Winterwonderland Schweden

Ford Edge im Test: Da sieht der Elch Schlusslichter statt Nordlichter

Von Franziska Gajek
27.12.2018 / 10:00 Uhr

Erste Lichtstrahlen krabbeln über die Spitze des Åreskutan-Berges, der zwischen all den kleinen und großen Seen hervorragt. Wir haben beinahe Mittag als sich die Sonne das erste Mal zeigt.

Wir befinden uns in Schweden, genauer gesagt in Jämtlands. Der Blick über die spektakuläre Landschaft offenbart schneebedeckte Wälder, zugefrorene Seen und rote Holzhäuser. Es duftet nach Tannenholz und Zimtschnecken. Die nordische Kälte kriecht in die Knochen, Schnee und Eis schlucken jedes Geräusch. Die perfekte Kulisse, um einen winterlichen Roadtrip zu erleben. styleranking folgt einer Einladung von Ford (Review unbezahlt). Wir testen das neue Modell des "Edge" und erleben, was der SUV On-und Offroad leistet.

Crew Member Franzi testet in Schweden den SUV Ford Edge.   Copyright: styleranking

Eisige Romantik am mächtigsten Wasserfall Schwedens

“If you look into the distance, there's a house upon the hill”, singt Tom Walker. “Guiding like a lighthouse to a place where you'll be safe.” Die zwölf Lautsprecher des Ford Edge hüllen uns in tiefe Klänge. Zugeschneite Nadelwälder ziehen Kilometer für Kilometer an uns vorüber. Durch die Panoramascheibe blitzen immer wieder Sonnenstrahlen ins Auto.

Wir befinden uns auf den Weg zum Tännforsens, dem größten Seewasserfall in Schweden. Das Außenthermometer des Bordcomputers zeigt -14 Grad Celsius an. Nie haben wir uns mehr über eine Sitzheizung gefreut. Auch die integrierte Lenkradheizung des Edge entlockt uns Liebesbekundungen.

Tännforsens befindet sich rund 22 Kilometer nordwestlich von Åre. Das Wasser fällt rund 37 Meter in die Tiefe.   Copyright: styleranking

Ein kleiner Fußmarsch führt vom Parkplatz durch einen märchenhaften Wald, wie wir ihn sonst nur aus Drei Haselnüsse für Aschenbrödel kennen. Die eisige Kälte heftet den pudrigen Schnee an die Tannen, der Wald gibt kein Geräusch von sich. Erst in unmittelbarer Nähe zum Tännforsens machen die Wassermassen rauschend auf sich aufmerksam.

Teile des gewaltigen Wasserfalls sind gefroren, während andere donnernd in die Tiefe fallen. Eisiger Nebel weht von den Kaskaden hinüber zu einem schmalen Holzsteg, der über dem Wasser zu schweben scheint. Wir haben für diesen Tag den perfekten Instagram Spot gefunden.

Action im Eis

Nach Asphalt suchen wir auf unserer Reise durch Schweden vergebens. Eine weiße Schneedecke schmückt jede Straße. Zeitweise orientieren wir uns an den Furchen, die Vorangefahrene in den Schnee gedrückt haben.

Wir arbeiten uns mit dem Edge durch vereiste Feldwege. Bergauf, bergab führen schmale Straßen an weiten Ebenen, gefrorenen Seen und kleinen Siedlungen mit roten Schwedenhäusern vorbei. Ständig driften wir durch schmale Kurven, die den pudrigen Schnee aufwirbeln. So fühlt sich Fahrspaß an. Durch die Lautsprecher des Edge Titanium erklingt Alessia Caras Stimme: ”Find me where the wild things are.” Der Text ist Programm.

Was bleibt? Ein sicheres Fahrgefühl. Dank Allradantrieb und Spikes bleibt der Edge den Witterungen überlegen. 190 PS tun ihr Übriges. Dennoch wirkt der Edge massig, fordert mit seiner Breite von 1,9 Meter das Einschätzungsvermögen des Fahrers heraus. Auf schmalen Großstadtstraßen könnte das zum Problem werden.

Offroad Abenteuer mit donnernden Motoren

Die Straßenverhältnisse, bestimmt von Eis und Schnee, schreien geradezu nach einem puren Fahrerlebnis - ganz ohne Sitzheizung, Soundsystem und Panoramascheibe. Also steigen wir um.

Vor der großzügigen Lobby unseres Hotels, der Copperhill Mountain Lodge, donnern die Motoren. In der Nase brennt der Geruch von Benzin. Ein leichter Druck des Daumens auf den Gasknopf genügt, schon brettern unsere schwarzen Quads hinaus in die Nacht. Runde Scheinwerfer auf Kniehöhe leuchten in den finsteren Wald, als wir schmale Feldwege befahren. Jede Bodenwelle verspricht Adrenalin während der Daumen mehr will. Mehr Gas.

Mit unseren Quads schaffen wir rund 50 km/h, während wir über die eisige Schneedecke jagen.   Copyright: styleranking

Das Equipment: Skiunterwäsche, Pullover, Schneeanzug, Schneeboots, Mütze, Handschuhe und Helm. Und doch finden sich winzige Angriffspunkte für die Kälte. Der Blick auf majestätische Tannen entschädigt allerdings für jede bibbernde Gliedmaße. Sie glitzern, als hätte das schwedische Königshaus sie höchst persönlich in silbernen Staub gehüllt.

Stilecht: Natürlich genießen wir unseren Lunch inklusive Elch-Frikadellen in einem roten Schwedenhaus.   Copyright: styleranking

Rauhe Landschaft, viel PS und spektakuläre Naturphänomene machen den Ford Edge Drive durch Schweden zu einem Roadtrip der Superlative. Einzig der Blick auf die Nordlichter bleibt uns verwehrt. Dafür haben wir einen Elch gesehen. Der sah statt der Nordlichter unsere Schlusslichter.

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