Experience Store

exp37: So wirst du in Zukunft Mode shoppen

Silky Sohal
Von Silky Sohal
19.03.2017 / 14:00 Uhr

Roboter, digitale Spiegel und interaktive Schaufenster. Beim Betreten des Ladens fällt die gemütliche Einrichtung auf. Auf den ersten Blick sieht der Store wie eine einladende Boutique aus. Vor mir steht eine Kleiderstange mit mehreren Kleidungsstücken. Rechts eine Sitzecke im skandinavischen Stil und links sehe ich einen zukünftigen Shoppinghelfer. Ein Podest mit Bildschirm. Ich werde an Taschen, Schuhen und Robotern vorbei bis ins Hintere des Stores geführt und bekomme Eindrücke davon, wie digitale Errungenschaften in normale Geschäfte einziehen. Ich nehme euch mit auf eine Reise durch den Experience Store „exp37“. Zwei Beratungsfirmen haben den Store eingerichtet. Sie zeigen die Shopping-Trends der Zukunft.

Trend Nummer Eins:

Meine Einkaufsreise beginnt mit einem Blick ins digitale Schaufenster. Wobei: Der Begriff untertreibt. Digital Shopping Window wäre treffender. Per Touchscreen swipe ich durch Produktbilder. Wenn mir ein Teil gefällt, scanne ich den QR-Codes ein und bestelle direkt vom Handy aus. Sozusagen Online-Shopping im Laden.

Zweiter Trend: Kunden zeigen langfristig Interesse

Ladenbesitzer wollen für ihren Kunden langfristig relevant und interessant bleiben. Wie das geht? Mit digitalen Wänden oder so genannten Shoe Mirrors – Spiegeln, vor denen du dich fotografierst und das Bild direkt über Social Media mit deinen Freunden teilst. Die können dann noch während deines Shopping-Trips ihre Meinung sagen. Ein absoluter Favorit für mich als Social Media Junkie. Ich kann es kaum erwarten, ihn bald in den Geschäften wiederzufinden.

Nummero drei: Darf’s ein Sessel zur Jeans sein?

Von der Stehlampe bis hin zum Sessel. Alles was man im Store sieht, kann gekauft werden. Hier denken die Macher in Kundschaft – nicht in Warensegmenten. Wie genau sieht die Zielgruppe aus? Wie ist das Image der Marke? Immerhin sind Bild und Ansehen jeder Marke unterschiedlich. Es spricht also nichts dagegen, wenn Kleidung und Interior gleichzeitig geshoppt werden können.

Mit dem Virtual Fitting Mirror kann ich innerhalb der Umkleidekabine meine gewünschten Artikel online bestellen.   Copyright: styleranking.de

Viertens: Intelligente Shoppinghelfer

Weiter geht es zum Smart Tray. Das ist ein Podest mit Bildschirm, das sich als intelligenter Shoppingberater erweist. Damit kann ich nicht nur im Geschäft das Produkt online bestellen, sondern auch allgemeine Informationen zur Ware finden: Material, verfügbare Größen, alternative Farben – weitere Empfehlungen.

Und der fünfte Trend: Preischen wechsel dich

Dynamic Pricing. Je nach Angebot und Nachfrage ändert sich auch der Preis. Die Verkäufer brauchen Preisschilder nicht länger ändern oder tauschen. Die digitalen Schildchen zeigen morgens einen anderen Preis als am Abend. Die Preise von Produkten fallen, wenn sie weniger nachgefragt werden. Andersherum gilt das natürlich ebenso.

Das interaktive digitale Schaufenster ermöglicht mir auch außerhalb der Öffnungszeiten einzukaufen.   Copyright: styleranking.de

Wie wird es weitergehen?

Store-Besitzer klagen häufig über leere Innenstädte, böse Zalandos und darüber, der Online-Handel mache ihnen das Geschäft kaputt. exp37 zeigt: Digital und Laden sind keine Gegensätze. Klamottenhändler brauchen technischen Fortschritt also nicht länger fürchten. Denn dieser kann auch beim Verkaufen helfen.

Vermutlich werden wir schon bald individuelle Snapchat-Filter in unseren Lieblingsgeschäften finden. Es wird ein leichtes sein, Produkte mithilfe von digitalen Helfern selbst zu kreieren oder mit einer digitalen Brille im Geschäft den Online-Shop zu betreten.

Und wenn die Rede schon von Digitalisierung ist, dann dürfen Influencer doch nicht fehlen, oder? „Bloggern gehört die Zukunft. Wir möchten sehr gerne mit Bloggern und Influencern arbeiten. Ob sie nun aus dem Beauty, Fashion oder Food Bereich kommen ist egal. Schließlich hat jeder was mit dem Handel zu tun“, sagt Marina von Morr, die bei Mavis arbeitet.

Das Konzept

Der Concept Store „exp37“ ist nicht für Normalos betretbar. Er adressiert Einzelhändler. Das heißt, dass der Showroom vom Vorstand von Marken wie VW, Marc O’Polo oder auch von der Pharmaindustrie besucht wird. Die Initiatoren sind zwei Beratungsfirmen: Mavis und Tailorit. Mavis liefert Schaufensterkonzepte und Tailorit optimiert alle Prozesse, Strukturen sowie Touchpoints und managed die digitale Transformation.

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