Social Media als Job

Sprachjury wählt Influencer zum Anglizismus des Jahres 2017

10.02.2018 / 11:00 Uhr

Zugegeben. Wir lassen uns täglich von ihnen inspirieren - doch das ein oder andere Mal beneiden wir sie sehr: Influencer wie Caro Daur, Chiara Ferragni oder Xenia van der Woodsen vom Blog xeniaoverdose führen ihr Jetset-Leben und haben damit eine ganz neue Art zu Arbeiten geschaffen.

Aber Influencer sein bedeutet auch: enorme Selbstdisziplin und absolute Hingabe zum Lifestyle-Business. Denn beeinflussen will gelernt sein.

Caro Daur, Xenia van der Woodsen und Marina Ilic vom Blog Marina the Moss haben es geschafft: sie arbeiten hauptberuflich als Influencer.   Copyright: Andreas Rentz / Getty Images

Anglizismen und Mode – Must-haves im Sprachgebrauch

Wenn wir uns die Sprache unserer Instagram-Stars und -Sternchen anschauen, fällt auf: Hier dominieren englische Begriffe. Anglizismen sind in der Modewelt ja keine Seltenheit: Fashion Show, Must-have, Lookbook oder Highheels zählen zu den etablierten Begriffen, die Designer oder Fashion-Redakteure gerne mal verwenden. Sprachwissenschaftler Anatol Stefanowitsch bezeichnet auch „Influencer“ als solchen Anglizismus, der im Alltag inzwischen oft verwendet wird.

Stefanowitsch hat längst eine Sprachjury gegründet. Und diese ernannte "Influencer" jüngst zum Anglizismus des Jahres 2017. Denn alleine durch Social Media bekannt sein und damit sein Geld verdienen – dafür gab es zuvor keine Bezeichnung im engeren Sinne. Somit ergänzt das Wort laut der Sprachjury ähnliche Begriffe wie Meinungsmacher, Markenbotschafter oder Vorbild.

But wait – ist der Begriff etwa eine Kreation der Social-Media-Generation? Eher nicht, denn Influencer als englischen Begriff gab es der Spachjury zufolge auch schon im 17. Jahrhundert – damals fielen darunter zum Beispiel Staatsoberhäupter, die institutionelle Macht hatten. Geht man noch weiter zurück, dann stammt der Ursprung des Wortes laut Stefanowitsch sogar aus der Astrologie der Spätantike.

Mit diesem Hintergrundwissen ausgestattet, können Influencer nun auch allen Paroli bieten, die sie spöttisch witzeln: "Hä? Influenza?"

Millionen Follower oder kleine Community? Mikro- und Makroinfluencer...

Inzwischen wird zwischen Mikro- und Makroinfluencern differenziert: die besitzen schon richtig fame und verzeichnen tausende oder gar Millionen Follower wie Chiara Ferragni, während Mikroinfluencer eine geringere Reichweite ausweisen. Ihnen folgen zwischen 10.000 und 80.000 Menschen. Mikroinfluencer gelten in Marketing-Kreisen trotzdem bisweilen als authentischer, was sie im Umkehrschluss für Brands interessant macht.

Von Stadt zu Stadt jetten, Pics und Videos für die Follower bei Insta oder YouTube machen, dabei Produkte empfehlen, updaten, bloggen, sich selbst präsentieren - als Influencer gehört das zum Daily Business dazu. Dass dahinter viel Arbeit steckt - stundenlanges Bearbeiten von Bildern in Photoshop. Warten auf gutes Wetter für das perfekte OOTD - das sehen zumindest Neider sehr selten.

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