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OutStyle bei InStyle: Annette Weber verlässt die Chefredaktion

Lara Schwitalla
Von Lara Schwitalla
23.10.2015 / 14:00 Uhr

Seit heute Morgen breitet sich die News des Chefredaktionswechsels beim Modemagazin InStyle wie ein Lauffeuer im Internet aus. Chefredakteurin Anette Weber übergibt ihren Posten an Online-Queen Kerstin Weng. Bis die 33-Jährige im Februar 2016 ihre neue Stelle antritt, übernimmt Marianne von Waldenfels als stellvertretende Chefredakteurin die Leitung des Magazins. Den Grund für Webers kurzfristigen und plötzlichen Ausstieg bei InStyle gibt der Verlag nicht bekannt.

Chefredakteurinnen unter sich: Annette Weber (links) wird von Kerstin Weng (rechts) abgelöst.   Copyright: Hubert Burda Media

Zu weit gegangen?

Seit 2007 führte Weber das Print- und Online-Magazin InStyle des Burda-Verlags und etablierte das Blatt zur stärksten Medienmarke Deutschlands. Doch die Ex-Chefredakteurin punktete nicht immer nur mit Positiv-Schlagzeilen. 2009 versetzte Weber vielen InStyle-Lesern einen Schreck mit ihrer Stellungnahme zum Diskussionsthema Teilzeitkraft nach Babypause. W&V Online berichtete: „Annette Weber gibt in dem Beitrag [der ARD-Sendung „Panorama“] zu bedenken, dass es sich bei ‚InStyle‘ um eine Redaktion handele und nicht um ‚betreutes Wohnen‘. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten könne man keine ‚Mitarbeiter mitschleppen‘. Sie erwarte von ihren Leuten nicht 'nur 100, sondern 150 Prozent'." (Quelle: wuv.de)

Weiter wetterte Weber: „Die Mädchen [bei InStyle] führen die Looks in der Redaktion vor und wer da nicht in die kleinen Größen passe, die die Designer schicken, dürfe auch nicht vorführen. Da würden sich dann manches Mal ‚Dramen abspielen. […] Schließlich sieht der Look‚ bei den Dünnsten auch besser aus‘.“(Quelle: wuv.de) Ob das Chefredaktions-Aus tatsächlich auf ähnliche Fauxpas innerhalb der InStyle-Redaktion zurückzuführen ist, möchten wir nicht unterstellen. Kritische Stimmen der Modebranche werfen dem Magazin allerdings vor, mehr Katalog-Charakter zu besitzen als ein richtiges Modemagazin zu sein. Gerade für diese Charaktereigenschaft lieben die Leser das Heft allerdings und haben es so zum auflagenstärksten Fashionmagazin Deutschlands gemacht.

Hellhörig macht uns die Aussage von InStyle-Geschäftsführerin Manuela Kampp-Wirtz: „Kerstin Weng war unsere Wunschkandidatin für die Nachfolge von Annette Weber. Sie vereint journalistisches Gespür und eine große Fashionexpertise mit digitalem Know-how. Ihr Auftrag ist es, den Aufbau der Multimedia-Redaktion weiter voranzutreiben.“ (Quelle: Hubert Burda Media)

InStyle in Online-Zugzwang?

Die zukünftige InStyle-Chefredakteurin Kerstin Weng ist bekannt für ihr einzigartiges Know-how im Online-Geschäft. Nachdem sie zwei Jahre lang die Cosmopolitan als Chefredakteurin leitete, führte sie jüngst das Online-Magazin Stylight zu rund 2.8 Mio. Lesern monatlich. (Quelle: horizont.net) Ob InStyle mit dem Chefredaktionswechsel eine hinfällige Schwerpunktverlagerung vom beliebten Printmagazin zum Online-Giganten anstrebt? Sicher ist, dass Weng frischen Wind in die Redaktion des Burda-Magazins bringen wird. Ihre Devise zum Online-Geschäft der Modemagazine: „Wenn man versucht, das Printmodell eins zu eins in die Onlinewelt zu übertragen, dann wird man natürlich nur über klassische Werbung als Erlösquelle nachdenken. Aber die Verknüpfung von journalistischem Content und Produktvermarktung lässt sich in digitalen Medien wesentlich direkter und damit auch effektiver gestalten.“ (Quelle: horizont.net)

Ab Februar 2016 werden wir wissen, wie sich die InStyle unter der jungen Leitung von Kerstin Weng verändern wird und welche Überraschungen die zukünftige Chefredakteurin für uns bereithält.

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