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Food-Fotografie: Diese drei Grundregeln zaubern appetitliche Instagram Shots

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17.12.2017 / 08:00 Uhr

Wer kennt die verführerische Qual delikater Food-Fotografie nicht: Du öffnest unschuldig die Instagram App auf deinem Smartphone, treibst gedankenverloren durch die Flut visueller Impressionen und plötzlich das. Dein Blick fixiert wie gebannt den leuchtenden Bildschirm. Ein Turm perfekt geformter, fluffiger Pancakes lässt das Wasser in deinem Mund zusammenlaufen. Du spürst die herbe Süße des Ahornsirups auf deiner Zunge und schmeckst das einzigartige Aroma der erlesenen Blaubeeren. Kaum ein Ausdruck könnte dem Ebenbild kulinarischer Künste so gerecht werden wie das Hashtag #foodporn. Willkommen in der Welt der Food-Fotografie.

Appetitliche Food-Fotografien versüßen jeden Instagram Feed.   Copyright: Lynn Hoefer/Nikon

Seit rund zwei Jahren perfektioniert Bloggerin und #NikonInstagrammerin Lynn Hoefer ihre Fotografie-Skills, um jede neue Food-Kreation auf ihrem Blog Heavenlynn Healthy zu veröffentlichen und sie mit mehr als 70K Followern auf Instagram zu teilen. Wem also könnte man besser über die Schulter schauen, um die wichtigsten Regeln der Food-Fotografie abzustauben?

1. Arrangement und Hintergrund

Eine lieblos hergerichtete Suppe auf einem Plastiktablett sprichwörtlich zwischen Suppe und Kartoffel mit der Handy-Kamera abzufotografieren, kommt einem professionellen Food Shot nicht einmal ansatzweise nahe. Bevor du also dein Essen appetitlich herrichtest, solltest du bereits den Hintergrund für deine Fotografie vorbereiten. Lynn empfiehlt Untergründe wie Naturholz, Beton oder Marmor. Besonders ästhetisch wirken dabei helle, unauffällige Farbnuancen. Gleichzeitig spielt das Gericht selbst eine maßgebliche Rolle bei der Wahl des Backgrounds. Frische, sommerliche Speisen harmonieren rein intuitiv mit hellen Oberflächen in Form von Tischdecken, Marmorplatten oder Tabletts. Wer in der Adventszeit weihnachtliche Speisen mit seiner Kamera einfangen möchte, kann ebenfalls dunkle, schummrige Untergründe wie dunkles Holz oder opulente Tischdecken austesten.

Bloggerin Lynn arrangiert ihre aktuellen Food-Kreationen gerne auf Marmorplatten.   Copyright: Lynn Hoefer/Nikon

Um deinen Food Shot nicht so steril wie ein Krankenhausessen aussehen zu lassen, kannst du deinem Motiv mit verschiedenen Props – also speziellen Accessoires für das Foto – Harmonie und Lebendigkeit einhauchen. Lass deiner Kreativität freien Lauf und arrangiere neben deinem Gericht für den Hintergrund des Motivs liebevolle Details wie Besteck, Servietten, Küchentücher, Lebensmittel aus dem Rezept oder andere Kochutensilien. Nikon Instagrammerin Lynn hält sich insbesondere beim Arrangement von spielerisch drapierten Lebensmitteln an die Devise Weniger ist mehr: „Ich versuche es zu vermeiden, mit Lebensmitteln zu spielen. Das mögen manche bevorzugen, ich allerdings stehe eher auf den cleanen, realistischen Look von Fotos, deswegen werden höchstens etwas Schnittlauch oder ein paar Krümel verstreut.“

2. Belichtung und Objektivwahl

Insbesondere beim Fotografieren von Speisen spielt eine natürliche Belichtung und realistische Farbwiedergabe eine besondere Rolle. Grundsätzlich gilt: Nichts ersetzt das echte Tageslicht. Mischlicht aus natürlichem Licht und dem Schein von Glühbirnen oder anderen Leuchtmitteln verfälschen die tatsächlichen Farbnuancen des Motivs. Ein großes Fenster in unmittelbarer Nähe deines Shooting Spots ist deshalb Gold wert. „Meistens gibt das Wohn- oder sogar das Schlafzimmerfenster schöneres Licht als die Küche“, gesteht auch Nikon Instagrammerin Lynn. „Probiert einfach welches Fenster eurer Wohnung das beste Licht durchlässt. Am idealsten für einen schönen Lichteinfall sind große Fenster mit Nord-Ausrichtung, da hier die Sonne nie direkt hineinscheint."

Aus der Vogelperspektive kannst du dein Essen als cleanes Flatlay ablichten.   Copyright: Lynn Hoefer/Nikon

Die Wahl des richtigen Objektivs hängt davon ab, aus welcher Perspektive du dein Gericht ablichten möchtest. Grundsätzlich eigenen sich Objektive mit fester Brennweite besonders gut für das Fotografieren von Essen. Da sich kein bewegtes Motiv vor deiner Linse befindet, kannst du in Ruhe den passenden Bildausschnitt wählen, den Abstand variieren und Belichtungsparameter wie Blende, Verschlusszeit und ISO manuell einstellen. Der Vorteil von Objektiven mit fester Brennweite ist ihre große Blende, die maximal viel Licht und gestochen scharfe Details einfängt. Hinsichtlich der Einstellung der Belichtungsparameter verrät Lynn: „Ich fotografiere Essen ausschließlich im Manuellen Modus. Da ich Tageslicht bevorzuge, ist meine ISO häufig bei 100. Die Tiefenschärfe versuche ich je nach Objektiv zwischen 1.8 und 2.6 zu halten. Der variabelste Wert bei meinen Bildern ist die Belichtungszeit, die häufig zwischen 1/40 und 1/200 liegt.“

Wenn du ein Flatlay kreieren möchtest, nimmst du das Foto aus der Vogelperspektive auf. Um ein helles Foto zu schießen, kannst du die Blende des Objektivs möglichst weit öffnen. Beachte dabei, dass die Eyecatcher deines Motivs nicht zu stark in ihrer Höhe variieren. Je weiter die Blende geöffnet ist, desto größer ist der Schärfe-Unschärfe-Effekt zwischen Vorder- und Hintergrund. Das NIKKOR 50mm verfügt über eine Blende von 1:1,4. Da eine Brennweite von 50mm in etwa der Brennweite des menschlichen Auges entspricht, kann der Betrachter deines Fotos sofort in die Szene eintauchen. Übrigens: Für das perfekte Flatlay steigt Lynn gerne mal auf eine Leiter, um den idealen Abstand von der Kamera zum Motiv zu erhalten.

Delikate Detailaufnahmen deiner Gerichte lenken den Blick des Betrachters automatisch auf den von dir gewählten Eyecatcher.   Copyright: Lynn Hoefer/Nikon

Für Detailshots deiner Food-Kreationen kannst du außerdem auf das Micro NIKKOR 60mm 1:2,8 zurückgreifen. Bei dieser Art von Motiv nimmst du das Essen näher vor die Linse und fotografierst aus deinem individuellen Blickwinkel. Um die Aufmerksamkeit des Betrachters auf bestimmte Details deiner Speise zu lenken, kannst du dir die Tiefenschärfe zu Nutze machen. Dabei öffnest du die Blende so weit wie möglich, sodass der Hintergrund in Unschärfe verschwimmt und deine Speise im Rampenlicht steht.

3. Nachbearbeitung

Wie bereits bei der Belichtung spielt bei der Nachbearbeitung von Food Shots die Natürlichkeit der Farben eine maßgebliche Rolle. In Adobe Photoshop oder Lightroom kannst du dein Bild perfektionieren, indem du vorsichtig die Helligkeit, den Kontrast oder die Farbbalance anpasst. Auch kleine Krümel, Flecken oder sonstige Schönheitsfehler kannst du in nur wenigen Klicks verschwinden lassen. Food Bloggerin Lynn rät außerdem dazu, im RAW-Format zu fotografieren: „Das ermöglicht mir die bestmögliche Nachbearbeitung in Adobe Lightroom.“ Also tob dich in der Küche beim Zubereiten deiner Lieblingsspeisen aus, arrangiere das Ergebnis liebevoll zu einem wahren Augenschmaus und inspiriere deine Instagram Follower mit delikaten Food Shots – vom Essen bis zum Foto zu 100 Prozent selbst gemacht.

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