bei wirtschaftlichem Aufschwung ab. Liegt die Wirtschaft am Boden, reicht auch der Rocksaum bis zu den Knöcheln seiner Trägerin. Als angeblichen Beleg dieser Hypothese berechnet Taylor eine Korrelation. Dabei stellt er fest: Tatsächlich verändert sich die Länge der Röcke abhängig von der wirtschaftlichen Situation im jeweiligen Zeitraum. Trotzdem scheint sich kein Wissenschaftler oder anderer schlauer Kopf diese skurrile Beziehung logisch erklären zu können. Warum die Korrelation als Beweis nicht ausreicht? Als ordentlicher Forscher darf man aus solch einer Abhängigkeit keine falschen Schlüsse ziehen. Schließlich besteht die Möglichkeit, dass der vermeintliche Zusammenhang einfach nur aus Zufall oder durch andere unbekannte Einflüsse entsteht. Ein Wissenschaftler dürfte also nicht schlussfolgern: "Der Wirtschaft geht's gut, als werden jetzt auch die Röcke wieder kürzer!" Wir wagen trotzdem eine styleranking-Modevorhersage. Weg mit dem kleinen Schwarzen, die Säume der Röcke werden wieder lang!

Sollte die Rocksaumtheorie tatsächlich stimmen, werden wir in Zukunft immer häufiger knöchellange Röcke in der Mode entdecken.   Copyright: Catwalkpictures

Fantastische Folge 2: Rote Lippen soll man küssen

Ein mindestens genauso verblüffender Konsumzusammenhang: In schlechten Zeiten scheinen Frauen wohl gerne zu verführen. Warum? Weil der Absatz von roten Lippenstiften nach erschütternden Ereignissen, wie den Terroranschlägen in New York vom 11. September 2001, schlagartig in die Höhe schnellt. Wie wehren wir uns also gegen den #Brexit? Wir bewaffnen uns mit so vielen Lipsticks wie nur möglich und retten die deutsche Wirtschaft durch einen ordentlichen Shoppingmarathon!

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