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Städte-Trip: Sonne und Shopping pur in Madrid

Moritz Lindert
Von Moritz Lindert
06.06.2015 / 16:00 Uhr

Fast könnte man ein wenig Mitleid haben mit den Briten und Amerikanern. Gibt es doch im Englischen kein richtiges Wort für dieses ganz besondere Gefühl: Fernweh. Immer wenn die Sonne scheint und Urlaub im Kalender steht, packt uns die Sehnsucht nach der Fremde. Die styleranking-Crew bekommt schon jetzt Wanderlust und stellt euch ihre ganz persönlichen Summer-Hotspots vor - mit Tipps und Tricks für eure Last-Minute-Reise ins Glück. Redakteur Moritz ´plant einen spanischen Sommer in Madrid.

Wer eine spanische Städtereise plant, denkt sofort an die perlweißen Strände und kunterbunten Gaudí-Fassaden Barcelonas. Dabei hat Madrid mitten im Herzen Spaniens eben so viel Sehenswertes zu bieten. Die Hauptstadt ist ein aufregender Schmelztiegel mit traumhaften Sommerkulissen, herzlichen Menschen und einem Lebensgefühl, das immer wieder zwischen pulsierender Metropole und urspanischer Tradition schwankt. Ein Paradies für Reisende wie mich, die lieber in die Abenteuer einer sonnigen Großstadt abtauchen, statt sich den Alltagsstress an einem Strand von der Seele zu schwitzen.

Das Urso Hotel & Spa liegt mitten in Madrids Szenevierteln, die nächste Metro-Station Alonso Martínez ist nur wenige Schritte entfernt.   Copyright: Urso Hotel & Spa

Hotels - Schlafen wie la familia real

Wer in einem der zahlreichen Hotels in Madrid absteigt, sollte sich mit Bedacht für eines der vielen verschiedenen Viertel entscheiden. Vom Flughafen Madrid-Barajas ist es zwar nur eine kurze Metro-Fahrt bis in die Innenstadt, aber Madrid ist riesig und auch mit der Metro kann der Weg zum eigenen Bett ein ziemlich langer werden. Ich rate deshalb jedem, in einem der jungen Szeneviertel im Zentrum der Stadt einzuchecken. In Malasaña, Chueca oder La Latina kann man stundenlang durch die historischen Gassen und Sträßchen ziehen und zwischendurch in einem der zahlreichen coolen Cafés eine Rast einlegen. Das Urso Hotel & Spa liegt genau auf der Grenze zwischen Malasaña und Chueca und schafft ein gemütliches aber hochwertiges Ambiente inmitten der stylish-abgerockten Viertel. Wer es etwas gediegener und ruhiger angehen möchte, steigt im AC Palacio del Retiro ab, einem wunderschönen 5-Sterne-Hotel am Rande des weitläufigen Retiro-Parks und fußläufig vom berühmten Museumsdreieck Madrids entfernt. Hier schläft es sich mindestens so majestätisch wie bei König Felipe und Königin Letizia im Daunenbett.

Die wirkliche Magie Madrids entfaltet sich abseits der großen Touristenströme, in den historischen Gassen der Stadt.   Copyright: Quim Llenas / Getty Images

Sightseeing - Das Wichtigste ab Kilometer Null

Wie so oft bei Städtereisen gilt: Madrid erkundet man im besten Fall auf eigene Faust und, wer wie ich großes Glück hat, mit einem ortskundigen Guide, der die schönsten und geheimsten Ecken kennt. Mitten in der Stadt liegt die Puerta del Sol mit dem Kilometerstein, der den Mittelpunkt Spaniens markiert. Von hier geht es los, natürlich nicht, ohne sich vorher in der traditionellen Konditorei La Mallorquina mit den besten Backwaren und Süßspeisen der Stadt zu versorgen. Auf der Tour durch die spanische Hauptstadt dürfen berühmte Hotspots wie der Plaza Mayor und der Königspalast nicht fehlen. Doch die schönsten Seiten Madrids eröffnen sich abseits der großen Touristenströme. Eine Wanderung durch den weitläufigen Retiro-Park ist ebenso Pflicht wie ein Lunch mit landestypischen, gefüllten Kroketten auf dem San Anton Markt in Chueca. Vor allem in lauen Sommernächten lässt es sich wunderbar durch den historischen Stadtkern schlendern, der noch nach seinen habsburgischen Gründern El Madrid de los Austrias heißt.

Ein beliebter Touristen-Hotspot vor allem im Sommer: Der Plaza Mayor im historischen Kern von Madrid.   Copyright: Cristina Arias / Getty Images

Kultur - Picasso, Boticelli und Co.

Wer sich für Geschichte und Kultur interessiert, ist in Madrid goldrichtig. Mit dem Museo del Prado, dem Nationalen Kunstmuseum Reina Sofía und dem Museo de Thyssen-Bornemisza sind hier die bedeutendsten Werke der klassischen Malerei und modernen Kunstgesichte in direkter Nachbarschaft versammelt. Jedes Jahr im Juni verwandelt sich der grüne Retiro-Park in die Madrider Buchmesse, auf der man an 350 Ständen unter freiem Himmel schmökern kann. Wer des Spanischen mächtig ist, kann am Plaza Callao in einem der ältesten Theater der Stadt einen tollen Comedy-Abend erleben.

Grüne Oase: Der Retiro-Park ist die größte Grünanlage in der spanischen Metropole und perfekt zum Entspannen in der Sonne geeignet.   Copyright: Cristina Arias / Getty Images

Shopping - Für jeden Etwas dabei

Auch wenn die Madrid Fashion Week noch in den Kinderschuhen steckt, Shoppen kann man in der spanischen Hauptstadt einmalig. Vor allem wenn es um Kleidung für tropische Temperaturen geht, sind die heißblütigen Spanier in ihrem Element. Auf der berühmten Einkaufsstraße Gran Vía halten sie natürlich den heimischen Mainstream-Ketten die Treue. Zara, Stradivarius, Mango und Co. residieren in beeindruckenden Flagshipstores auf der historischen Shopping-Meile. Die wirklich großen Namen wie Prada, Armani und Loewe findet man dagegen etwas abseits des Stadtkerns auf der Calle Serrano, einer erlesenen Luxusmeile im Edelviertel Salamanca. Spanien pur erlebt man aber erst, wenn man an Sonn- und Feiertagen den größten Flohmarkt Madrids, den Rastro besucht. Hier lässt sich locker ein ganzer Tag unseres Städtetrips verbringen, denn die zahlreichen Stände ziehen sich durch das gesamte Stadtviertel. Und nach erfolgreicher Trödel-Tour sollte man sich dringend in einem der angrenzenden Cafés von La Latina entspannen.

Ein Muss für jeden Madrid-Besuch: Im San Anton Markt im Stadtviertel Chueca gibt es die besten spanischen Delikatessen in gemütlicher Lunch-Atmosphäre.   Copyright: Cristina Arias / Getty Images

Nightlife - Spanische Nächte sind lang

Wer in Madrid abends ausgeht, sollte viel Zeit und Ausdauer mitbringen. Der britische Schriftsteller Ernest Hemingway schrieb nicht umsonst: "Nobody goes to bed in Madrid until they have killed the night." Im Szeneviertel Malasaña kann man die ganze Woche über die Nacht zum Tag machen. Ein typischer Abend beginnt hier bei einer Caña Bier oder einem Sangría und einem Tapas-Buffet, das alle kulinarischen Träume wahr werden lässt. In den zahlreichen Bars, Kneipen und Clubs auf der Calle Corretera Baja de San Pablo geht die spanische Nacht mit viel typischem Reggaeton oft bis um 8 Uhr morgens.

Spanische Nächte sind lang: Schon der Schriftsteller Ernest Hemingway riet dringend davon ab, in Madrid zu früh schlafen zu gehen.   Copyright: Quim Llenas / Getty Images

Spätestens dort, auf dem Weg durch die immer noch laue Sommerluft und unter der langsam aufgehenden spanischen Sonne, nimmt Madrid jeden gefangen. Sie ist nicht Paris oder Rom, und auch nicht Barcelona. Die Stadt ist ein ganz eigenes Stück Fernweh. Auch im Spanischen gibt es dafür leider kein Wort. Aber gepackt hat es mich trotzdem.

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