InfluencerCon 2016 Köln

InfluencerCon 2016: Deshalb brauchen wir Influencer-Marketing

05.11.2016 / 12:00 Uhr

Authentizität. Auf der InfluencerCon Ende Oktober in Köln in der LANXESS arena ein inflationär verwendeter Begriff. Sprechen wir in der Onlinebranche von Influencern, Markenbindung und Zusammenarbeit, kommen wir an diesem Kriterium für erfolreiche Werbekooperationen nicht herum. Dementsprechend gestaltet sich auch die Influencercon: Spannende Beiträge hitzige Diskussionen und Meinungen zum Thema Influencer-Marketing. In dem Blau Lila beleuchteten Raum mit ca. 150 gebannten Gästen erklären die 40 Speaker aus unterschiedlichen Bereichen in 20 bis 30 Minuten Beiträgen, warum Digitale Meinungsmacher in der heutigen Social Media-Welt nicht wegzudenken sind. Mit diesem Hintergrund, neue Horizonte zu eröffnen und Wissen, Kontakte und Impulse zum wichtigsten Marketingthema der Stunde zu vermitteln, startet .martensgarten die erste InfluencerCon in Köln.

Was ist eigentlich relevant?

„Was bringt Content, wenn die Zielgruppe nicht erreicht wird?“ Eine Frage, die Patrick Hülsmann von der Kommunikationsagentur Ogilvy & Mather stellt. Youtuberin Nihan Gülayar, Alexandra Osmers von Network PR und Sebastian Warschow von Häberlein & Mauerer sitzen in der Diskussionsrunde. Styleranking Geschäftsführer Roland Schweins führt durch die Unterhaltung. Unter anderem wird besprochen, wie sich die Modeblogosphäre verändern wird. Immerhin sei der Zugang zu öffentlichen Plattformen, wie Snapchat, Instagram und Youtube so einfach wie Wasser kochen. Damit wird auch der Pool an Influencern immer größer. Eine der fünf Thesen zur Zukunft des Influencer-Business, die von Roland Schweins vorgestellt werden, ist, dass Unternehmen zukünftig auf einen festen und langfristigen ‚Inner Circle‘ von Blogs für ihre Kampagnen setzen. In einer Sache sind sie sich dabei alle einig: Quantität ist nicht gleich Qualität.

Genauso sieht es mit der Auswahl der Influencer für Marken aus. Jemand mit 50 Tausend Follower und 100 Kommentaren unter den Bildern ist im Gegensatz zu jemanden mit 100 Tausend Abonennten und fünf Kommentaren pro Post für Marken viel interessanter. Ein Insider Tipp von Youtuberin Nihan alias Nihan0311: „Das Verhältnis zwischen Follower, Kommentaren und Likes sollte immer stimmen. Sobald man mehr Abonnenten hat, sollte man auch mehr Kommentare und Likes erhalten. Falls das nicht so ist, stimmt etwas nichts.“

Sandro Rasa und Kosta Williams vom Blog The Modern Man waren auch dabei.   Copyright: Paul Aidan Perry

So verändert die Onlinewelt Markenimages

Holger Petermann von Think INC. spricht über den radikalen Imagewandel der 100-jährigen Schuhmarke Superga. Ein Label, welches zunächst angestaubt und nur der alten Generation etwas sagte, strahlt jetzt an den Füßen von 14-jährigen. Wie haben sie das geschafft? Petermanns Antwort: Influencer. Alexa Chung, Chiara Ferragni, Caro Daur, Toni Mahfud und Stefanie Giesinger sind nur einige der Social Media-Stars, die der Marke halfen, wieder im Trend zu sein. Ein Foto auf Instagram hochladen, taggen und die Schuhdesigns erreichen direkt Millionen von Followern un dsomit potenziellen Kunden.

Robby Beyer von der Kosmetikfirma Beyer & Söhne sagt: „Würde es Influencer nicht geben, wären unsere Produkte vielleicht gar nicht bekannt.“ Trotz Werbungen in Printmedien gelang der Marke lange kein Aufstieg. Erst nach einem Forumbeitrag stieg die Kurve. Beyer erklärt anhand eines Beispiels, wie Influencer eine ganz andere Art von Überzeugungskraft mitbringen. Gala.de mit über 2 Millionen Monthly Visitors generierte nur 72 Klicks auf den Artikel über die Creme. Eine Bloggerin mit 40-Tausend Monthly Visitors jedoch 250 Klicks auf dasselbe Produkt. Noch Fragen?

YouTuberin Nihan Gülayar führt ihren Kanal Nihan0311 erfolgreich seit 2012.   Copyright: Paul Aidan Perry

Mögliche Zukunftspläne

Auch Bloggerevents wie das von styleranking inszenierte FashionBloggerCafé sind kein Geheimtipp mehr. Hier kommen Hunderte Blogger mit hohen Reichweiten zusammen, um Marken und Labels auf Augenhöhe zu begegnen und in einen direkten Austausch zu treten. Genauso ein Event soll es im April 2017 von der Deutschen Bahn Bordgastronomie geben. Was dort genau passiert, ist jedoch noch nicht bekannt.

Ähnlich soll es auch bei Refinery29 Germany bald eine enge Zusammenarbeit mit Socialites geben. Das Influencer Netzwerk Here&Now gibt einer ausgewählten Anzahl von Social Media-Stars die Möglichkeiten, Produktplatzierungen auf ihren Plattformen zu setzen. In Amerika läuft das Mini-Network bereits. Unter anderem gehören Youtuber wie Tess Christine, Lauren Curtis und Blogger wie Justina Blankeney dazu.

Nina Schims, Tanja Trutschnig (Blogger Bazaar) Cloudy Zakrocki, Nora Beckershaus von Refinery29.   Copyright: Paul Aidan Perry

Außerdem hören wir Vorträge von WWF Deutschland, InfluencerDB, flow:fwd und Martin Woblewsky von indaHash, der seinen Beitrag mit folgender Aussage beendet: "Letztendlich sind Influencer in Agenturen nur Zahlen in Excel Tabellen.“ Korrekt. Aber Magazine, Zeitschriften oder Fernsehsendungen sind nichts anderes.

Übrigens: Wer die diesjährige Konferenz verpasst hat, kann sich auf die nächste InfluencerCon bereit machen. Am 19.10.2017 wird sie wieder in Köln zu besuchen sein.

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