INTERVIEW

Til Schweiger im Interview: "Ich weiß nicht, wieso ich bei Frauen so beliebt bin!"

Von Isabell Lause
10.12.2015 / 12:07 Uhr

Schauspieler, Regisseur, Familienvater, Flüchtlingsaktivist. Spätestens seit seinem öffentlichen Social Media-Engagement für Flüchtlinge und seiner gemeinsamen Tatort-Folge mit Sängerin Helene Fischer spricht mal wieder ganz Deutschland über Til Schweiger. Neben diesen Themen liegt dem Honig im Kopf-Star aber auch noch ein anderes Projekt am Herzen: Sein Interiorlabel Barefoot Living, zu dem auch eine eigene Kaschmirpullover-Kollektion gehört. Das Label soll das Lebensgefühl von Wohlfühlen, Relaxen und Entspannen in die Häuser bringen – genau die Stimmung, auf die Til Schweiger auch in seinen Filmen Wert legt. Wir treffen den Schauspieler zur Labelvorstellung in Berlin. Im Interview spricht der Ex-Lindenstraße-Schauspieler über sein Label, seinen Erfolg bei Frauen und seine angebliche Verfilmung der Flüchtlingskrise.

styleranking: In den letzten Tagen berichtete die Presse von Ihrem Plan, einen Film über Flüchtlinge zu drehen. Was ist da dran?

Til Schweiger: Zunächst einmal kann man einen Film nicht planen. Ich sagte, dass wir an einem Projekt arbeiten. Es kann aber genauso gut sein, dass ich irgendwann feststelle: Die Idee war gut, das Drehbuch ist es aber nicht. Ich hatte bereits viele tolle Ideen zu Filmen, die am Ende nicht verfilmt wurden, weil kein gutes Script entstanden ist. Sowas lässt sich nicht planen. Aber wenn das Drehbuch gut wird, mache ich den Film über Flüchtlinge natürlich.

styleranking: Sie haben als Schauspieler schon viel erreicht und sogar in Hollywoodproduktionen mitgespielt. Was bedeutet Ihnen die Rolle als Nick Tschiller beim Tatort?

Til Schweiger: Das ist eigentlich eine Rolle wie jede andere auch. Ich spiele die Rolle gerne, denn ich mag den Nick Tschiller, aber ich spiele auch andere Rollen gerne.

styleranking: Auf Facebook benutzen Sie gerne Ausrufezeichen als Statement, was viele Journalisten beschäftigt. Wann bringen Sie eine Statement-Kollektion?

Til Schweiger: Dazu kann ich eigentlich nur sagen, dass ich es absurd finde, dass sich die Presse oder die sogenannten Leitmedien damit beschäftigen, wie viele Ausrufezeichen ich hinter meine Botschaften setze. Das finde ich peinlich. Ich kann auf meiner Facebook-Seite so viele Smileys, Thumbs up und Ausrufezeichen posten, wie ich möchte. Und wenn die Presse sich darüber Gedanken macht, dann haben die ein Problem, nicht ich.

styleranking: Barefoot Living setzt auf natürliche Materialien, schlichtes Design und Erdtöne. Warum beschäftigt Sie das Thema Entspannung so?

Til Schweiger: Mir ist das Thema Entspannung wichtig, weil ich sehr hart arbeite. Und das geht natürlich nur, wenn ich zwischendurch Momente der Entspannung genieße.

styleranking: Stichwort Entspannung: Tragen Sie auch mal Jogginghosen?

Til Schweiger: Ja, ich trage sehr gerne Jogginghosen. Am liebsten unsere Kaschmir-Modelle, weil sie am bequemsten sind. Ich trage Jogginghosen nicht zum Sport, sondern einfach, wenn ich zu Hause rumhänge und einen Film schaue. Auch wenn Freunde zu Besuch kommen, ziehe ich am liebsten meine Jogginghose an. Ich bin sogar schon in Jogginghose ins Einkaufszentrum gegangen. Meine Tochter fragte mich daraufhin: Papa, wie läufst du denn rum?

styleranking: Wie stark bringen Sie sich operativ bei Barefoot Living ein?

Til Schweiger: Bei Barefoot Living bringe ich mich ein, indem ich vorschlage, welche Produkte wir ins Sortiment aufnehmen und welche wir rauswerfen. Außerdem entwerfe ich die Kaschmirpullover mit. Sie sind mein absolutes Herzensprojekt.

styleranking Redakteurin Isabell trifft Schauspieler Til Schweiger in Berlin.   Copyright: styleranking

styleranking: Gibt es ein Outfit, welches Sie sich in einem Film verweigern würden?

Til Schweiger: Outfits mit grellen Farben würde ich nicht tragen. Ich mag überhaupt keine grünen oder roten Hosen. Es gibt zwar viele Männer, die sowas anziehen, aber ich würde das nicht an mir sehen wollen.

styleranking: Für eine Person der Öffentlichkeit ist das Äußere wichtig. Wie lange brauchen Sie morgens im Bad?

Til Schweiger: Ich schätze nur so ca. 10 Minuten. Ich dusche einmal kurz kalt, einmal heiß, style meine Haare und bin fertig.

styleranking: Haben Sie einen Beautytipp für Männer?

Til Schweiger: Sie sollten auf jeden Fall nicht nach Schweiß riechen. Ich persönlich bin kein Fan von diesen klassischen Männerdüften. Die sind immer sehr herb und aufdringlich. Ich benutze nur Bodylotion mit einem Mandel-, Kokos- oder Vanilleduft und viele Frauen sagen mir, dass ich gut rieche.

styleranking: Kein Wunder, schließlich gelten Sie als Frauenschwarm. Was macht Sie bei Frauen so beliebt?

Til Schweiger: Das weiß ich ehrlich gesagt gar nicht. Darüber mache ich mir nie Gedanken. Vielleicht mögen Frauen, dass ich Humor habe und ich das sage, was ich denke und mich nicht verstelle.

styleranking: Was macht für Sie die perfekte Frau aus?

Til Schweiger: Ich habe kein bestimmtes Beuteschema, so wie es immer wieder geschrieben wird. Meine Traumfrau benötigt auf jeden Fall Humor, ein großes Herz, Empathie und Zärtlichkeit. Natürlich möchte ich sie attraktiv finden. Aber das definierte sich bei mir noch nie über die Haarfarbe, der Oberweite oder die Taillengröße, sondern über die Persönlichkeit. Die Schönheit eines Menschen kommt von innen.

styleranking: Vielen Dank für das Gespräch!

Til Schweiger ist am 19. Dezember 1963 in Freiburg im Breisgau geboren. Der Mittlere von drei Brüdern wächst in Heuchelheim auf und leistet nach seinem Abitur den Grundwehrdienst bei der Bundeswehr ab. Nach Abbruch seines Wehrdienstes, Germanistikstudiums sowie Medizinstudiums beginnt er 1986 eine Schauspielausbildung Schule des Theaters des Kölner Theater Der Keller. Schauspielerisch tätig wird er zunächst in der Lindenstraße ehe er durch seine ersten Kinofilme Manta Manta, Der bewegte Mann und Männerpension einem größeren Publikum bekannt wird. Seinen endgültigen großen Durchbruch, auch als Regisseur, feiert er mit Filmen wie Barfuss und Keinohrhasen. "Unser Mann in Hollywood" spielt auch in Hollywoodproduktionen wie Inglorious Basterds von Quentin Tarantino oder neben Angelina Jolie Lara Croft: Tomb Raider – Die Wiege des Lebens mit. Mittlerweile ist er nicht nur als Schauspieler, sondern auch als Drehbuchautor, Produzent und Regisseur tätig und besitzt mit Barefoot Films seine eigene Produktionsfirma. Aus der mittlerweile geschiedenen Ehe mit Ex-Model Dana Schweiger sind vier Kinder hervorgegangen: Valentin (* 1995), Luna (* 1997), Lilli (* 1998) und Emma (* 2002). Von 2011 bis 2013 war Schweiger mit dem Model Svenja Holtmann (hier im styleranking-Interview), bis Mai 2014 mit der Fotografin Anne Wilk liiert.

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