Berlin Fashion Week Sommer 2017

Textil und Textur - Weleda zelebriert 90 Jahre Skin Food Hautcreme

02.07.2016 / 20:38 Uhr

"Grün, grün, grün, sind alle meine ... Blätter!" Neumodische Ernährunsformen wie der Veganismus und der Vegetarismus haben in Berlin ihr Zuhause gefunden. Unzählige aufgeschlossene und gesellschaftskritische Jugendliche und Erwachsene fühlen sich im Vegan-Mekka verstanden und gut aufgehoben. In kaum einer anderen deutschen Stadt wird so fair und grün gedacht wie in unserer Hauptstadt. Googelt man nach veganen Restaurants in Berlin, spuckt das Suchportal in wenigen Sekunden mehr als 30 Restaurant-Vorschläge aus. Was sich seit einiger Zeit in der Food-Szene etablieren konnte, hat schon längst in der Mode- und Beautyindustrie Fuß gefasst. Vorreiter und Pionier seit 90 Jahren in Sachen Naturkosmetik ist Weleda. Vor fast einer Dekade gründeten Ita Wegman und Rudolf Steiner das Beauty-Label. Anlässlich der Berlin Fashion Week zelebriert der Naturkosmetikhersteller mit den jungen Modelabels Lanius und Umasan zwei Tage lang seinen 90. Geburtstag. Highlight der Sause: die Runwayshow des Green Showrooms im Rahmen der Ethical Fashion Show.

Familiär und entspannt ist die Atmosphäre, als wir im Shopatelier von Weleda ankommen. Das weiße und lichtdurchflutete Atelier bezaubert auf Anhieb. Es liegt nicht nur der Duft von frisch gemähtem Gras in der Luft - wir stehen mitten in blühender Natur. Riesige Blumen-Ensembles ragen vom Boden bis hin zur Decke. Und dabei handelt es sich keineswegs um Plastikblumen. Rasenstücke liegen verteilt auf dem Boden, dekoriert mit echter Kamille, Kalingula, Stiefmütterchen und Bambus. An den freien Wänden stehen Regale aus unverarbeitetem Holz. Darin befindet sich - nach Farbe und Größe sortiert - die gesamte Weleda-Produktpalette. Eingeladen zu dem Jubiläums-Event sind Modedesigner, Blogger, Redakteure und Magazine aus der Schweiz, Österreich und Deutschland, die sich dem Thema Nachhaltigkeit widmen. Das Rahmenprogramm ist vielfältig und informativ, angefangen beim Vortrag von Naturkosmetik-Expertin Lilith Schwertle, die über die Sinne der Haut referiert. Was ebenfalls nicht fehlen darf: Ein Vortrag zu der klassischen Weleda Hautcreme für trockene und raue Haut: Dem grünen "Wundermittel" der Weleda Produktpalette.

Weleda wird 90 - und feiert auf der Berlin Fashion Week.   Copyright: PR

Im Anschluss betritt Modedesignerin Claudia Lanius die Bühne. Nachhaltigkeit bedeutet für sie nicht nur, mit Stoffen zu arbeiten, die unter fairen Bedingungen produziert werden. Das Thema Slow Fashion liegt ihr am Herzen. Sie beschränkt sich auf zwei Kollektionen im Jahr, die sie anschließend auf der Ethical Fashion Show ausstellt. Im Rahmen des 90. Geburtstags von Weleda sind das Kölner Modelabel und der Naturkosmetikhersteller eine Kooperation eingegangen. Ziel der Zusammenarbeit: die Auseinandersetzung mit fair und green fashion voranzutreiben und diese einem breitem Publikum zugänglich zu machen.

Im Atelier von Umasan

Minimalistisch, androgyn, modern. So lässt sich der Look von Umasan beschreiben - einem Label, das vegane Mode designt. Man muss bei jedem Trend-Teil zwei mal hinschauen, ehe man die Raffinesse jedes einzelnen Kleidungsstückes versteht und wahrnimmt. Drapierungen zieren die Ärmel der Blazer. Die Bundfalten der hoch geschnittenen Chinohosen sind stark ausgearbeitet. „Dass wir mit veganen Stoffen arbeiten, ist nebensächlich“, sagt Gründerin und Designerin Anja Umann. Die junge Designerin steht mitten in ihrem urigen und kreativ-chaotischem Atelier. Neben ihr ihre rechte Hand: Friedericke Jappe. Der Fokus liegt auf ihren Kreationen, den cleanen und klassischen Trend-Teilen, die sich farbtechnisch nur auf Blau, Weiß, Grau und Schwarz begrenzen. Der vegane Aspekt ist quasi das Tüpfelchen auf dem i. Dennoch: Innovation ist das Stichwort. Vor sechs Jahren betrat das junge Modelabel die Bildfläche, mit dem Ziel, die Möglichkeiten veganer Mode auszuschöpfen, Grenzen zu testen und zu schauen, wie weit man mit den begrenzten Stoff-Ressourcen gehen kann. Mittlerweile hat sich Umasan als High Fashion Label etabliert und ein Label ins Leben gerufen, das tragbare, innovative und stylische Kleidung designt und produziert.

Umasan-Gründerin und Designerin Anja Umann mit ihrer Kollegin Friedericke Jappe.   Copyright: PR

Den Höhepunkt des zweitägigen Events bildet die Runwayshow des Green Showrooms im Rahmen der Ethical Fashion Show. Fair-Fashion-Labels präsentieren im Rahmen der Modenschau ihre coolsten Key-Looks. Der Saal ist in kürzester Zeit rappellvoll. Während die Runwayshow-Fotografen artig auf ihren Plätzen auf die Show warten, spürt man die Aufregung im Publikum. Die Leute sind ungeduldig, suchen nach freien Plätzen und halten ihre Handykameras in der Luft bereit. Dann wird es still. Klaviertöne, gemischt mit elektronischen Beats, füllen die Stille des Raums. Die ersten Models tänzeln lachend in ihren zarten weißen Kleidern mit verfremdeten Blumenprints über die Bühne. Daraufhin betreten fünf wunderschöne Models die Bühne. Erhobenen Hauptes laufen sie in ihren bodenlangen, weißen Kleidern über den Runway. Lanius eröffnet die Show.

Lanius eröffnet die Runwayshow.   Copyright: PR

Nach zwei Tagen geballter Vegan-Power sehen wir nur noch grün. Was die Modebranche zunächst belächelte, setzt sich nun nach und nach durch. Das Image der Designer, die mit erhobenem Zeigefinger auf Modehäuser herabblicken, die in Bangladesch, Indien und Co. produzieren, verblasst. Ebenso die altbackenen Designs aus schwerem Leinen und Vlies. Nachhaltige Mode zu produzieren wird erstmals als Herausforderung und Möglichkeit verstanden. Es geht darum, neue Methoden in Sachen Stoffgewinnung, Design und Innovation zu entwickeln und auszuschöpfen. Als gutes Vorbild voranzugehen und der festgefahrenen Modewelt zu zeigen, was möglich ist. In Sachen Kosmetik sieht es anders aus. Hautpflegeprodukte aus pflanzlichen Inhaltsstoffen sind gefragter denn je. Die Bio-Welle erfasst den Schönheitsmarkt und hält sich hartnackig - zum Glück. Weleda geht als Vorbild voran.

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