Ratgeber

Poké-Risks: Nimm dich in Acht vor den 10 größten Gefahren von Pokémon Go

07.08.2016 / 16:00 Uhr

Wer glaubt, Nerds und Gamer säßen Tag ein Tag aus mit Chips und Cola vor einem riesigen Monitor beim Erkunden virtueller Welten, irrt. Zumindest seit dem 13. Juli 2016 kommt keiner mehr an draußen auf offener Straße zockenden Spielern – ob Nerd oder Normalo – mehr vorbei. Die Smartphone App Pokémon Go verbreitet sich wie ein Lauffeuer auf Apple- und Android-Geräten und zieht bereits mehr als drei Millionen Pokémontrainer auf die Straßen. Aber Achtung, wer nicht aufpasst, begibt sich virtuell und real schnell in Gefahr! Es sei denn, ihr vermeidet die zehn größten Risiken und Nebenwirkungen von Pokémon Go.

Auf der ganzen Welt gehyped: Das Smartphone-Spiel Pokémon Go!   Copyright: Olivia Harris/Getty Images

1. Augen auf beim Monster-Lauf

In den letzten Tagen befand sich vermutlich fast jeder bereits in der Situation: Menschen laufen über den Bürgersteig und fokussieren wie gebannt ihr Handydisplay. Bleiben konzentriert stehen, wischen auf ihrem Smartphone herum, schreien jubelnd auf und setzen ihren Weg fort. Gut, wenn die Passanten den Pokémon Go’lern automatisch aus dem Weg gehen. Schlecht, wenn plötzlich Laternen, Ampeln oder andere reale Hindernisse den Weg der Spieler kreuzen. Am 6. Juli stürzten zwei junge Männer nahe eines Strandes in San Diego eine fast 30 Meter tiefe Klippe hinab – auf der Suche nach einem Pokémon. Auch zahlreiche Autounfälle sollen der Pokémon Go App verschuldet sein. Unser Tipp: Handy weg am Steuer und Einführung spezieller Handy-Bürgersteig-Abschnitte für alle Smartphoneuser und Pokémon Go Player.

2. Nimm dich in Acht vor dem Real-Life Team Rocket

Wer fiese Banditen und Gegner nur in der Virtual Reality wähnt, benötigt schleunigst ein kleines Update. Michael Baker, ein 22-jähriger Pokémon Go Spieler aus Oregon, wurde bei seiner nächtlichen Monstersuche von einem Fremden niedergestochen. Bevor er schwer verletzt ein Krankenhaus aufsuchte, wollte er zunächst sein 151. Pokémon einfangen. Doch auch weniger dramatische Kriminalfälle schockieren: Das Gerücht kursiert, dass sich Diebe speziell auf Pokémon Go Arenen und Pokéstops konzentrieren, um dort den Anwesenden Smartphones und andere Wertgegenstände zu entwenden.

3. Warum Pokémon nicht unsichtbar werden…

…liegt ganz einfach daran, dass sich ihre Trainer durch die in der App versteckten Ortungsdienste komplett gläsern machen. Warum benötigen dann noch ihre Pokéschützlinge die Fähigkeit zur Unsichtbarkeit?

4. Scheiße, in meinem Keller liegt ‘ne Leiche!

Ähnliche Gedanken schwirrten wohl der 19-jährigen Shayla Wiggins im Kopf herum. Auf der Suche nach Pokémon in ihrer Heimatstadt Riverton kletterte sie über einen Zaun in Richtung eines Flusses. Dort entdeckte sie anstelle eines virtuellen Monsters eine echte Wasserleiche. Merke: Wer suchet, der findet (nicht unbedingt immer das, was er sucht).

Wen es auf seiner Monstersuche in abgelegene Gegenden verschlägt, sollte darauf gefasst sein, dass dort mehr als nur ein virtuelles Pokémon auf ihn warten könnte.   Copyright: Carl Court/Getty Images

5. In-App-zektable Kosten

Zugegeben: Grundsätzlich darf jeder Smartphonenutzer in Deutschland die Pokémon Go App gratis downloaden. In-App-Käufe ermöglichen dennoch Investitionen von 0,99 bis hin zu 99 Euro im Shop der App. Gerade Eltern sollten also die Shopfunktion für ihre Schützlinge deaktivieren. Kein Wunder, dass sich Entwickler Nintendo ein wenig Taschengeld dazuverdienen möchte. Schließlich investierte der Konzern mehr als 20 Millionen Dollar in die Entwicklung von Pokémon Go.

6. Voller Pokéball, leerer Akku

Die Suche nach den kleinen Pokémon zehrt durch die aktivierten Ortungsdienste und anderen Akku-Fresser-Funktionen ständig an der Laufzeit eures Smartphones. Wer also nicht permanent eine portable Power-Bank in Größe eines Relaxos bei sich trägt, begeht das Risiko, wirklich wichtige Anrufe und Co. zu verpassen – oder entsteht diese Gefahr einfach nur durch falsch gesetzte Prioritäten, die Pokémon Go verurteilen?

7. Tausche Pokémon gegen Realität

Obwohl Pokémon Go im Gegensatz zu herkömmlichen Computer- und Smartphonespielen einen permanenten Spaziergang in der realen Welt erfordert, mindert dies die potenzielle Suchtgefahr und den Realitätsverlust keineswegs. Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung Marlene Mortler warnte gegenüber Welt.de, dass die Spieler "im schlimmsten Fall […] den Kontakt zur Realität" verlieren und Avatare und Pokémon eine wichtigere Stellung als echte Sozialkontakte einnähmen.

Vorsicht, Verwechslungsgefahr! Die Drogenbeauftragte Marlene Mortler warnt vor Realitätsverlust durch Pokémon Go.   Copyright: Alexander Koerner/Getty Images

8. Gefangen im eigenen Pokéball

Damit die folgende Gefahrenquelle für euch besteht, müsstet ihr in der Vergangenheit bereits ein Verbrechen begangen haben. Entspräche dies tatsächlich der Wahrheit, könnte euch beim Spielen von Pokémon Go das gleiche Schicksal wie einem 18-Jährigen aus Trier erwarten. Trotz polizeilicher Suche begab sich der junge Mann auf Pokémonjagd am Trierer Bahnhof, geriet in eine polizeiliche Kontrolle und wurde verhaftet. Pech im Spiel – Glück im Gefängnis?

9. Schnappst du dir dein Pokémon, schnappt es sich deine Daten

Und davon nicht gerade wenige! Theoretisch kann man durch die per Ortungsdienste gespeicherten Laufwege Lieblingsorte, Arbeitsplätze und Wohnorte der Spieler lokalisieren. In Kombination mit den weiteren persönlichen Angaben, dem Namen und der E-Mail-Adresse jedes Users könnte Niantic Labs als Herausgeber der App durch den Verkauf der Daten großes Geld machen. Wer sich und seine Daten schützen möchte, sollte unbedingt ein Synonym als Spielernamen angeben und auf jede zusätzliche Angabe von Informationen verzichten.

Durch Pokémon Go könnten zahlreiche Bewegungsprofile von jedem Nutzer erstellt und teuer verkauft werden.   Copyright: Alexander Koerner/Getty Images

10. Vorsicht, Bombenalarm!

Nehmt euch in Acht vor besonders beliebten Poké-Stops. In einem Vorort von Sydney lockten drei der Monster-Spots mit besonders seltenen Pokémon. Prompt pilgerten zahlreichen Pokémontrainer in Richtung der heiß begehrten Locations. Nachdem genervte Anwohner die Polizei wegen Lärmbelästigung riefen, ließ diese auf sich warten – woraufhin die Anwohner die Pokémon Go Besucher kurzerhand selbst mit Wasserbomben und Eier verscheuchten.

Follow us