Kinderkolumne

Plötzlich Mama: Wie ehrenamtliche Wegbegleiter im ersten Jahr unterstützen

17.02.2017 / 11:00 Uhr

Das Glück, so sagt man, kommt auf leisen Sohlen. Bei mir kam das Glück auf soliden Schnürschuhsohlen und hörte auf den Namen Monika. Es war vier, fünf Wochen nach der Geburt meiner Zwillinge, als uns das Netzwerk Wellcome den Kontakt zu Monika vermittelte. Wellcome hat sozusagen das Modell der Nachbarschaftshilfe weiterentwickelt; die Organisation bringt junge Eltern und ehrenamtliche Helfer zusammen, die der Familie im Alltag unter die Arme greift. Wie genau, klären die Familien im Einzelfall.

Damit das Familienglück nicht im Chaos versinkt, unterstützt die Organisation Wellcome frisch gebackene Eltern.   Copyright: PR/Pampers

Wer noch kein Kind hat, kann sich die Anstrengung der ersten Wochen kaum vorstellen. Bei uns war es nicht nur, dass gleich zwei Kinder kamen. Es war auch, dass beide Schreibabys waren. Ein Baby war immer wach, ein Baby weinte immer, ein Baby hatte immer Hunger. Wenn das eine sich gerade beruhigt hatte, forderte garantiert gleich das andere Wärme, Nähe oder eine saubere Windel ein. Für Mehrlingseltern ist Überforderung Normalität. Das geht gar nicht anders. Ich erinnere mich: Die Antwort, ob dies ein guter oder ein schlechter Tag war, hing für mich in erster Linie von der Frage ab, ob ich irgendwann mal Zeit hatte, einen Kaffee zu trinken und die Seite 3 in der Süddeutschen zu lesen.

Manchmal ist eine Stunde Zeit alles, was zwischen dem Stress und dem totalen Wahnsinn steht. Deswegen war es für uns alle ein Glück, dass Monika von diesem Tag an regelmäßig zu uns ins Haus kam. Monika lebt bei uns in der Nähe und arbeitet als Bäckerei-Verkäuferin in einem Einkaufszentrum im Schichtdienst. Dass sie trotzdem in ihrer Freizeit regelmäßig Familien unterstützt, hat mich beeindruckt. Etwas Nettes ganz umsonst für Fremde tun – wer macht sowas heute? Monika kam ein Jahr lang, jede Woche, meist rund eine Stunde lang. Sie nahm die Kinder mit auf Spaziergänge, spielte in der Wohnung mit ihnen oder ging mit uns zu den Vorsorge- und Impfterminen beim Kinderarzt. So hatte ich jede Woche eine Stunde Ruhe, um einen Kaffee zu trinken, etwas zu lesen oder ein Bad zu nehmen.

Die ehrenamtlichen Helfer von Wellcome erleichtern den Alltag junger Mamas und Papas, wo sie nur können.   Copyright: PR/Pampers

Einer Umfrage von Pampers zufolge machen drei von vier Eltern in der Zeit der Geburt Stress und Schlafmangel zu schaffen. 50 Prozent leiden unter der körperlichen Überlastung, 40 Prozent daran, wenig Zeit für sich zu haben und knapp 30 Prozent an der Belastung für die Partnerschaft. Auch, wenn viele schon Unterstützung haben, etwa von der Familie, wünschen sich rund 40 Prozent noch mehr Beistand – und das ist genau das, was Wellcome leistet. Pampers unterstützt das Netzwerk jetzt mit einer Aktion:Pampers-Kunde können über eine Pampers-Club-App Herzen sammeln und diese an Wellcome oder andere Hilfsorganisationen spenden – dafür erhalten die Initiativen dann einen finanziellen Zuschuss von der Firma Pampers.

Der Nachteil ist, dass man dazu die Pampers-App installieren und seine Daten preisgeben muss. Ansonsten ist die Aktion eine gute Gelegenheit, beim Windelkauf nebenbei eine sehr hilfreiche Initiative für junge Familien zu unterstützen. Monika habe ich neulich übrigens in wiedergetroffen. Sie hilft jetzt einer neuen Familie. Die Frau hatte lange Zeit erfolglos versucht, schwanger zu werden. Dann entschied sie sich mit ihrem Mann, ein Kind zu adoptieren. Kurze Zeit später erfuhr sie, dass sie schwanger ist. Nun hat sie zwei Babys, ein leibliches und ein adoptiertes. Die Unterstützung von Wellcome werden sie sicher gut gebrauchen können.

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