Oral-B Design-Chef im Interview

Produktdesigner Dominik Langhammer: “Ich nutze Social Media als Secondhand-Inspiration”

Franziska Gajek
Von Franziska Gajek
08.09.2020 / 11:11 Uhr

Mit der Oral-B iO bringt Procter & Gamble eine hoch entwickelte elektrische Zahnbürste auf den Markt - inklusive interaktivem Display und App-Connection versteht sich. Beim Launch-Event in München treffen wir den verantwortlichen Produktdesigner von Oral-B, Dominik Langhammer, zum Interview.

Er übt die Designleitung Global Oral Care bei P&G aus und blickt auf eine spannende Karriere, unter anderem bei Amazon. Im Gespräch mit styleranking erzählt er, welche Eigenschaften einen guten Produktdesigner auszeichnen und welches große Vorbild ihn begleitet.

Dominik Langhammer arbeitet als Head of Design Global for Oral-B.   Copyright: Oral-B

styleranking: Nehmen Sie uns mit auf ihren beruflichen Werdegang?

Dominik Langhammer: Nach meinem Studium hat es mich für zwölf Jahre ins Silicon Valley nach San Francisco verschlagen. Dort habe ich unter anderem für Amazon gearbeitet - eine sehr spannende Zeit. Ich war als einziger Designer in einem kleinen Entwicklerteam an der Entstehung von Amazon Alexa beteiligt.

Dann bin ich zu Procter & Gamble gekommen. Dort leite ich nun die Designabteilung für Oral-B, was mich sehr glücklich macht. Das Produkt Zahnbürste ist ein alltägliches, was jeden Menschen betrifft. Unsere Herausforderung besteht nun darin, mit gutem Design in die Gewohnheiten einzugreifen und sie praktisch zu verbessern.

styleranking: Welche Eigenschaften sind essentiell, um in Ihrem Job erfolgreich zu arbeiten?

Dominik Langhammer: Leidenschaft und Neugierde sind unerlässlich. Viele denken, Design bestehe aus Kreativität, Idee und Konzept. Aber dahinter steckt mehr: Es geht auch darum, wie die Idee im Alltag der Menschen funktioniert. Deswegen zählen auch Disziplin und Durchhaltevermögen zu den wichtigen Fähigkeiten eines Produktdesigners.

Beim Oral-B iO Launch-Event in München stellt Langhammer die wichtigsten Design-Features vor.   Copyright: Oral-B

styleranking: Was an der neuen Oral-B iO lässt Ihr Design-Herz höher schlagen?

Dominik Langhammer: Wir haben die beste Performance und die beste Putzleistung, die es je bei einer elektrischen Zahnbürste gab, mit wunderschönem Design verbunden. Die Zahnbürste gewährt beste Mundgesundheit und sieht auch im Badezimmer toll aus. In die Zahnbürste ist ein Smiley-Effekt integriert. Wer richtig putzt, bekommt das lachende Gesicht auf dem Display zu sehen. Evolutionsbedingt schauen wir gern in glückliche Gesichter - das Feature motiviert uns also. Diese Details schätze ich an der Oral-B iO. Auch die magnetische Ladestation als elegante, schlanke und moderne Alternative zum Ladepin zählt zu den Highlights des Produkts.

styleranking: Welche Anforderungen stellt der Konsument an das Produkt?

Dominik Langhammer: Bei einem Produkt, das so viel Technologie und Features enthält, müssen wir die Komplexität für den Konsumenten reduzieren. Für den Verbraucher muss ein leicht zu bedienendes und verständliches Produkt im Badezimmer stehen. Das umzusetzen ist meine Hauptaufgabe. Dann fließen natürlich Feedback der Konsumenten und die Expertise von Zahn-Hygiene-Kräften in den Entwicklungsprozess mit ein.

styleranking: Das heißt, der Konsument merkt im Best Case nichts von der komplexen Arbeit im Hintergrund?

Dominik Langhammer: Darin besteht das Ziel. Wir müssen uns jeden Tag kompliziert mit dem Thema Zähne putzen und Zahnbürste beschäftigen, die Konsumenten sollen das nicht.

Die iO gibt's in vier Farben, allesamt mit interaktivem Display und App-Connection.   Copyright: Oral-B

styleranking: Die iO gibt’s in vier Farben, darunter auch Roségold. Spielen hier genderspezifische Farbcodes eine Rolle oder lösen sich diese Zuschreibungen auch im Produktdesign auf?

Dominik Langhammer: Wir bieten mit der Oral-B iO ein Premium Objekt an, bei dem auch die Farben über eine emotionale Qualität verfügen. Natürlich kommen einem bei der Version in Roségold erstmal Frauen als Fokusgruppe in den Kopf - aber: Je mehr Männer diese Farbe kaufen, umso besser. Wir wollen natürlich repräsentieren, was der Markt will. Roségold erlebt auch bei anderen Produkten eine große Beliebtheit.

styleranking: Welche Trends wirken aktuell auf das Thema Produktdesign ein?

Dominik Langhammer: In diesem Bereich sind Moden vor allem technologisch getrieben. Für unser Design-Team spielen Trends eine untergeordnete Rolle, weil wir zeitlos schöne Produkte kreieren möchten. Wir legen hohen Wert auf Langlebigkeit - im Bezug auf Qualität und Design. Wir schauen uns an, auf welche gemeinsame Ästhetik sich die Menschen einigen.

styleranking: Wirken sich Entwicklungen innerhalb der Sozialen Netzwerke auf ihre Arbeit aus?

Dominik Langhammer: Ich habe Social Media bewusst bis dato nicht fokussiert und nutze dieses Thema eher als Secondhand-Inspiration. Klar schaue ich mir Blogs oder relevante Produktvorstellungen, etwa von Apple, an. Aber mehr Inspiration erhalte ich durch Offline-Gespräche.

Crew-Member Franzi trifft Dominik Langhammer zum Interview in München.

styleranking: Welche Design-Vorbilder haben Sie auf Ihrem Weg begleitet?

Dominik Langhammer: Der Industriedesigner Dieter Rams hat viele Jahre als Head of Design für Braun gearbeitet. Vor allem in den 60er, 70er, 80er und 90er Jahren hat er maßgeblich eine komplett neue Ästhetik kreiert. Was Bauhaus in der Architektur gemacht hat, hat Rams in den 50er Jahren an die Hochschule für Gestaltung in Ulm gebracht. Der ehemalige Chefdesigner von Apple Jony Ive hat offen bekundet, auch ein großer Fan von Rams zu sein. Viele Apple-Produkte wurden von Rams inspiriert. Während meiner Zeit in den USA bin ich philosophisch mit ihm in Kontakt getreten und hatte bei Amazon zum Beispiel seine 10 Thesen zu gutem Design an der Wand hängen.

styleranking: Was besagen seine Thesen?

Dominik Langhammer: Rams sagt zum Beispiel: Gutes Design ist ehrlich. Gutes Design ist brauchbar. Gutes Design ist innovativ. Gutes Design ist nachhaltig. Dem habe ich bis heute nichts hinzuzufügen.

styleranking: Vielen Dank für das Interview, Herr Langhammer.

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