Ausmisten im Kleiderschrank

eBay, Kleiderkreisel oder Videdressing: So macht ihr Fehlkäufe zu Geld

15.04.2015 / 11:35 Uhr

Er platzt aus allen erdenklichen Nähten? Ihr habt den Überblick über eure Kleidung verloren? Dann wird es höchste Zeit für einen Frühjahrsputz in eurem Kleiderschrank! Der Frühling ist die perfekte Jahreszeit um Ordnung in den Kleiderdschungel zu bringen. Doch wohin mit ungetragenen oder sehr gut erhaltenen Stücken? Da hilft nur eins: Verkaufen! Wir stellen euch die wichtigsten Online-Plattformen für Mode vor und verraten euch, wo ihr die meiste Kohle für eure Fehlkäufe, gut erhaltene Kleidung oder Sachen die euch nicht mehr gefallen, bekommt.

eBay gehört zu den Klassikern   Copyright: Screenshot eBay

eBay

Wer Mode online verkaufen möchte, kommt an eBay nicht vorbei. Der Online-Marktplatz gilt immer noch als erste Adresse, wenn man gut erhaltene Kleidung und Accessoires zu Geld machen möchte. 20 Angebote darf man pro Monat kostenlos einstellen. Ab dem 21. Angebot fällt eine Gebühr von 50 Cent an. Wenn ihr einen Artikel erfolgreich auf eBay verkauft habt, wird eine Gebühr von zehn Prozent fällig.

eBay punktet mit seiner großen Auswahl. Allerdings zeigt die Erfahrung, dass sich Stücke von mittelpreisigen Marken und momentan stark gehypte Produkte besser verkaufen als Kleinteile wie Schmuck oder günstigere Accessoires.

Verkaufen, tauschen, verschenken - all das ist im Kleiderkreisel möglich.   Copyright: Screenshot Kleiderkreisel

Kleiderkreisel

Stilvoll gegen die Verschwendung kämpfen möchte Kleiderkreisel. Das Angebot auf der Verkauf- und Tauschplattform ist riesig und man findet vom Billigkettchen von Primark über angesagte Jacken von Zara bis zur Luxusgeldbörse von Louis Vuitton alles, was das Modeherz höher schlagen lässt. Bis zum letzten Jahr war das Kreiseln noch kostenlos, seit Anfang des Jahres müssen die Verkäufer eine Gebühr für ihre verkauften Artikel abdrücken. Die Mitglieder waren erwartungsgemäß wenig erfreut über das neue Bezahlsystem und reagierten mit Boykott, Häme und wüsten Beschimpfungen. Der Shitstorm hat sich mittlerweile wieder gelegt und die Mitglieder verkaufen, tauschen oder verschenken weiterhin ihre Kleidung - und umgehen das neue Bezahlsystem schlichtweg.

Der Vorteil des Kleiderkreisels ist die große und starke Community mit mehr als einer Million Mitglieder. Es ist fast so gut wie sicher, dass sich ein anderes Mitglied für seine ausrangierten Stücke interessiert. Allerdings braucht man Geduld. Nicht selten muss man mehrere Wochen, wenn nicht sogar Monate warten, bis man einen Artikel verkauft hat.

Bei Mädchenflohmarkt könnt ihr eure Designerware auf Echtheit prüfen lassen.   Copyright: Screenshot Mädchenflohmarkt

Mädchenflohmarkt

Eine weitere Adresse ist der Mädchenflohmarkt. Nach eigenen Angaben kaufen und verkaufen dort mehr als eine halbe Million Mitglieder ihre ausrangierten Kleidungsstücke. Für Verkäufer bietet der Marktplatz gleich zwei Wege, gebrauchte Designerkleidung anzubieten. Wer hochwertige Second Hand Teile verkaufen möchte, rät die Plattform zum Concierge Service. Das Team vom Mädchenflohmarkt kümmert sich hier um die Produktbeschreibung, das Fotografieren und Listen auf der Website. Eine Treuhandfunktion garantiert zudem die Echtheit der Designerwaren und überprüft sie auf etwaige Mängel. So ist man also auch als Käufer immer auf der sicheren Seite.

Der Service hat allerdings seinen Preis: Satte 40 Prozent des Verkaufspreises gehen an den Mädchenflohmarkt. Natürlich könnt ihr eure gebrauchte Kleidung auch selbst einstellen und somit jede Menge Provision sparen. Für alle verkauften, selbst eingestellten Marktplatzartikel müsst ihr dann eine Gebühr von zehn Prozent des Verkaufpreises bezahlen.

Yves Saint Laurent, Chanel und Burberry sind nur einige der Gäste bei Rebelle, die auf euch warten.   Copyright: Screenshot Rebelle

Rebelle

Chanel, Prada, Vintage-Taschen von Chloé: Der Onlineshop Rebelle bunkert erstklassige Second-Hand-Designerstücke, die an die Frau gebracht werden wollen. Der Concierge Service prüft die Stücke auf Qualität und Zustand und nimmt nur einwandfreie Designerteile an. Stücke mit fehlenden Knöpfen, Brand- oder Mottenlöchern haben gar keine Chance. Gegen eine Gebühr übernimmt Rebelle den kompletten Verkaufsprozess, der vom Foto über die Produktbeschreibung bis zum Versand reicht. Die Provision liegt je nach Verkaufspreis zwischen 13 und 33 Prozent.

Natürlich könnt ihr die Produkte auch selbst zum Verkauf stellen und somit die Gebühr für den Concierge Service umgehen. In beiden Fällen erhaltet ihr für eure Designerartikel ein Echtheits-Zertifikat.

Vestiaire Collective hat sich ausschließlich und hochwertige Designerware spezialisiert.   Copyright: Screenshot Vestiaire Collective

Vestiaire Collective

Vestiaire Collective ist weltweit der wohl bekannteste Spezialist für Vintage und Second-Hand Mode. Die Plattform konzentriert sich ausschließlich auf Kleidungsstücke und Accessoires von High-End Marken, die sehr wenig getragen sind. Das Angebot reicht von Hermès' Birkin Bag über angesagte Slip-ons von Céline bis zu Schmuck von Cartier.

Die Designerstücke werden ebenfalls auf Echtheit überprüft und von Vestiaire Collective online gestellt. Die Provision richtet sich auch hier nach dem Verkaufspreis und ist mit 18 bis 33 Prozent relativ hoch.

Videdressing überzeugt mit seiner Internationalität.   Copyright: Screenshot Videdressing

Videdressing

Edle Designerschnäppchen findet ihr auch bei Videdressing. Die Verkaufplattform sieht sich selbst als Bindeglied zwischen Käufer und Verkäufer und sichert Verkauf, Zahlung, Lieferfrist und gegebenenfalls auch die Rücksendung. Wenn euch der Artikel doch nicht gefällt, könnt ihr ihn zurücksenden und euch euer Geld zurückerstatten lassen.

Ein Vorteil von Videdressing ist die Internationalität: Das Unternehmen ist nicht nur in Deutschland aktiv, sondern auch in Frankreich, den USA, Italien, Belgien, der Schweiz, Tunesien und Großbritannien. Die Gebühr ist mit zehn Prozent im Vergleich zu den anderen Premium-Verkaufsplattformen mehr als akzeptabel.

Jetzt aber ran ans Ausmisten, Geldverdienen und neu shoppen!

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