Belichtung

Die Relevanz und Schwierigkeit des Lichts

Svenja Jöres
Von Svenja Jöres
05.02.2014 / 10:32 Uhr

Von Svenja Jöres, Köln

Es gibt eine Sache, die für die Fotografie unumgänglich ist. Ich spreche von Licht. Ohne Licht gäbe es keine Fotos. Sie würden niemals entstehen können. Allerdings ist es nicht nur wichtig, DASS in einem Bild Licht vorhanden ist, sondern vor allem, WIE es gesetzt ist. Mit einem Model in einer einzigen Pose immer aus der gleichen Perspektive fotografiert, könnte man hundert extrem unterschiedliche Fotos mit ganz verschiedenen Stimmungen machen. Und das liegt am Licht.

natürliches Licht Fotografie


Dieses Bild ist in der Abendsonne entstanden. Die perfekte Zeit, um goldenes Licht zu bekommen. Wenn das Model in das Licht sieht, wirken die Bilder romantisch und verträumt.

Wenn ich in einem Bild Licht setzen will, habe ich viele verschiedene Möglichkeiten dafür. Hartes Licht, weiches Licht, helles oder dunkles Licht, Kunstlicht, Leuchtstofflampen, farbiges Licht, Kerzenlicht Tageslicht, direktes und indirektes Licht, Sonnenlicht. Von oben, von vorn, von unten, von rechts oder Gegenlicht. Da man nunmal nicht immer gerade ein Studio mit top Lichtanlagen parat hat, muss man sich anders zu helfen wissen und sich passendes Licht selbst besorgen und improvisieren oder - was viel einfacher ist - man geht selbst zum Licht nach draußen.

Gegenlicht


Gegenlicht ist eine Sache, die eigentlich "streng verboten" ist. Ein Versuch wert ist es immer, oft klappt es besser als gedacht - oft aber auch gar nicht.

Für die meisten Shootings bietet es sich eh an, sie draußen zu machen, weil das Licht dort einfach natürlicher ist. Die Bilder bekommen von Anfang an einen anderen Charakter als die typischen Ich-habe-mich-vor-eine-weiße-Wand-gestellt-weil-es-draußen-geregnet-hat-Bilder. Natürlichere Farben, natürlicheres Licht, mehr Platz zum fotografieren und keine Schlagschatten, weil man nur 10cm von der Wand wegrücken konnte. Such dir auf jeden Fall einen Ort aus, der nicht einfach um die Ecke liegt, sondern den du dir bewusst ausgesucht hast, weil du ihn für geeignet hältst.

Trotzdem gibt es natürlich Situationen, da möchte man ganz einfach Innen fotografieren, weil man zum Beispiel ein einzelnes sehr hartes Licht von der Seite haben will, weil der Hintergrund ganz schwarz oder weiß oder eben einfarbig sein soll oder weil man eine Feier dokumentiert.

Licht setzen draußen


Selbst wenn das Licht von Hinten komplett zu sehen ist und nicht zum Teil vom Model verdeckt wird, kann Gegenlicht sehr reizvoll sein.

Für beide Situationen - drinnen und draußen gilt: Ich muss mir das Licht bewusst machen. Wo ist überall Licht und welche Art von Licht gibt es? Dient mir das Licht, um den Fokus zu betonen oder um eine spezielle Stimmung zu erzeugen? Und vor allem: Wo wirft das Licht Schatten? An den richtigen oder den falschen Stellen? Beobachte das Licht, den Schatte, probiere verschiedene Situationen aus und werde dir einfach bewusst, was man mit Licht so alles anstellen kann.

Svenja Jöres schreibt für styleranking die Fotokolumne Klick

Svenja Jöres und ihre Kamera begleiten styleranking schon eine ganze Weile. Ob bei Modenschauen, Messen und Events - Svenja weiß, wie sie Models und Objekte perfekt in Szene setzt. Ihr Talent optimiert sie in ihrem Studium an der KHM Kunsthochschule für Medien in Köln, auf Reisen und in eigenen Lifestyle-Shootings. In ihrer wöchentlichen styleranking-Kolumne "Klick" teilt sie mit euch ihr Wissen und kreative Ideen, gibt technische Tipps und Inspiration.

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