Influencer Interview

Influencerin TamTamBeauty: „Entweder Full Face oder No-Make-up”

10.04.2018 / 17:00 Uhr

Lange, braune Haare, ein strahlendes Lächeln und perfektes Make-up: Die bildhübsche YouTuberin Tara von TamTamBeauty begeistert auf ihrem YouTube-Channel nicht nur mit Beauty-Tipps, sondern auch mit ihrer natürlichen Ausstrahlung. Mit mehr als 500.000 Abonnenten auf YouTube und über 300.000 Followern auf Instagram zählt Tara zu den Beauty It-Girls der deutschen Influencer-Szene. Besonders bei den Videos ihrer Playlist Style & Talk gibt die 26-Jährige private Einblicke in ihr Leben und spricht über Themen wie Liebe und Familie. styleranking trifft TamTamBeauty beim Medienevent von Braun & Gillette Venus zum Interview. Die YouTuberin erzählt uns von ihrem Last-Minute Make-up, wer zu ihren Influencer-Vorbildern gehört und wie sie mit Hater-Kommentaren umgeht.

Tara von TamTamBeauty und styleranking-Redakteurin Tamara beim Medienevent von Braun & Gillette Venus.   Copyright: styleranking

styleranking: Wenn du nur wenig Zeit für dein Make-up hast, was darf dann auf keinen Fall fehlen?

TamTamBeauty: Concealer, um meine Augenringe zu kaschieren und einen Hauch Bronzer. Wenn ich gar keine Zeit habe, verzichte ich aufs Schminken. Entweder Full Face oder No-Make-up. Wenn ich mehr als drei oder vier Stunden unterwegs bin, nehme ich auf jeden Fall Concealer. Mit Concealer kannst du auch unter den Augenbrauen highlighten. Ich finde es außerdem wichtig, Lipbalm auf die Lippen aufzutragen, damit sie nicht spröde aussehen. Auch Gloss habe ich immer dabei. Das sieht einfach gesund aus und lenkt ab.

„Ich war schon immer kreativ“

styleranking: Was bedeutet Make-up für dich?

TamTamBeauty: Ich war schon immer kreativ. Bereits als Kind habe ich genäht und gebastelt. Mit Make-up bist du auch kreativ und kannst deine Schönheit unterstreichen oder etwas Neues kreieren. Obwohl ich eigentlich der Mickey Mouse Typ bin, habe ich mir damals die Wendy-Zeitschrift gekauft - nur weil Make-up mit dabei war. Mit blauem Lidschatten habe ich mein Gesicht verunstaltet. (lacht) Die Nägel hab ich mir heimlich Rot lackiert. Ich dachte dann immer, dass es meiner Mutter nicht auffallen wird.

styleranking: War das Schminken für dich ein Lernprozess?

TamTamBeauty: Ja, definitiv. Drei Jahre lang habe ich üben müssen und mir jeden Morgen einen Lidstrich gezogen, damit ich den Eyeliner mittlerweile wie im Schlaf auftragen kann. In der Schule wurde ich anfangs immer blöd angeguckt, aber nach einiger Zeit haben mich meine Mitschüler dafür bewundert. Mir macht das Schminken Spaß und ich stehe gerne eine halbe Stunde früher dafür auf.

„Camila Coelho folge ich schon super lange“

styleranking: Welche Influencer zählen zu deinen Vorbildern?

TamTamBeauty: Das sind meist US-amerikanische Influencer wie etwa Jaclyn Hill. Sie hat mir alle möglichen Smokey Eye Looks beigebracht. Ich schaue mir noch immer ihre Tutorials an, um mir Inspirationen zu holen. Obwohl Jacyln optisch ein anderer Typ ist als ich, kann ich ihre Schminktechnik trotzdem anwenden und Produkte verwenden, die dann zu mir passen.

styleranking: Gibt es noch jemanden, den du bewunderst?

TamTamBeauty: Der Brasilianerin Camila Coelhofolge ich schon super lange. Ihren Style finde ich so schön, dass ich ihr alles nachkaufe. In ihrem YouTube-Kanal bringt sie dir außerdem am Ende jedes Videos ein brasilianisches Wort bei. Wenn du ihre Videos schaust, kannst du irgendwann einen ganzen Satz sagen. Auch Taraneh hat ein gutes Auge für Textilien. Wenn etwas in deinem Outfit nicht zusammenpasst, kombiniert sie dir in zwei Sekunden etwas Passendes dazu. Sie hat schließlich auch Design studiert. Sie weiß, dass ich nie das tragen würde, was sie trägt. Ein Outfit stellt sie mir deshalb genauso zusammen, wie ich es haben will. Das bewundere ich.

styleranking: Wie schaffst du es, im stressigen Influencer-Alltag zu relaxen?

TamTamBeauty: Gar nicht. Wirklich gar nicht. Ich kann aber auch nicht mehr still sitzen. Selbst wenn ich auf dem Klo sitze, schreibe ich eine E-Mail. Sonst ist das vergeudete Zeit für mich. Meistens versuche ich sonntagvormittags nichts zu machen. Das klappt allerdings meistens nicht, weil ich sonntags Videos auf YouTube hochlade. Eine Stunde relaxen reicht mir völlig, dann bin ich wieder für die ganze Woche fit. Ich lechze nicht so nach Ruhe, weil ich mit meinen Freunden zusammenarbeite. Wir sitzen alle in einem Büro. Das fühlt sich nicht wie Arbeit an.

„Es gab Kommentare, da habe ich geweint“

styleranking: Ich habe mir dein Video Style & Talk angeschaut, wo du auch über Mobbing in der Schule sprichst. Wie trittst du Hatern gegenüber?

TamTamBeauty: Trotz über 620 Videos und vier Jahren geht es immer noch nicht in ein Ohr rein und in das andere wieder raus. Das kommt aber auch auf deine Person an. Ich bin sehr emotional und das geht mir immer sehr nah. Es gab Kommentare, da habe ich geweint. Ich will niemandem etwas Böses. Bei meinem Content geht es um Schminke, daher ist es jämmerlich, mich deswegen anzugreifen. Meistens antworte ich auf solch einen Kommentar, indem ich etwas Böses schreibe, das ich dann aber direkt wieder lösche. So habe ich einmal kurz meine Wut rausgelassen. Ich frage mich: Warum guckst du meine Videos, wenn du mich nicht magst? Ich reagiere auf Hate-Kommentare und frage die Leute direkt: Was genau hat dir denn nicht gefallen? Und was wünschst du dir beim nächsten Mal? Dann werden die plötzlich anders und bedanken sich sogar bei mir dafür, dass ich auf sie eingehe und nutzen die Gelegenheit ihre Wünsche zu äußern. Meistens denke ich mir, dass die Leute einfach einen schlechten Tag hatten. Geht man so auf die Leute ein, hat das Vorteile. Genauso reagiere ich auch bei meinen zwei jüngeren Schwestern. Wenn die Mist gebaut haben, rege ich mich kurz auf und gehe dann zu ihnen und hinterfrage ihr Handeln. Generell habe ich aber nicht viele Hater und hoffe, dass es so bleibt.

styleranking: Hast du Tipps, wie man mit Hate-Kommentaren umgeht?

TamTamBeauty: Als erstes solltest du auf Abstand gehen und dich beruhigen. Gehst du direkt auf Hate-Kommentare ein, antwortest du oft zu emotional und bereust das im Nachhinein. Außerdem solltest du nicht in die gleiche Tonart wie die Hater verfallen. Am besten sprichst du auch mit jemandem darüber.

styleranking: Du bist auch bei Vero. Wie findest du die diese soziale Plattform?

TamTamBeauty: Ich wurde durch meine Schwester auf die App aufmerksam. Als sie Probleme beim Einloggen hatte, war ich plötzlich interessiert und fragte mich: Wieso bricht der Server ein? Dann muss die Nachfrage wohl groß sein. Ich habe inzwischen auch einen Account, aber noch keine feste Meinung zu diesem neuen Netzwerk. Ich glaube, die Plattform wird ein bisschen zu sehr ins Negative gezogen. Wenn man eine chronologische Reihenfolge hat, würde ich tatsächlich für diese App bezahlen. Es nervt mich total, dass ich auf anderen Plattformen den Feed meiner Familie und Freunde nicht immer sehe. Damit meine Abonnenten meine neuen Fotos sehen, muss ich das in meiner Insta Story extra erwähnen.

styleranking: Wie lassen sich Studium und Influencer Lifestyle vereinen?

TamTamBeauty: Ich trenne das komplett. In Vlogs oder in den Instastorys zeige ich nie, dass ich gerade lerne, was ich in der Regel vormittags mache. Zu dieser Zeit sieht man daher meist keine Story. Für mich ist es eine private Sache. Vielleicht kann ich das aber irgendwann miteinander vereinen. Ich bin ungeschminkt in der Uni, gehe nach Hause und mache mich fertig für die Videos.

styleranking: Vielen Dank für das Gespräch, TamTamBeauty.

Tara ist am 10. Mai 1991 in Bagdad geboren. 1995 flüchtet sie mir ihrer Familie in die Türkei und wohnt dort bei ihrem Opa in Ankara. Die Familie kommt nach Deutschland und zieht nach Baden-Baden, wo Tara die Realschule und das Gymnasium besucht. Sie zieht nach Gummersbach, um Wirtschaftsingenieurwesen der Fachrichtung Maschinenbau zu studieren. Tara absolviert ihren Bachelor und studiert inzwischen im Master. Seit dem Bachelorabschluss empfindet sie Gummersbach und Köln als ihr zu Hause, je nachdem, wo sie lernen oder arbeiten muss. Meistens lebt Tara jedoch in Köln. 2014 fängt sie an, bei YouTube drei Videos pro Woche hochzuladen, was sie bis heute durchgängig macht.

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